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13.07.2014; Hohenstein-Ernstthal; Motorsport -  GP Deutschland 2014; Erster Schweizer Sieg auf dem Sachsenring seit 58 Jahren. Dominique Aegerter (SUI), Suter mit seinem Landsmann und dreifachen Weltmeister Luigi Taveri (84). Taveri gewann 1966 in der 125er Klasse als letzter Schweizer auf dem Sachsenring einen Grand Prix. (Waldemar Da Rin/freshfocus)

Luigi Taveri freute sich vor einem Jahr mit Dominique Aegerter über dessen Sieg auf dem Sachsenring. Bild: Waldemar Da Rin/freshfocus

Der letzte GP des grössten Schweizer Töff-Piloten aller Zeiten – Luigi Taveri zieht sich zurück

Luigi Taveri (86) hat auf dem Sachsenring zum letzten Mal einen Töff-GP besucht. Der grosse alte Mann des Schweizer Motorradrennsports zieht sich zurück.

13.07.15, 12:32 13.07.15, 13:20

klaus zaugg, sachsenring



Vor einer Woche hat er beim Nostalgie-Rennen hier auf dem Sachsenring eine Runde gedreht. Den GP besuchte Luigi Taveri nun mit seiner Familie und seinen Enkelkindern. «Aber ich bin zum letzten Mal bei einem GP dabei.» Das tönt dramatisch und provoziert die sorgenvolle Frage nach dem Wohlbefinden. Er beruhigt: «Es geht mir sehr gut. Aber ich will selber entscheiden, wann ich zum letzten Mal einen GP vor Ort erlebe. So wie ich auch selber entschieden habe, mit dem Rennsport aufzuhören.»

Weltmeister Luigi Taveri, links, ist Ehrengast am Indianapolis Oerlikon auf der Offenen Rennbahn in Zuerich am Dienstag, 24. Juli 2012. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella)

Luigi Taveri setzt sich immer noch ab und zu auf einen Töff. Bild: KEYSTONE

Das passt zu dieser grossen Persönlichkeit. Er ist rüstig wie eh und je und man gibt ihm und seiner Frau kaum 70 Jahre. Er bestimmt selber, wann es Zeit ist. «Ich habe seit meinem Rücktritt jedes Jahr mindestens einen GP besucht. Aber jetzt ist es für mich Zeit geworden, zu Hause zu bleiben.» Er geniesse die Rennen vor dem Fernseher zusammen mit seiner Frau, die jedes Mal dazu ein köstliches Mittagsmahl bereite.

Luigi Taveri ist mit 30 GP-Siegen Schweizer Rekordhalter. 1962, 1964 und 1966 hat er für Honda die 125er-WM gewonnen. Er ist im Laufe seiner Karriere zu einer bis heute tief verehrten Rennsportlegende geworden. Als einziger Nicht-Brite hat er den Klub der Rennfahrer der Isle of Man präsidiert. Dieses Rennen will Luigi Taveri noch einmal vor Ort erleben. «Die Isle of Man ist etwas ganz Spezielles, eigentlich Unbeschreibliches. Wenn ich gesund bin, will ich 2016 nochmals dabei sein.»

ZUM 85. GEBURTSTAG DES EHEMALIGEN SCHWEIZER MOTORRADRENNFAHRERS LUIGI TAVERI AM FREITAG, 19. SEPTEMBER 2014, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Der Schweizer Motorradfahrer Luigi Taveri faehrt an der Tourist Trophy auf der Isle of Man, auf einer 125er Honda aus einer Kurve bei der Quarter Bridge, aufgenommen am 12. Juni 1961. Er belegte den zweiten Platz. Taveri wurde 1962, 1964 und 1966 Weltmeister in der 125ccm Klasse. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Luigi Taveri in Aktion. Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

1966 ist Luigi Taveri nach seinem WM-Titel zurückgetreten. Honda hatte ihm einen hochdotierten Vertrag angeboten. Taveri bedankte sich schriftlich für die Offerte und bedauerte, dass er Honda nicht mehr dienen könne. Aber es sei für ihn Zeit, aufzuhören. Firmen-Gründer Soichio Honda, mit dem Schweizer in persönlicher Freundschaft verbunden, ordnete an, Luigi Taveri den offerierten Betrag trotzdem auszahlen. Und zudem stellte ihm Honda eine Rennmaschine kostenlos zur Verfügung. Falls er doch noch Lust auf ein paar Rennen haben sollte.

Mit dem letzten GP-Besuch von Luigi Taveri ist auf dem Sachsenring eine Epoche zu Ende gegangen. Er ist der letzte jener ganz grossen Rennfahrerpersönlichkeiten, die mit den Chefs der grossen japanischen Motorradwerke in Freundschaft verbunden waren und es gibt wohl keinen anderen GP-Piloten, der über seinen Rücktritt hinaus bei Honda eine so tiefe Verehrung geniesst wie Luigi Taveri.

Alle Schweizer Töff-GP-Sieger

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