Marner rettet Kanada in der Verlängerung – Deutschland geht gegen Slowakei unter
Kanada – Tschechien 4:3nV
Die kanadischen Fans haben Blut und Wasser geschwitzt. Nach dem leichten Tanz durch die Gruppenphase wurden die Ahornblätter im Viertelfinal von Tschechien bis aufs Letzte gefordert. Obwohl Kanada dank Macklin Celebrini früh in Führung gehen konnte, gestalteten die Tschechen das Geschehen ausgeglichen.
Lukas Sedlak glich nur fünf Minuten nach der kanadischen Führung aus. Und wiederum nur wenig später traf David Pastrnak zum 1:2 und sorgte für den ersten kanadischen Rückstand in diesem Turnier. Weil Kanada zum gleichen Zeitpunkt auch noch Captain Sidney Crosby wegen einer Verletzung verlor, lagen die Nerven phasenweise blank.
Nathan MacKinnon sorgte mit einem Powerplay-Tor zur Spielmitte für etwas Beruhigung – allerdings nur befristet. Im Schlussdrittel ging Tschechien abermals in Führung. Ondrej Palat traf auf Vorarbeit von Martin Necas. Das sensationelle Aus im Viertelfinal war plötzlich nur noch Minuten entfernt.
[CAN 2-(3) CZE] Necas drops the pass to Palat on the rush, who scores to give Czechia the lead with under 8 mins in regulation
by u/talhatoot in hockey
Doch dann drehen ausgerechnet die am häufigsten kritisierten Kanadier das Spiel. Nick Suzuki – von vielen kanadischen Fans als unsichtbar verschimpft – lenkte dreieinhalb Minuten vor dem Ende einen Schuss von Devon Toews unhaltbar ab und rettete Kanada so in die Verlängerung. Dort hatte Tschechien zwei Mal den Sieg auf dem Stock, scheiterte aber am umtsrittenen Goalie Jordan Binnington.
[CAN (3)-3 CZE] Suzuki forechecks and heads to the front of the net, as he tips in the tying goal
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[CAN vs CZE] Necas gets a breakaway with just a little more than 1 min left in regulation and Binnington makes the big stop
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Und dann kam der grosse Auftritt von Mitch Marner: Der Vegas-Stürmer schnappte sich die Scheibe, fuhr durch drei Tschechen hindurch und versenkte die Scheibe mit der Backhand in der weiten Ecke.
Slowakei – Deutschland 6:2
Die slowakische Eishockey-Nationalmannschaft bleibt das grosse Überraschungsteam im olympischen Turnier. Im Viertelfinal setzen sich die Slowaken problemlos mit 6:2 gegen Deutschland durch.
Kurz vor der ersten Pause konnte die Slowakei dank Pavol Regenda in Führung gehen. Vier Minuten nachdem das zweite Drittel gestartet war, erhöhte Milos Kelemen für das slowakische Team und nur 33 Sekunden später musste der deutsche Torhüter Philipp Grubauer schon wieder hinter sich greifen und Dalibor Dvorsky sorgte in der 31. Spielminute bereits für die Vorentscheidung. Dank Lukas Reichel konnte das deutsche Team noch im zweiten Drittel verkürzen.
Davon liess sich das Team von Trainer Vladimir Orszagh nicht beirren und stellte in der ersten Minute des letzten Drittels den alten Vorsprung wieder her. Als die Deutschen im Powerplay noch auf 2:5 verkürzen konnten, gingen sie das volle Risiko ein und nahmen ihren Torhüter bereits früh vom Eis. Davon profitierte Tomas Tatar. Für den Zuger Stürmer war es das erste Tor an diesem Turnier.
Bereits vor vier Jahren standen die Slowaken bei den Olympischen Spielen im Halbfinal. In diesem verloren sie zwar knapp gegen Finnland, konnten sich aber nach einem Sieg gegen Schweden doch noch die Bronzemedaille sichern.
Dass die Deutschen im Viertelfinal scheiterten, kommt nicht von ungefähr. Die DEB-Auswahl hatte schon in der Vorrunde defensive Mängel offenbart. Zudem gelang es Trainer Harold Kreis offensichtlich nicht, eine richtige Einheit aus der Mannschaft zu formen. (riz/sda)
