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Utah Jazz's Ricky Rubio, of Spain; and Johnson; Thabo Sefolosha, of Switzerland; and center Ekpe Udoh, from left, watch from the bench as the Jazz trail the Denver Nuggets during the second half of an NBA basketball game Friday, Jan. 5, 2018, in Denver. The Nuggets won 99-91. (AP Photo/David Zalubowski)

Sefolosha (Mitte) zwischen zwei Teamkollegen. Bild: AP

Sefolosha beim Kiffen erwischt – darum muss er kaum dafür büssen

Der Schweizer NBA-Spieler Thabo Sefolosha wird für fünf Partien gesperrt. Der Westschweizer wurde des Marihuana-Konsums überführt. Vielleicht dürfen er und andere Basketballer in den USA schon bald straffrei kiffen.



Der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) steht auf der Liste der verbotenen Substanzen, welche die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) alljährlich veröffentlicht. Er kommt in Cannabis vor und zu einem gewissen Anteil auch in neuerdings erlaubten CBD-Produkten. Antidoping Schweiz empfiehlt Athleten deshalb, auf den Konsum sämtlicher Cannabis-Produkte zu verzichten.

Dass Thabo Sefolosha von den Utah Jazz tatsächlich als Kiffer überführt wurde, steht nicht zweifelsfrei fest. Die NBA gilt in solchen Angelegenheiten als verschwiegen. Laut diversen Quellen handelt es sich im Fall Sefolosha, der wie Nerlens Noel (Dallas Mavericks) bestraft wurde, jedoch um Marihuana-Konsum. Alleine sind sie damit nicht. Schon vor Jahren gab All-Star Josh Howard zu, dass er kiffe. Und er sagte: «Die meisten NBA-Spieler konsumieren Marihuana.»

Miami Heat center Hassan Whiteside (21) and guard Tyler Johnson (8) defend against Utah Jazz forward Thabo Sefolosha (22) who drives to the basket during the second half of an NBA basketball game, Sunday, Jan. 7, 2018, in Miami. (AP Photo/Joel Auerbach)

Sefolosha gegen die Miami Heat. Bild: AP

Die Liga brummte dem Waadtländer die Sperre von fünf Partien offiziell wegen eines «Verstosses gegen den Anti-Drogen-Kodex» auf. Dieser sieht bei der ersten Zuwiderhandlung eine Teilnahme an einem Aufklärungs-Kurs vor, beim zweiten Verstoss wird eine Busse von 25'000 Dollar fällig und beim dritten Mal gibt's die fünf Spielsperren. Ein Urteil, das milde erscheint. Ein Verstoss gegen die Dopingregeln ist schliesslich ein Verstoss gegen die Dopingregeln, egal um welche Substanz es sich handelt. In der NBA scheint man dies anders zu sehen als in vielen anderen Sportarten, wo ein Ertappter in der Regel Sperren zwischen sechs Monaten und zwei Jahren erhält.

Bedauern beim Sünder

Sefolosha tat, was erwartet werden konnte. Er entschuldigte sich auf Twitter beim Team, dessen Besitzern, dem Management, dem Trainerstab, Mannschaftskollegen, der Liga und deren Fans. «Ich übernehme die volle Verantwortung für mein Fehlverhalten», zeigte sich der 33-Jährige reuig. Er bedaure es aufrichtig, dass der Vorfall seine Teamkollegen im Kampf um die Playoffs ablenken könnte.

Der zurzeit verletzte Sefolosha (Bänderriss) kündigte ausserdem an, weiterhin hart für sein Comeback zu schuften. «Ich werde den ganzen Sommer über arbeiten, um so schnell wie möglich wieder fit zu werden und nächste Saison stärker und besser zurück zu kommen.»

Cannabis in der NBA bald erlaubt?

Ob ihm die Affäre längerfristig schadet? Für die kommende Saison hat Sefolosha noch keinen garantierten Vertrag bei den Utah Jazz. Er gilt als integer und hat einen guten Ruf. Es gibt aber noch einen anderen Grund dafür, dass er den Vorfall wohl relativ schadlos überstehen könnte. In den USA ist Kiffen kein Verbrechen, in den meisten Bundesstaaten ist Cannabis zugelassen und rund 60 Prozent der Bevölkerung sprechen sich für eine vollständige Legalisierung aus.

In der NBA wird schon länger darüber diskutiert, THC von der Dopingliste zu streichen. Es wird nicht nur zum Genuss konsumiert, sondern auch, weil es schmerzlindernd wirken kann. Wie es heisst, ist es denkbar, dass das Vorhaben in absehbarer Zeit umgesetzt wird. Die NBA ist ein Unternehmen, das gewinnorientiert operiert. Sie will ihre Stars möglichst immer im Einsatz sehen und Cannabis könnte bei der Regeneration im stressigen Liga-Alltag mit vielen Spielen und weiten Reisen helfen.

Thabo Sefolosha nützt das momentan nicht viel. Er muss sich vorwerfen lassen, sich als Profi nicht ans Reglement gehalten zu haben – und zwar mehrfach. Vielleicht hat er sich in seiner seit Mitte Januar anhaltenden Verletzungspause im Glauben gewähnt, nicht getestet zu werden. Doch die Sport-Gesetze greifen auch dann, wenn ein Spieler seinen Beruf gerade nicht ausüben kann.

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jabba77 04.04.2018 16:02
    Highlight Highlight Es soll mir bitte mal jemand erklären, wieso THC auf der Dopingliste steht? Das ist doch ein Witz! Kann mir kaum vorstellen, dass der Konsum eine positive (eher negative) Wirkung auf die Leistung hat.. Naja, die Anti-Doping-Agenturen kann ich sowiso nicht erst nehmen, die Arbeiten ganz sicher nicht sauber... Wenn man das Problem wirklich lösen möchte, müssten ja ganze Sportarten (Rad, Leichtathletik) abgeschafft werden.. Es geht doxh nir darum nixht erwischt zu werden.. Will gar nicht wissen wie viel die Arbeit der Agenturen kostet.. :'D
    • Against all odds 04.04.2018 16:19
      Highlight Highlight THC kann bei gewissen (olympischen) Sportarten einen gewünschten beruhigenden Effekt erzeugen, wie z.B. beim Schiessen.
  • Olmabrotwurst 04.04.2018 15:42
    Highlight Highlight Arnold Schwarzenegger kiffte auch nach dem Training ;) keine Ahnung wie ich darauf jetzt gekommen bin, hab irgendwie auch heiss hunger xD
  • Hugo Wottaupott 04.04.2018 15:38
    Highlight Highlight Lass dich nicht erhaschen.

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