Unvergessen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
In this picture taken Dec. 13, 2009 referee Wolfgang Stark, right, shows a red card to former national goalie and  Stuttgart's keeper Jens Lehmann, left, after tackling Aristide Bance, not in the picture,  from Mainz during the German first division Bundesliga soccer match between 1. FSV Mainz 05 and VfB Stuttgart in Mainz, Germany. The following penalty in the last minute of the match led to a 1-1 draw. Stuttgart looked like they would hold on for the victory until the latest incident involving Lehmann. There was already talk later Sunday that Stuttgart should get rid of the 40-year-old keeper, who earlier in the week said he would not pay a fine for recent critical comments he made on German television.   (AP Photo/Daniel Roland)

Darum ist Lehmann so sauer: Schiri Stark hat ihn vom Platz gestellt. Bild: AP

Jens Lehmann fliegt mit Rot vom Platz und klaut einem Fan die Brille

13. Dezember 2009: Was ist bloss in den deutschen Nationalhelden gefahren? Nach dem 1:1 gegen Mainz und einem Platzverweis sieht Stuttgarts Jens Lehmann gleich nochmals Rot. Er nimmt einem kritischen Zuschauer einfach so die Brille weg.

13.12.17, 00:05 13.12.17, 06:59


Die Szene ist so absurd, dass man sie kaum glauben mag. Stuttgart holt in Mainz bloss ein 1:1 und weil Jens Lehmann kurz vor dem Abpfiff nach einer Tätlichkeit vom Platz fliegt, ist der VfB-Keeper richtig, richtig schlecht gelaunt.

Da Lehmann schon oft als Bad Boy aufgefallen ist, stellt ihn ein Fan zur Rede. Auf dem Weg zum Mannschafts-Bus fragt dieser: «Geht's einmal normal, Herr Lehmann?»

Lehmann verliert beim Spiessrutenlauf die Nerven. Video: streamable

Wortlos greift sich der Torhüter daraufhin die Brille des verdutzten Fans und macht sich vom Acker. Erst nach mehrfacher Bitte, ihm die Brille zurückzugeben, reicht Lehmann sie weiter.

Der Abflug nach Hause

Danach steigt der 40-Jährige zunächst in den Mannschaftsbus, ehe er diesen wieder verlässt und sich von einem Taxi an den Flughafen bringen zu lassen. Umgehend fliegt Lehmann nach München, in dessen Nähe er zuhause ist. Mit dem Lufthansa-Flug LH 982, wie die «Bild» weiss.

Die 250 Kilometer vom Starnberger See nach Stuttgart legt er fürs Training auch schon mal mit dem Helikopter zurück, was wenig zu einer Besserung seines angekratzten Images beiträgt.

VfB Stuttgart's head coach Christian Gross and goalkeeper Jens Lehmann, right, are seen at a press conference in Stuttgart, Germany, Monday, Feb. 22, 2010. VfB Stuttgart will play against FC Barcelona in a UEFA Champions League round-of-16 first leg soccer match in Stuttgart on Tuesday, Feb. 23, 2010.  (apn Photo/Thomas Kienzle)

Gross und Lehmann bei einer Pressekonferenz. Bild: DAPD

Stuttgarts Trainer ist zu dieser Zeit Christian Gross. Der Zürcher will nicht gross auf Lehmanns Platzverweis eingehen, sagt lediglich, dass die Szene – eine Tätlichkeit gegen Aristide Bancé – unnötig gewesen sei. Und: «Ich kenne den Fussballer Lehmann recht gut, aber den Menschen Lehmann recht wenig.»

Deshalb fliegt Lehmann: Er steht Bancé mit Absicht auf den Fuss. Video: streamable

Gross setzt weiter auf den Routinier

Nach der Roten Karte und dem Eklat mit der Brille wird die Frage aufgeworfen, ob es Jens Lehmanns letzter Einsatz für den VfB war. Trainer Gross beantwortet sie, indem er dem deutschen Helden der WM 2006 nach der Rotsperre wieder sein Vertrauen schenkt.

Lehmann wird von einem Balljungen verarscht. Video: streamable

Stuttgart beendet die Saison auf Rang 6, besser sind die Schwaben seither nie mehr gewesen. Und angesichts des zwischenzeitlichen Daseins in der 2. Bundesliga ist längst weit, weit weg, was noch im Februar 2010 Tatsache ist: Der VfB mit Lehmann im Tor und Gross an der Linie holt im Achtelfinal der Champions League ein Heimremis gegen Barcelona, ehe er im Rückspiel sang- und klanglos 0:4 untergeht.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei. 
Um nichts zu verpassen, like uns auch auf Facebook!

Lehmanns berühmter Spickzettel: Deutschland schlägt Argentinien im WM-Viertelfinal 2006

16.05.1992: Eintracht Frankfurt verspielt den Meistertitel im letzten Moment, doch «Stepi» bleibt cool: «Lebbe geht weider»

03.01.2006: Der Bergdoktor ist da – Hanspeter Latour soll den 1. FC Köln vor dem Abstieg retten

18.08.1995: St.Paulis Tier im Tor «geht einer ab», wenn er in der 1. Liga Bälle halten kann

18.09.1999: Kuffour knockt Kahn aus und als Ersatzkeeper Dreher sich das Knie verdreht, werden «Tanne» Tarnat und der Kahn-Killer zu den grossen Matchwinnern

10.03.1998: Trap hat fertig – diese dreieinhalb Minuten Kauderwelsch bleiben für die Ewigkeit

Kultfigur Walter Frosch spielt mit einem Zigarettenpäckchen im Stutzen

06.04.2002: Bundesliga-Goalie Piplica fällt der Ball von einem Kirchturm auf den Kopf und von dort fliegt er ins Tor

08.11.1975: Weil er betrunken ist und sich so gut fühlt, pfeift Schiedsrichter Ahlenfelder schon nach 32 Minuten zur Halbzeit 

07.05.1991: «Mach et, Otze!» Kölns Ordenewitz will sich in den Pokalfinal tricksen – aber der DFB findet den Ordene-Witz nicht komisch

02.04.1974: Ob den Dortmundern bei der Einweihung schon bewusst ist, dass sie einmal das geilste Fussballstadion der Welt haben werden?

13.04.1995: Andy Möller kreiert mit der Schutzschwalbe eine neue Tierart

17.04.2004: Goalie Butt jubelt nach seinem verwandelten Penalty noch, als es in seinem Kasten klingelt

19.08.1989: Klaus «Auge» Augenthalers Weitschusstreffer wird Tor des Jahrzehnts

04.04.2009: Nie wurden die Bayern schöner gedemütigt als durch die Hacke von Grafite

10.12.1995: Ciri Sforza sieht im TV, wie er ohne sein Wissen transferiert wird und wie seine Mitspieler bitterböse über ihn schimpfen

23.09.1994: Mario Basler kommt auf die absurde Idee, eine Ecke direkt zu verwandeln und hat damit auch noch Erfolg

29.03.1970: «Decken, decken, nicht Tischdecken, Mann decken» – so kommentiert der Moderator des «Aktuellen Sportstudio» einen Beitrag über Frauenfussball 

Wolfgang Wolf wird Trainer der Wölfe in Wolfsburg – hihihi!

09.05.1998: Die grösste Bundesliga-Sensation ist perfekt: Aufsteiger Kaiserslautern darf die Meisterschale in die Höhe stemmen

31.08.1993: Jay-Jay Okocha demütigt Oliver Kahn und drei KSC-Verteidiger mit einem Wahnsinnstanz in 11 Sekunden für die Ewigkeit

03.04.1999: Titan Kahn tickt komplett aus – erst knabbert er Herrlich an, dann fliegt er in Kung-Fu-Manier auf Chapuisat zu

20.05.2000: «Ihr werdet nie deutscher Meister» – Ballacks Eigentor in Unterhaching macht Bayer endgültig zu «Vizekusen»

23.04.1994: Helmers Phantomtor, der berühmteste Nichttreffer der Bundesliga

19.5.2001: Vier Minuten feiert Schalke den Titel, dann trifft Andersson in Hamburg mitten ins königsblaue Herz

04.05.2002: Der Beweis dafür, dass Leverkusen keinen Titel holen kann – und es kam noch viel schlimmer

19.11.1994: Nach einer kuriosen Rote Karte und dem Last-Second-Ausgleich des KSC flippt Lothar Matthäus im Interview komplett aus

20.10.2000: Christoph Daums freiwillige Haarprobe ergibt, dass er doch kein absolut reines Gewissen haben darf

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Kultfigur Walter Frosch spielt mit einem Zigarettenpäckchen im Stutzen

9. September 2007: Walter Frosch – allein der Name ist schon Kult. Der Mann dahinter mit Walross-Schnauz, lockerem Mundwerk und beinharten Grätschen gehört zu den schrägsten Vögeln der Bundesliga-Geschichte – und ist mitverantwortlich für die Einführung von Gelb-Sperren.

Wer beim FC St.Pauli ein Kultspieler werden will, der muss sehr speziell sein. Der Kiezklub an der Partymeile Hamburgs gehört noch immer zu den eigenartigsten Vereinen im deutschen Profifussball – und dies im guten Sinn.

Walter Frosch ist so einer, der die Herzen der Fans im Sturm eroberte. «Ein Vorbild, das soff und rauchte», titelte die Welt nach seinem Tod im November 2013. Von 1976 bis 1981 kickte der Verteidiger für St.Pauli und wurde 2008 von den Lesern des «Hamburger Abendblatt» …

Artikel lesen