Wirtschaft
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Wie Zypern mit EU-Pässen für Reiche Milliarden verdient

18.09.17, 12:06


epa04531021 A man walk outside a branch of Bank of Cyprus in Nicosia,16 December 2014. The Bank of Cyprus shares begin trading ?n the Cyprus Stock Exchange and the Athens Stock Exchange today, after 21 months of suspension, marking an additional step towards the stabilisation of Cyprus` largest lender. The total issued share capital of the Bank is 892.2 million euros, divided into 8,922,377,345 ordinary shares of a nominal value of 0.10 euros. The stock price has been set at 0.24 euros. The Bank's stock listing was suspended in March 2013, following the implementation of a 10 billion euro bailout concluded between Cyprus and its international lenders (EC, ECB and IMF).  EPA/KATIA CHRISTODOULOU

Bild: EPA/EPA

Zypern soll mit dem Verkauf von EU-Pässen an reiche Investoren unter anderem aus Russland und der Ukraine Milliarden verdient haben. Seit 2013 habe die Regierung in Nikosia mit dem Verkauf der «Goldenen Visa» an Superreiche mehr als vier Milliarden Euro eingenommen, berichtet der «Guardian».

Die britische Zeitung beruft sich auf geleakte Unterlagen, die sie eigenen Angaben zufolge einsehen konnte. Darin seien Hunderte Namen aufgelistet, unter ihnen ein ehemaliges Mitglied des russischen Parlaments und die Gründer einer bedeutenden ukrainischen Bank. Einige der Superreichen stünden unter Korruptionsverdacht.

Die zypriotische Regierung bestätigte, dass das EU-Land die Staatsbürgerschaft an Bürger aus Drittländern vergibt, die grössere Summen auf der Insel investieren. Die Vorwürfe, dass auch unter Korruptionsverdacht stehende Investoren aus der Ukraine oder Russland darunter sind, wurden nicht kommentiert.

«Wir wollen diese Veröffentlichungen nicht kommentieren», sagte der zyprische Regierungssprecher Nikos Christodoulides am Montag. «Verurteilte Personen sind von diesem Programm von vornherein ausgeschlossen», sagte ein hoher Vertreter des Innenministeriums.

«Goldene Visa» umstritten

Wie es aus Regierungskreisen weiter hiess, verlaufe das Staatsbürgerschafts-Programm für Investitionen sehr gut, «wie auch in zahlreichen anderen Staaten der EU. Es ist nichts Neues.» Auch in Portugal, Irland, Griechenland, Ungarn, Malta und Bulgarien bekämen Investoren EU-Pässe.

Die «Goldenen Visa» sind seit Jahren umstritten, da sie eine Eintrittskarte für alle EU-Länder sind – mit dem Recht, sich dort frei zu bewegen.

Die zypriotische Staatsbürgerschaft kann erhalten, wer mindestens zwei Millionen Euro für die Gründung eines Unternehmens eingezahlt hat. Dieses muss mindestens fünf EU-Bürger beschäftigen und vor dem Antrag fünf Jahre lang existiert haben.

Eine andere Möglichkeit ist, dass der Antragsteller eine Immobilie für mindestens 500'000 Euro gekauft hat. In Zypern seien allein im vergangenen Jahr 400 solche Pässe vergeben worden, so der «Guardian». (sda/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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