Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Beruf Automatikerin an der Berufsmesse in Zuerich am Dienstag, 17. November 2015. Jugendliche, die vor der Berufswahl stehen, erhalten an der Berufsmesse Zuerich reale und praxisorientierte Einblicke in zahlreiche Berufe. Sie fuehrt angehende Lehrlinge mit Lehrmeistern und Lernenden zusammen. Ueber 500 Lehrberufe, Ausbildungen und Weiterbildungsmoeglichkeiten werden in der Messe Zuerich praesentiert.(KEYSTONE/Walter Bieri)

Die Schweiz fährt gut mit ihrem dualen Bildungssystem: Eine junge Frau versucht sich an der Berufsmesse in Zürich als Automatikerin.  Bild: KEYSTONE

Darum hat die Schweiz das beste Berufsbildungssystem der Welt



Die Schweiz hat ihren jungen Bewohnern einiges zu bieten – unter anderem die besten Voraussetzungen, wenn es um Ausbildung und Beruf geht. «Beste Voraussetzungen» darf wörtlich verstanden werden: Unser Land belegt beim sogenannten «Young Workers Index» den Spitzenplatz von 35 untersuchten OECD-Ländern, noch vor Deutschland und Österreich.

Rangliste 2015, Young Workers Index von PWC

Rangliste des «Youth Workers Index» 2015. Diagramm: PWC/watson

Das vom Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen PWC erstellte Ranking vergleicht acht verschiedene Indikatoren, unter anderem die Arbeitslosenquote (der 15- bis 24-Jährigen), die Langzeitarbeitslosigkeit oder die Schulabbruchsrate.

Erfolgsfaktor duales Bildungssystem

Stark gewichtet der Index vor allem die sogenannte NEET-Quote (NEET bedeutet «Not in Education, Employment or Training»), also den Anteil junger Menschen (20 bis 24 Jahre), die nicht mehr in Ausbildung stehen, aber auch keine reguläre Beschäftigung haben und keine Förderung erhalten. 

Der Hauptgrund für das gute Abschneiden der Schweiz – und übrigens auch der Nachbarländer Deutschland und Österreich –liegt im dualen Bildungssystem, das praktische Lehre mit gleichzeitigem Besuch einer Berufsschule kombiniert. Alle drei Spitzenreiter konnten ihre niedrige Jugendarbeitslosigkeit denn auch trotz der Wirtschaftskrise beibehalten. 

Grafik PWC Young Workers Index

«Young Workers Index» (x-Achse) kombiniert mit BIP pro Kopf in US$ (y-Achse). Grafik: Quartz.com

In der Schweiz absolvieren etwa zwei Drittel aller Jugendlichen eine Lehre; zur Auswahl stehen rund 230 Berufe. «Duale Bildung» bedeutet, dass sie sich dabei parallel im Betrieb und in der Berufsschule ausbilden. Nach Abschluss der Lehre beginnen viele eine höhere Berufsbildung. Auch hier gibt es ein breites Angebot: Rund 410 Berufs- und höhere Fachprüfungen sowie 52 Bildungsgänge an höheren Fachschulen stehen zur Wahl.

Lehre: So sah das früher aus

Insgesamt absolvieren laut Zahlen des Bundesamts für Statistik aus dem Jahr 2011 etwa drei Viertel der Männer eine Berufsbildung. Bei den Frauen sind es mit rund 63 Prozent deutlich weniger. 

Bei unseren nördlichen Nachbarn gibt es ein ähnliches System. Tatsächlich sind in Deutschland sogar noch weniger junge Leute von 20 bis 24 Jahren ohne Beschäftigung, Aus- oder Weiterbildung (NEET) als in der Schweiz – es sind 10,1 Prozent gegenüber 12,4 Prozent hierzulande. 

Schweizer Berufsmeisterschaft 2016

1,1 Billionen Dollar Potenzial

Würden alle OECD-Länder, die eine höhere NEET-Quote als Deutschland aufweisen, diese auf deutsches Niveau absenken können, ergäbe sich ein Zuwachs des gesamten OECD-Bruttoinlandsprodukts in der nahezu unvorstellbaren Höhe von 1,1 Billionen Dollar.

A student shouts slogans as he takes part in a

Wütende Jugend: Junge Spanier protestieren unter dem Slogan «Pan, techo, trabajo y dignidad» («Brot, Obdach, Arbeit und Würde») gegen die Austeritätspolitik der konservativen Regierung.  Bild: JON NAZCA/REUTERS

Allein schon Italien, das eine verheerende NEET-Quote von 35 Prozent aufweist, würde bei einer Reduktion auf deutsches Niveau sein BIP – 2013 betrug es rund 2,15 Billionen Dollar – um 156 Milliarden Dollar steigern. Und Italien ist nicht das einzige Land im Süden Europas, das sich schwer damit tut, seine Jugend in Arbeit zu bringen. Auch Spanien (NEET-Quote 29 %), Portugal (23,9 %), Griechenland (31,3 %) und die Türkei (36,3 %) kämpfen in dieser Hinsicht mit grossen Schwierigkeiten. 

Ohnehin tritt hier das europäische Nord-Süd-Gefälle exemplarisch zu Tage: Neben dem deutschsprachigen Spitzentrio stehen besonders die skandinavischen Staaten Island, Norwegen und Dänemark sowie die Niederlande gut da. Island und Norwegen weisen sogar eine bessere NEET-Quote auf als Deutschland. 

(dhr)

Die Zukunft der Wirtschaft

Neue Zölle, neue Zäune: Warum sich die Ära des freien Handels ihrem Ende zuneigt

Link to Article

Wenn wir Glück haben, behalten uns die Roboter als Haustiere

Link to Article

Bundesrat gibt zu: Das Bedingungslose Grundeinkommen kostet 25, nicht 153 Milliarden Franken

Link to Article

Wohlstand ohne Wachstum ist möglich – oder warum der kapitalistische Velofahrer nicht umfallen muss

Link to Article

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

41
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
41Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rostic 04.11.2016 15:11
    Highlight Highlight Leider steht in der Studie nicht, das die Lehrlinge in Scharen davon laufen weil der Druck am Arbeitsplatz und in den verknöckerten Berufsschulen unerträglich geworden ist. Wenn 2 von 3 Absolventen nach der Lehre den Beruf wechseln, kann man sich fragen, was die ganze Übung soll. Unsere Arbeitswelt ist total kaputt und die jungen Leute haben überhaupt keine Motivation hier mitzumachen. Recht haben sie. Es braucht dringend neue Lösungen und Ansätze hin zu verkürzten Arbeitszeiten und Ausbildungszeiten und weg von der Spezialisierung. Niemand weiss mit 14 Jahren was für ein Beruf er will.
    3 1 Melden
  • philosophund 03.11.2016 22:06
    Highlight Highlight Ich stelle bei den tertiären Ausbildungen eine inflationäre Handhabe fest.. eine HF ist derweil für Lehrabgänger ohne BM wie ein Musskriterium für die berufliche Weiterentwicklung.. kosten für 3 jahre bei 30k wovon der Kt. zh 20k subventioniert und so das Rösslispiel sich von alleine dreht.. ob das langfristig Erfolg hat? Für die privaten HF Schulen bestimmt..
    14 4 Melden
  • Berner in Zürich 03.11.2016 22:03
    Highlight Highlight weil wir alles so gut sind ist es auch völlig einfach mit 47ig einen neuen Job zu finden auch mit Verzicht auf 25 % Lohn.
    Wir sind die Besten!!!
    9 8 Melden
  • Fahrenheit 03.11.2016 19:05
    Highlight Highlight ist das Kristina vom Bätscheler im Story-Bild?
    2 3 Melden
  • dääd 03.11.2016 17:40
    Highlight Highlight Unsere Altvorderen (nicht wir) dürfen stolz auf das Erreichte sein. Um unsere Berufsbildung wird die Schweiz rundum benieden.
    14 13 Melden
  • Illyria & Helvetia 03.11.2016 16:04
    Highlight Highlight Ich studiere im Moment Primarlehrer und bin in meinem dritten und letzten Jahr. Die Studie mag ja sehr wohl stimmen, wir haben ein sehr gutes Bildungssystem, aber die Schweiz sollte sich jetzt nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Im Bereich Informatik sind wir beispielsweise sehr weit hinten und hinter Südkorea und Japan. Ausserdem fehlt vielen Schweizer Schulen bzw. vielen Schweizer Lehrpersonen die Fähigkeit, Kinder fürs Lernen zu motivieren.
    78 3 Melden
    • sheep 03.11.2016 16:37
      Highlight Highlight Inwiefern sind wir im Bereich Informatik weit hinten?
      14 30 Melden
    • herschweizer 03.11.2016 17:37
      Highlight Highlight Als Eltern von mehreren Kindern mit insgesamt 30 Beschulungsjahren im öffentlichen Bildungssystem nimmt man diese Lehrkräfte klar zu 70% als frustrierte Lohnbezüger auf die total fehlplaziert ihre Zeit zu überbrücken versuchen. Dies zu weit überrissenen Kosten. Dies zu Lasten von einem motiviert fähigen Rest
      11 14 Melden
    • norsk 03.11.2016 17:51
      Highlight Highlight @sheep zum Beispiel dadurch, dass Informatik kein Schulfach ist.
      24 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dinolino 03.11.2016 15:57
    Highlight Highlight kann mal bitte jemand Italien helfen?!
    48 3 Melden
  • Scaros_2 03.11.2016 15:14
    Highlight Highlight Dumm ist aber nir das wir viele jobs die man nach der ausbildung machen könnte heute aus kostengründen nach indien oder so auslagern. Haste ne ausbildung als zeichner, konstrukteur, elektroniker oder informatiker bist aber verdammt dazu dich direkt weiter zu bilden weil die angebotenen stellen so rare sind
    56 6 Melden
    • livloan 03.11.2016 16:12
      Highlight Highlight als zeichner kann nur für mich sprechen. aber nach der ausbildung haben alle aus der klasse sofort was gefunden oder hatten sogar die auswahl
      das problem ist aber hier der schlechte einstiegslohn von 3600-4000 nach der lehre
      und die aussicht auf kaum lohneröhung ohne weiterbildung
      22 0 Melden
    • JayPi 03.11.2016 20:32
      Highlight Highlight Ich weiss jetzt nicht welche Informatikjobs genau nach Indien ausgelagert werden aber die Stellenangebote für Lehrabgänger sind da und man hat auch gute Weiterbildungsmöglichkeiten
      5 0 Melden
    • Globidobi 03.11.2016 21:47
      Highlight Highlight Als Informatiker musst du dich nach der Lehre weiterbilden, da du in der Lehre vielleicht ein Gebiet kennen gelernt hast und du dich jetzt darauf spezialisiert. Es wird meistens auch ein Hochschulabschluss benötigt, da die Informatik viel Hintergrundwissen benötigt.
      2 0 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Pasch 03.11.2016 15:02
    Highlight Highlight Was nutzt das beste Berufsbildungssysten wenn nachher Leute aus dem Ausland mit geringeren Qualifikationen in höhere Positionen gestellt werden?
    Und nein ich bin kein Befürworter irgendwelcher Sünneli-Initiativen. Ist nur eine Feststellung.
    78 14 Melden
    • Ohniznachtisbett 03.11.2016 15:50
      Highlight Highlight Zum Glück hast du noch den Anti-SVP-Disclaimer angehängt sonst wäre dein Herz/Blitz-Verhältnis umgekehrt! So hingegen implizierst du deine Verbundenheit mit den "flankierenden Massnahmen" - Eine Erfolgsgeschichte, insbesondere die Tessiner können ein Lied davon singen. IRONIE OFF Antwort auf deine Frage: Weil diese Leute ganz einfach für weniger Lohn arbeiten...
      31 6 Melden
    • Charlie Brown 03.11.2016 16:46
      Highlight Highlight Wenn ich lese, dass jemand das Gefühl hat, in höheren Positionen arbeiten Leute mit geringeren Qualifikationen (ob nun Ausländer oder nicht), stelle ich mir mehr die Frage nach der Selbsteinschätzung.
      20 21 Melden
    • Pasch 04.11.2016 00:24
      Highlight Highlight @ Charlie, wir haben uns da nicht ganz verstanden. Wir haben fordernde Schulen und herausfordernde berufliche Ausbildungen, von den Unis Reden wir mal nicht die haben schon einen sehr guten Ruf in der Welt.

      Die Sache ist doch die, dass es von den Lehrlingen alles abverlangt und so manchem hellen Kopf reicht es wegen einem belanglosen Fach nicht weiter in die Maturität, z.B. Französisch, passt sehr gut in aktuelle Diskussionen, kenn ich aus eigener Erfahrung. Danach bleibt nur der Weg über Weiterbildungen und egal wie gut die sind, ein Absolvent muss immer einen eingekauften "Studi" fürchten..
      4 1 Melden
  • DerTaran 03.11.2016 14:48
    Highlight Highlight Ich weiss nicht, ob hier nicht Ursache und Wirkung vertauscht sind? Sicher, die duale Bildung ist ein Erfolgsmodell, aber ist sie wirklich für die tiefe Jugendarbeitslosigkeit verantwortlich?
    27 8 Melden
    • Charlie Brown 03.11.2016 16:48
      Highlight Highlight Sie hat ganz sicher ihren Anteil. Lehrabgänger verfügen bereits über erste Berufserfahrung, das ist garantiert ein Vorteil.

      Wie soll das denn gehen, wenn Ursache und Wirkung umgekehrt sind? Wir haben tiefe Jugendarbeitslosigkeit, ergo schaffen wir ein duales Bildungssystem? Verstehe ich grad nicht ganz.
      8 1 Melden
    • RoJo 03.11.2016 21:07
      Highlight Highlight Und ob das duale Bildungssystem dafür verantwortlich ist! Aber die Schweiz ist mit ihrer Akademisierung auf dem besten Weg, das System, um das wir auf der ganzen Welt bewundert werden, an die Wand zu fahren! Wieso der direkte Vergleich?! Glauben sie wirklich, dass in Ländern wie Spanien und Portugal Studierende von Theaterwissenschaft, Kunsthistorik und Geisteswissenschaft, um nur einige zu nennen, wirklich alle nach dem Studium einen Job finden?! Nicht, oder?!
      9 1 Melden
    • DerTaran 04.11.2016 00:31
      Highlight Highlight @Rojo: In Ländern ohne duales Ausbildungssystem "studiert" man nicht nur Geisteswissenschaften, sondern auch vieles, was bei uns eben in einer Ausbildung gelehrt wird wie z.B. Krankenschwester, KV , Laborant oder Installateur und nicht alles an einer Uni sondern vieles eben an speziellen Schulen.
      Die arbeitslosen Jugendlichen in Spanien haben nicht alle weltfremd vor sich hin studiert, diese Annahme ist einfach falsch. Die sind nicht arbeitslos, weil sie schlecht ausgebildet sind, sondern weil es in Spanien keine Jobs gibt, davor würde sie auch keine Lehre nach Schweizer Vorbild bewahren.
      0 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • jellyshoot 03.11.2016 14:47
    Highlight Highlight ein berufsbildungssystem - so genial es auch ist - leider nicht mehr das wert ist, was es werts sein sollte, da ja nur noch akademische titel zählen ... und nachher kriegt man nur noch arbeitsunfähige studis auf dem arbeitsmarkt ...
    49 31 Melden
    • Fumo 03.11.2016 15:21
      Highlight Highlight Was dazu führt dass viele Lehrabgänger sich weiterbilden und Firmen verzweifelt nach ausgebildete Arbeiter suchen die 20-30 Jahre alt sind.
      22 4 Melden
    • whatthepuck 03.11.2016 15:33
      Highlight Highlight Studenten erlernen ja auch nicht primär einen Beruf, sondern sie eignen sich vA Fachwissen an - das sie dann später in einen Beruf einbringen können. Wann kapieren das Plapperer wie du endlich?

      Dass Studenten nie gute Arbeiter sein werden ist etwa die gleich dämliche Aussage wie wenn ich behaupten würde, dass Lehrabgänger für den Rest des Lebens auf dem Wissensstand vom Lehrabschluss sitzen bleiben.

      Trolle sollte man zwar gar nicht erst füttern, aber die vielen Herzli irritieren mich ja schon.
      42 8 Melden
    • Hoppla! 03.11.2016 15:59
      Highlight Highlight Die Lehre ist eine gute Basis. Ohne regelmässige Weiterbildungen ("akademischer Titel") wird das aber heute gar nichts mehr. Und gerade die Fachhochschulen fabrizieren keine "arbeitsunfähige Studis".
      23 7 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

Medienberichte: Schweizer Pharmaunternehmen spendete AfD 130'000 Euro

Laut Recherchen von WDR, NDR und der «Süddeutschen Zeitung» hat die Alternative für Deutschland (AfD) zwischen Juli und September 2017 Spenden von über 130'000 Euro aus der Schweiz angenommen. Der Absender der Spenden soll eine Pharmafirma aus Zürich gewesen sein.

Mit der Annahme der Spende hat die AfD gegen das Parteiengesetz verstossen, berichten die deutschen Medien. Parteispenden, die aus dem Nicht-EU-Ausland kommen, sind nach deutschem Gesetz illegal. 

Die Schweizer Pharmafirma soll das …

Artikel lesen
Link to Article