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Locals make their way through a snow-covered landscape as light diminishes in Salla, northern Lapland region, Finland, 23 December 2004. The mean snow depth is around 30 cm and makes a reindeer drive possible. The daylight time during the Christmas time near the Arctic circle is rather short, only about 3 - 4 hours with twilight. During daylight the sun lies all the time near the horizon and the shadows are long. However, the white snow increases the lightness.  EPA/SEPPO SIRKKA  EPA/SEPPO SIRKKA

Rentier-Idylle in Salla, Lappland, im Norden Finnlands. Bild: EPA

Wer hätte das gedacht: Aus diesem Land kommen – pro Kopf – die meisten «IS»-Kämpfer



Die Terrormiliz «IS» ist unter Druck, seine Hochburgen Rakka und Mossul in Syrien und im Irak sind von Regierungstruppen umzingelt. Dies ist offenbar auch den kampfbereiten jungen Männern nicht entgangen, die früher zu Tausenden in die Region reisten, um sich den Terroristen anzuschliessen. Der Strom an der türkisch-syrischen Grenze ist zu einem Rinnsal einiger Dutzender Kämpfer pro Monat versiegt. Mehr noch: Angesichts der zahlreichen Rückzugsgefechte erwägen wohl einige in umgekehrter Richtung die Rückkehr in ihre Herkunftsländer.

Und so stellt sich einmal mehr die Frage: Woher kamen die meisten? Und wohin kehren sie nun vielleicht zurück? Die folgende Grafik zeigt die üblichen Verdächtigen an der Spitze:

Anzahl IS-Kämpfer pro Land

Image

grafik: watson daten: soufan group 2015

Diese Zahlen waren und sind von begrenzter Aussagekraft, weil eine wichtige Bezugsgrösse fehlt: Ihr prozentualer Anteil am Herkunftsland. Das funktioniert für Länder wie Tunesien, die Türkei und Saudiarabien, in denen praktisch die gesamte Bevölkerung dem Islam zugehörig ist. Für andere Länder wie die Schweiz muss der Pro-Kopf-Wert noch mit dem jeweiligen Muslimanteil abgeglichen werden. 

Und plötzlich führen ganz andere Länder die Grafik an:

Anteil IS-Kämpfer pro Land, Kopf und Muslimanteil

Image

Werte auf der X-Achse wurden zur besseren Darstellung und Vergleichbarkeit mit 10000000 multipliziert. grafik: watson daten: soufan group 2015

Wie kommen diese Länder dorthin? Wirklich überzeugende Antworten hat bislang niemand gefunden. Aber ein paar Thesen existieren:

Belgien, Tunesien, Frankreich

Der Laizismus französischer Ausprägung, diese besonders radikale Trennung zwischen Staat und Kirche, soll ihrerseits die Radikalisierung begünstigen, glauben zwei Experten des US-Thinktanks Brookings Institution. Dies würde erklären, warum so viele Dschihadisten aus französisch-sprachigen Ländern stammen.

Finnland, Portugal, Schweden

Die US-Forschungsstelle National Bureau of Economic Research (NBER) glaubt, je isolierter muslimische Einwanderer in westlichen Gastländern leben, desto anfälliger seien sie auf Radikalisierung:

«Je homogener das Gastland, desto mehr Schwierigkeiten haben Einwanderer wie Muslime aus dem Nahen Osten bei der Integration.»

Efraim Benmelech, Esteban F. Klor nber

Trinidad und Tobago

In Trinidad und Tobago beträgt der Muslimanteil um die fünf Prozent, vergleichbar mit der Schweiz, bei einer Bevölkerung von 1.3 Millionen. Der islamistische Extremismus hat eine Vorgeschichte in dem karibischen Inselstaat: 1990 versuchte die Organisation Jamaat al Muslimeen einen Staatsstreich und hielt den Premierminister und andere Regierungsmitglieder während sechs Tagen als Geiseln fest, bevor sie sich ergaben.

Police forced suspected looters to lie in the road during a curfew period following explosions in the state owned Television house, in Port Of Spain, Trinidad, on July 30, 1990. A Moslem group is reported to still have hostages belonging to the Trinidad government. (AP Photo/Tasnady)

Ausgangssperre in Port of Spain, Hauptstadt von Trinidad und Tobago, während des versuchten Staatsstreichs muslimischer Extremisten (30.07.1990). Bild: AP

Malediven

Auf den Malediven, dem Westen vor allem als exotische Feriendestination bekannt, ist der sunnitische Islam Staatsreligion. Jeder Bürger muss ihr angehören. Fernab von den Luxus-Resorts, vor allem in der Hauptstadt Malé, gärt der Extremismus.

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Malé, Hauptstadt der Malediven. bild: Shahee Ilyas/wikimedia

Und die Schweiz?

Aus der Schweiz stammen in absoluten Zahlen mehr Dschihadisten (57) als aus Trinidad und Tobago (50). Pro-Kopf und -Muslimanteil hingegen tendiert das Phänomen hierzulande gegen Null. Gut die Hälfte der Muslime stammt aus dem Balkan, wo die Religion moderat praktiziert wird.

Wie westliche Frauen für den «IS» Frauen aus dem Westen ködern

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    Alle Leser-Kommentare
  • Oxymora 14.12.2016 11:46
    Highlight Highlight Wer hätte das gedacht:

    Selbst absolute Zahlen sind je nach Land verschieden.

    Beispiel Südafrika:

    Gemäss Grafik auf Watson 1 IS-Kämpfer
    (inzwischen -2; da 3 angeblich in Syrien getötet.)

    Gemäss diversen Südafrikanischen Medien bis 140 IS-Kämpfer.

    User Image
  • JasCar 13.12.2016 15:53
    Highlight Highlight Also wie Portugal mit 12(!!!) IS-Kämpfern bei der 2. Liste auf Platz 2 kommt, kann ich mir eigentlich nur damit erklären, dass hier die Religionszugehörigkeit keine Wichtigkeit hat. Ich musste mich hier in den letzten Monaten durch viel Bürokratie kämpfen, ich musste viele Formulare auf verschiedensten Ämtern ausfüllen. Aber meine Religion wollte bisher noch niemand wissen.
    Kann es sein, dass genau deshalb die Rechnung nicht funktioniert? Weil hier niemand so genau weiss, wieviele Muslime überhaupt hier leben?
    Grüessli aus dem erfrischend unrassistischen und sonnigen Portugal.
  • droelfmalbumst 13.12.2016 15:30
    Highlight Highlight In Portugal sind Muslime def. nicht isoliert.

    Die Muslime die dort leben sind praktisch alle aus ehemaligen Kolonien aus Afrika. Die Mehrheit davon lebt in der Hauptstadt Lissabon. Ein Muslim aus der Türkei z.B. hat ja kein Anreiz nach Portugal auszuwandern. Beruflich ist er ja nicht sonderlich besser unterwegs. Da sind Länder wie Frankreich, Schweiz, Deutschland etc. wesentlich attraktiver...

    Zudem wurde jeder IS Kämpfer befragt woher er kommt oder wie kommt man auf diese Zahlen? Hat man gezählt wieviele Personen sich ein Ticket nach Syrien gekauft haben?

    Nutzlose Statistik :)

  • IDon'tHaveAName 13.12.2016 14:11
    Highlight Highlight Ich habe mal eine kleine Arbeit über die IS-Känpfer aus Europa geschrieben und dabei einige Grafiken erstellt:

    https://drive.google.com/folderview?id=0B_7NmqnfFXjROVZYZUtEV1dGdjQ

    Diese drei Hypothesen habe ich erstellt:

    - Je mehr Muslime in einem Land leben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Menschen der IS anschliessen.

    - Je höher die Arbeitslosenquote bei den 15-24jährigen ist, desto höher ist der relative Anteil an IS-Anhänger.

    - Je höher der Wohlstand eines Landes ist (gemessen am BIP), desto höher ist der relative Anteil der Zurückkehrenden aus dem Kriegsgebiet.
    • Kian 13.12.2016 16:04
      Highlight Highlight Und was ergab die Überprüfung der Hypothesen?
    • IDon'tHaveAName 13.12.2016 17:28
      Highlight Highlight Die Arbeit habe ich leider nicht im Drive gespeichert, sondern am PC und dieser ist gerade dummerweise in der Reparatur.

      Die Überprüfung der Hypothesen ergab, dass alle drei falsifiziert werden mussten, da es zu wenige korrelierende Staaten gab. Die Schlussfolgerung, die ich gezogen habe, ist, dass es wohl viele andere Faktoren gibt, die eone wichtigere Rolle spielen. Nichtsdestotrotz gab es viele Punkte wie z.b Finnland, die sehr überraschend sind.
  • http://bit.ly/2mQDTjX 13.12.2016 14:02
    Highlight Highlight Insofern stimme ich dir zu, Kian:

    "Diese Zahlen sind von begrenzter Aussagekraft, weil eine Bezugsgrösse fehlt: Ihr prozentualer Anteil am Herkunftsland."

    Aber dann kommt die ideologische Keule:

    "muss der Pro-Kopf-Wert noch mit dem jeweiligen Muslimanteil abgeglichen werden"

    Da wirds schwierig. Wer hat was an diesen Grafiken gearbeitet, mit welcher Gesinnung? Wer ist Soufangroup? Wie so oft müssen Watson-Leser selber recherchieren. ;/

    Datenquelle: http://soufangroup.com/wp-content/uploads/2015/12/TSG_ForeignFightersUpdate_FINAL3.pdf

    Kian: Woher stammen deine Zahlen zum Muslimanteil?
  • inmi 13.12.2016 13:48
    Highlight Highlight Fast so, als ob Bildung und Sozialstaat nicht präventiv gegen Islamismus helfen würden...
    • Rabbi Jussuf 13.12.2016 14:32
      Highlight Highlight Solange Schule nur zur Wissensvermittlung gebraucht wird, wundert das nicht. Mit Bildung hat das wenig zu tun. Bildung wäre die Erziehung zum selbständig kritischen Denken. Gibt es das irgendwo?
      Sozialstaat? Ist doch ein alter Hut, dass genau der den Extremismus fördert.
  • Chewbacca 13.12.2016 13:22
    Highlight Highlight Was genau wollt ihr jetzt mit Grafik 2 aussagen? Den pro Kopf Anteil an IS-Kämpfer pro Muslim in einem Land? Und inwiefern soll das dass die Vergleichbarkeit erleichtern, wenn man es mit 10000000 multipliziert?
  • demokrit 13.12.2016 12:59
    Highlight Highlight "Gut die Hälfte der Muslime stammt aus dem Balkan, wo die Religion moderat praktiziert wird."

    Danke für den Lacher.
    • Snaggy 13.12.2016 13:49
      Highlight Highlight was stimmt daran nicht? in albanien und moldawien werden durchschnittlich die moderatesten konfessionen des islams praktiziert
    • demokrit 13.12.2016 14:11
      Highlight Highlight http://www.nzz.ch/international/extremisten-fordern-die-muslime-des-balkans-heraus-1.18381943
    • Dä Brändon 13.12.2016 14:43
      Highlight Highlight Das war mal, Bosnien, Kosovo und Albanien radikalisieren sich immer mehr.
  • Triumvir 13.12.2016 12:52
    Highlight Highlight Ehrlich gesagt, wundert mich das jetzt nicht wirklich. Ich war im Sommer in Helsinki und musste leider feststellen: die Hauptstadt ist trostlos und das Bier grottenschlecht, die Menschen kalt und abweisend und das Wetter war auch mies...
    • Pana 13.12.2016 13:59
      Highlight Highlight Hmm.
      User Image
    • x4253 13.12.2016 21:10
      Highlight Highlight PERKELE! Da musst du aber was Missverstanden haben.
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  • Einstein56 13.12.2016 12:09
    Highlight Highlight So viel zum Thema Integration und Vorbild wegen Pisa für uns.
    • R&B 13.12.2016 13:15
      Highlight Highlight whataboutism
    • R&B 14.12.2016 00:50
      Highlight Highlight @Stipps: Need for a Group Hug?
  • Matrixx 13.12.2016 12:06
    Highlight Highlight Anzahl Kämpfer pro Kopf? Ich dachte, jeder Kämpfer sollte mind. einen Kopf haben...
    • andrew1 13.12.2016 12:39
      Highlight Highlight Naja oft sind die aktionen etwas kopflos...
    • Imfall 13.12.2016 12:44
      Highlight Highlight warst du nicht in der rs? da bekommt man immer zwei kämpfer pro kopf
    • Matrixx 13.12.2016 13:57
      Highlight Highlight @Andrew: Mit Kopf mein ich das physische Vorhandensein des Körperteils, keinesfalls die gesunde Funktion des selbigen.

      @Imfall: Nein, war ich nicht. Sie wollten mich nicht, weil ich meinen eigenen Kopf (der funktionale Teil, nicht der physische) bereits mitgebracht hatte.
  • Karl Müller 13.12.2016 12:06
    Highlight Highlight Wie kann das sein, dass aus dem 10-Mio-Land Tunesien 6000 IS-Kämpfer stammen, aber aus den beiden anderen Maghreb-Staaten Algerien und Marokko, mit zusammen 73 Mio EW, kein einziger?
    • Kian 13.12.2016 13:31
      Highlight Highlight Algerien ist drauf mit 170 Kämpfern, Marokko wird von Soufan mit 1200 beziffert (fehlte auf der Grafik in der ersten Version, ist korrigiert). Gemessen an der muslimischen Bevölkerung tatsächlich beide nicht mit Tunesien vergleichbar. Eine mögliche Erklärung wäre, dass die marokkanischen Behörden ihre Grenzen (nach aussen) besser kontrollieren und Dschihadisten an der Ausreise hindern.
    • Karl Müller 13.12.2016 15:36
      Highlight Highlight Danke für den Nachtrag, Algerien hatte ich wohl übersehen.

      Die Zahlen bleiben aber seltsam. Deine Erklärung finde ich unwahrscheinlich. Sowohl in Marokko als auch in Algerien existieren grössere bewaffnete Gruppierungen, islamistische wie anderweitig Kriminelle, die der Staat nicht unter Kontrolle hat und die grenzüberschreitend operieren. Ich glaube nicht, dass in solchen Staaten potentielle Dschihadisten wirksam an der Ausreise gehindert werden können.
    • Kian 13.12.2016 15:47
      Highlight Highlight Es ist wirklich nur eine Mutmassung, die aber auf der Tatsache beruht, dass der Repressionsapparat Algeriens und Marokkos weit besser funktioniert als in Tunesien (Arabischer Frühling).
  • Theor 13.12.2016 12:04
    Highlight Highlight Es wäre erschreckend, wenn wir von diesen angeblichen 57 Personen auch nur Einen zurück in unser Land liessen würden.
  • Imfall 13.12.2016 11:01
    Highlight Highlight von wo bekommt diese soufan group so genaue zahlen...? ich habe da so meine zweifel
    Weitere Antworten anzeigen
  • i forget to drink 13.12.2016 10:59
    Highlight Highlight Wer hätte das gedacht: Aus dieser Zeitung kommen - pro Artikel - am meisten "Clickbait"-Titel!
  • tinu32 13.12.2016 10:55
    Highlight Highlight Leider fehlt der zweiten Grafik die Skala...
    • Kian 13.12.2016 11:17
      Highlight Highlight Du hast recht, hier fehlt eine Erklärung. Die Anzahl Dschihadisten pro Kopf und Muslimanteil ergibt in jedem Land einen Wert mit zehn Nullen vor dem Komma. Aus Darstellungs- und Vergleichszwecken zwecken wurde deshalb jeder Wert mit 10000000 multipliziert. Der so errechnete absolute Wert ist wenig aussagekräftig, es geht einzig um den Vergleich mit den anderen Ländern.
    • Dschungelpartei 13.12.2016 11:22
      Highlight Highlight Dann schreibt man als Einheit 10^-7 %!
    • tinu32 13.12.2016 12:46
      Highlight Highlight Ich verstehe noch nicht ganz. Es wird die absolute Anzahl Dschihadisten dividiert durch die Gesamtbevölkerung des jeweiligen Landes sowie durch den prozentualen Muslimanteil?
      Das ergibt für Finnland einen Wert von 0.00175 (70 Dschihadisten, 5.4M Einwohner, 0.74% Islam, Quellen oben bzw. Wikipedia). Also z.B. 17 Dschihadisten pro 10000 Muslime. Richtig?
    Weitere Antworten anzeigen
  • sintho 13.12.2016 10:53
    Highlight Highlight Bei der zweiten Grafik wäre vielleicht eine X-Achsen Beschriftung hilfreich um zu erkennen, warum Finnland nicht auf der ersten Grafik ist?
    • Kian 13.12.2016 11:20
      Highlight Highlight Auch Finnland ist in der ersten Grafik (70 Dschihadisten).
    • sintho 13.12.2016 12:46
      Highlight Highlight Tatsächlich, danke.
      Danke auch für die Beschriftung. Finde es immer noch schwer die zweite Grafik zu verstehen.. "Anzahl Dschihadisten pro Kopf" Damit meint man vermutlich pro Einwohner ;-)?
  • Dschungelpartei 13.12.2016 10:45
    Highlight Highlight Bei der zweiten Grafik fehlt die Beschriftung der x-Achse.

    Ein kleines Detail, das die Aussagekraft dieses Artikels auf das Niveau der SVP-Propaganda fallen lässt. Schade.

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