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Fall Eitan: Ermittlungen gegen Grossvater von Stresa-Überlebenden Jungen

Publiziert: 13.09.21, 16:00

Seilbahnunglück bei Stresa

Die Gondel der Stresa-Mottarone-Seilbahn wurde beim Absturz zerschmettert. Es befanden sich 15 Personen darin. keystone
Die Gondel stürzte laut Angaben der Bergrettung aus relativ grosser Höhe in bewaldetes Gelände. keystone
Es sind 14 Todesopfer zu beklagen. keystone
Da das Gelände steil und unwegsam ist, gestaltete sich die Bergung schwierig. keystone
Zwei Kinder wurden in kritischem Zustand ins Krankenhaus geflogen, von denen eines später verstarb. keystone
Der Unfall ereignete sich etwa 300 Meter vor der Bergstation und 100 Meter vor dem letzten Mast, wo die Seilbahn am weitesten vom Boden entfernt ist. Ursache des Unglücks ist vermutlich ein Kabelriss im obersten Bereich der Strecke. keystone / TINO ROMANO
Alle auf den Berg führenden Strassen wurden gesperrt. keystone
Neben den Feuerwehren standen auch Bergrettung und Polizei im Einsatz. Auch Helikopter waren an den Bergungsarbeiten beteiligt. keystone
Die Seilbahn verbindet den Ort Stresa mit dem knapp 1500 Meter hohen Monte Mottarone. watson
Die 1970 gebaute Seilbahn – hier ist die Talstation in Stresa zu sehen – war zwischen 2014 und 2016 wegen Renovationsarbeiten nicht in Betrieb. watson
Sie war nach der Corona-bedingten Schliessung erst im April wieder in Betrieb genommen worden. Twitter
Die Bergstation auf dem Mottarone. keystone / TINO ROMANO

Die italienische Regierung prüft ein Eingreifen in den mutmasslichen Entführungsfall um den kleinen Eitan, den einzigen Überlebenden des Seilbahn-Unglücks vom Lago Maggiore.

«Wir bewerten aktuell den Vorfall, um uns dann einschalten zu können», sagte Aussenminister Luigi di Maio am Montag vor Journalisten, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Der sechsjährige Eitan war am Samstag vom Grossvater mütterlicherseits ohne Wissen des Vormunds - der Tante väterlicherseits - und entgegen einer richterlichen Anordnung mit einem Flugzeug von Italien nach Israel gebracht worden.

Gegen den Grossvater ermittelt nun die Staatsanwaltschaft in der norditalienischen Stadt Pavia wegen Freiheitsberaubung, wie Ansa schrieb. Die Anwälte des Mannes erklärten, er habe im Affekt gehandelt. Der Israeli hatte den Jungen wie verabredet für einen Besuch getroffen, am Abend aber nicht mehr zur Tante zurückgebracht. Stattdessen fuhr er Medienberichten zufolge mit einem Leihwagen in die Schweiz und flog von Lugano mit einem Privatflieger nach Israel.

Dort werde Eitan in einem Krankenhaus untersucht, sagte dessen Grossmutter Etti Peleg dem Radiosender 103FM. Der Junge hatte die Seilbahn-Katastrophe am Pfingstsonntag schwer verletzt überlebt, die Eltern, der Bruder und zwei Urgrosseltern starben. Eitan habe vier Monate lang keinen Arzt ausser der Tante väterlicherseits gesehen, behauptete die Grossmutter. Or Nirko, der Ehemann der Tante in Pavia, sprach von «lügnerischen Erklärungen» der Familie in Israel.

Die Tante, die nach dem Unglück von einem Gericht als Vormund ernannt worden war, setzt für die Rückkehr Eitans auf eine internationale Vereinbarung, nämlich das Haager Kindesentführungsübereinkommen, dem sich sowohl Israel als auch Italien angeschlossen haben. Dieses soll Kinder vor Entführungen oder Verschleppungen in andere Länder schützen. Zudem sieht es vor, Kinder so schnell wie möglich in den Staat des bisherigen, gewohnten Aufenthalts zurückzubringen.

Cristina Pagni, die Anwältin der Tante, war diesbezüglich am Montag bereits vor Gericht in Pavia. «Im Moment kann ich noch nichts Konkretes sagen», sagte sie nach dem Termin laut Ansa. (aeg/sda/dpa)

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