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Knapp 7000 Menschen sitzen in der Schweiz im Gefängnis

Publiziert: 11.05.20, 10:18 Aktualisiert: 11.05.20, 12:52

Bild: KEYSTONE

Am 31. Januar 2020 waren in der Schweiz 6906 Personen inhaftiert, knapp ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Davon waren 401 oder 5,8 Prozent Frauen. Von den 7390 Haftplätzen in den insgesamt hundert Justizvollzugseinrichtungen waren 93,5 Prozent belegt.

Dies geht aus der am Montag vom Bundesamt für Statistik veröffentlichten Statistik über den Freiheitsentzug 2020 hervor. In den letzten Jahren sei die Zahl der Haftplätze trotz der rückläufigen Zahl der Einrichtungen stabil geblieben, heisst es darin.

Ende Januar 2020 befand sich die Mehrheit der Inhaftierten, das heisst 4572 Personen respektive 66,2 Prozent der Insassen, im Straf- oder Massnahmenvollzug, einschliesslich vorzeitigem Strafantritt. 1902 (27,5 Prozent) sassen in Untersuchungs- und Sicherheitshaft, und 432 (6,3 Prozent) waren aus anderen Gründen inhaftiert.

Im Lauf des Jahres 2019 haben die Personen im Freiheitsentzug insgesamt 2,5 Millionen Tage Haft verbüsst. Mit anderen Worten: 2019 waren in der Schweiz pro Tag durchschnittlich 6845 Personen inhaftiert, was gegenüber 2018 einem Rückgang von 1,9 Prozent entspricht.

Fast 70 Prozent Ausländer

Am Stichtag 2020 waren 69,6 Prozent des Insassenbestands (4807 Personen) Ausländerinnen und Ausländer mit oder ohne Wohnsitz in der Schweiz. Dies ist der tiefste Wert seit 15 Jahren. Nahezu zwei Drittel (3013 Personen) befanden sich im Straf- oder Massnahmenvollzug, einschliesslich vorzeitigem Strafantritt, und 30 Prozent (1426) in Untersuchungs- und Sicherheitshaft. Lediglich 5,6 Prozent (267 Personen) waren aufgrund von Zwangsmassnahmen im Sinne des Ausländer- und Integrationsgesetzes (AIG) inhaftiert.

Über das ganze Jahr 2019 gesehen erfolgten rund 5400 Inhaftierungen im Rahmen von Zwangsmassnahmen im Sinne des AIG und somit 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Die betroffenen Personen verbrachten 99'067 Tage in Haft, was einen Durchschnitt von 18 Tagen pro Insassin oder Insasse ergibt. (aeg/sda)

Ein Tag im Gefängnis

In der geschlossenen Anstalt in Affoltern am Albis sitzen 65 Häftlinge ein, 23 Aufseher kümmern sich um sie.
Das Gefängnis liegt mitten in einer Wohnsiedlung.
Es gibt Einzelzellen (im Bild), Zweier- und Viererzellen.
Die Zellen sind einfach eingerichtet. In jeder steht ein TV.
Auf den Gängen verbringen die Insassen einen grossen Teil ihres Alltags.
Befolgen Häftlinge die Regeln nicht, können sie in die Arrest-Zelle geschickt werden.
Während dem Gruppenvollzug dürfen sich die Insassen frei auf den Gängen bewegen. Ein gut eingerichteter Kraftraum ins fünf Tage pro Wochen geöffnet.
Der Spazierhof: Jeder Häftling hat Anrecht auf eine Stunde frische Luft pro Tag.
So leer ist der Billard-Raum selten.
Nebst dem Fernseher ist Tabak das Wichtigste für die Häftlinge. Der hauseigene Kiosk verkauft aber auch Früchte oder Schokolade.
Wer sich weiterbilden will, findet in der Bibliothek Bücher zu fast allen Themen.
Drei Stunden am Morgen und zwei Stunden am Nachmittag arbeiten die Häftlinge. Sie bekommen dafür einen Lohn.
Rüebli schälen oder Zahnbürsten abpacken gehört zu den Jobs im Gefängnis in Affoltern am Albis.
Die Werkstatt ist gut eingerichtet. Fehlt etwas, müssen alle suchen, bis es gefunden ist.
Putzen gehört zu den beliebteren Ämtli.
Patrick B. ist seit 17 Jahren Aufseher. Er sagt, in seinem Beruf habe man mit speziellen Menschen zu tun. Das mag er.
Die Küche passt sich verschiedenen Bedürfnissen an.
Die Medikamentenausgabestelle: Hier bekommen die Insassen zum Beispiel Methadon.
Ein Häftling hat seine elektrische Zahnbürste in eine Tätowiermaschine umgewandelt.
Der Besuchsraum: Immer wieder schmuggeln Besucher Drogen ins Gefängnis.
Der Sicherheitstrakt von aussen.

Häftlinge restaurieren Kult-Spielsachen

Video: SRF / SDA SRF

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