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Vespa velutina. Bild: wikimedia/Danel Solabarrieta

Diese Hornisse bedroht Bienen und andere nützliche Insekten in der Schweiz

Publiziert: 10.05.17, 11:13 Aktualisiert: 10.05.17, 13:30

Eine neue invasive Art droht sich in der Schweiz breitzumachen: Im Kanton Jura wurde Ende April eine fortpflanzungsfähige Königin der Asiatischen Hornisse gefangen. Die eingeschleppte Art frisst viele nützliche Insekten wie Honigbienen und andere Bestäuber.

Seit sie 2004 zum ersten Mal in Europa im Südwesten Frankreichs auftauchte, breitet sich die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) immer weiter aus. Im vergangenen Herbst wurden Exemplare nur 20 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt entdeckt. Dieses Jahr ist sie nun auch in der Schweiz angekommen: In der Gemeinde Fregiécourt im Kanton Jura wurde eine fortpflanzungsfähige Königin gefangen, wie der Verband der Schweizerischen Bienenzüchtervereine Apisuisse am Mittwoch mitteilte.

Für Bevölkerung nicht gefährlicher

Solche «Gründungsköniginnen» bauen zunächst ein Primärnest an einem geschützten, luftigen Ort in geringer Höhe, beispielsweise an Schuppen, Scheunen oder in hohlen Bäumen. Ist die Kolonie gewachsen, zieht das Hornissenvolk in grössere Höhe, meist in Baumwipfel.

Für die Bevölkerung sei die Asiatische Hornisse nicht gefährlicher als ihre europäische Verwandte, schrieb Apisuisse. Gefahr bestehe nur für Allergiker.

Gefahr für Honigbienen

Das Problem mit der gebietsfremden Art sei aber, dass sie andere Insekten wie Honigbienen und sonstige Bestäuber jagt und frisst. Siedeln sich die Hornissen in der Nähe von Imkereien an, können sie entsprechend grosse Schäden anrichten. So war es denn auch ein Imker, der dank einer Informationskampagne des Bienengesundheitsdiensts auf die Hornissenkönigin aufmerksam wurde und sie einfing.

Zudem hat eine Arbeitsgruppe für die Asiatische Hornisse aus Vertretern der Kantone, des Bundesamts für Umwelt, des Bienengesundheitsdienstes und Spezialisten für invasive Arten Handlungsempfehlungen erarbeitet: Die Zerstörung der Nester sei die beste Gegenmassnahme, dürfe aber ausschliesslich von Fachleuten durchgeführt werden, hiess es in der Mitteilung von Apisuisse. Die Verantwortung für die Bekämpfung liege bei den kantonalen Umweltämtern. (whr/sda)

Invasive Tierarten

Der nordamerikanische Waschbär (Procyon lotor) wurde 1934 in Deutschland ausgesetzt. 1976 erreichte der Kleinbär die Schweiz. Wikipedia
Der aus Ostasien stammende Marderhund (Nyctereutes procyonoides) wurde in der Sowjetunion extensiv als Pelztier ausgesetzt. Das scheue Tier wird leicht mit dem Wachbären verwechselt. Wikipedia
Als einzige gebietsfremde Hirschart hat sich der Sikahirsch (Cervus Nippon) in der Schweiz etablieren können. Es handelt sich um eine eher kleine Hirschart. Wikipedia
Im Wallis hat sich in den letzten ca. 20 Jahren eine kleine Population von Mufflons (Ovis orientalis) gebildet, die langsam wächst. Das Mufflon ist ein Wildschaf. KEYSTONE / SIGI TISCHLER
Das Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) war bis zur letzten Eiszeit in ganz Mittel- und Südeuropa weit verbreitet, überlebte danach aber nur auf der Iberischen Halbinsel. In die Schweiz wurde es im 19. Jahrhundert lokal eingeschleppt. Wikipedia
Das ursprünglich in weiten Teilen Nordasiens heimische Streifenhörnchen (Tamias sibiricus) ist die einzige eingeschleppte Hörnchenart. Es wurde von Tierliebhabern in Genfer Parks ausgesetzt. Wikipedia
Das Amerikanische Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) breitet sich von Norditalien her schnell aus. Es ist bisher noch nicht in die Schweiz vorgedrungen, gibt aber dennoch Grund zur Sorge: In einigen Gebieten Europas hat es das Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) fast vollständig verdrängt. Wikipedia
Die Wanderratte (Rattus norvegicus) hat sich hervorragend an die menschliche Umwelt angepasst. Als Weggefährte des Menschen hat sich die Art auf der ganzen Welt ausgebreitet. Wikipedia
Der nordamerikanische Bisam (Ondatra zibethicus) breitete sich in den letzten 100 Jahren über weite Teile Europas aus. Das Nagetier verursacht grosse Schäden an Wasserwegen und dezimiert heimische Muschelarten. Wikipedia
Ein weiterer Grossnager, die Biberratte (Myocastor coypus), wurde in der Schweiz ebenfalls mehrmals gesichtet, hauptsächlich in der Nordwestschweiz. Wikipedia
Die Rostgans (Tadorna ferruginea) ist in Zentralasien und in Nordafrika heimisch. Die einzige überlebensfähige und wachsende Population dieser Art in Europa hat sich in der Schweiz gebildet. Wikipedia
Die Graugans (Anser anser) – eine wild lebende Form der Hausgans – ist zwar ursprünglich nicht in der Schweiz heimisch, aber an mehreren Orten haben sich wachsende Brutpopulationen niedergelassen. Wikipedia
Der Kormoran (Phalacrocorax carbo) ist während der Wintermonate ein regelmässiger Gast in der Schweiz. Mittlerweile haben sich entlang der Aare in der Nähe von Bern die ersten Brutpaare niedergelassen. Wikipedia
Der Rapfen (Aspius aspius) ist erst vor kurzem in die Schweiz eingewandert. Er wurde erstmals 1994 im Rhein bei Basel gesichtet. Wikipedia
Die Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss) zählt vermutlich zu den am weitesten verbreiteten Süsswasserfischen schlechthin. Sie wird in der Sportfischerei hoch geschätzt und ist wirtschaftlich gesehen von grossem Nutzen. Wikipedia
Der aus Nordamerika stammende Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus), ein Flusskrebs, wurde in der Schweiz erstmals 2001 gemeldet. Er ist unempfindlich gegen die Krebspest, selbst aber Überträger der Krankheit, und gefährdet so die einheimischen Arten.
Der Asiatische Laubholzbockkäfer (Anoplophora glabripennis) ist ein gefährlicher Schadorganismus. Er befällt verschiedenste Laubholzarten und kann die befallenen Bäume innert weniger Jahre zum Absterben bringen. BAFU
Die Edelkastaniengallwespe (Dryocosmus kuriphilus) stammt aus China und wurde 2009 erstmals im Tessin gefunden. Sie befällt ausschliesslich Edelkastanien. BAFU
Die aus den Tropen eingewanderte Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus oder Stegomyia albopicta) ist potenzielle Trägerin gefährlicher Krankheiten. Im Tessin wird ihre Ausbreitung seit Jahren konsequent und erfolgreich bekämpft. ARBEITSGRUPPE MUEKEN TI / STR
Die aus Asien stammende Körbchenmuschel (Corbicula) kann durch ihr massenhaftes Auftreten einheimische Muscheln verdrängen und – bgeispielsweise durch Verstopfung von Rohren – Infrastrukturschäden verursachen. Wikipedia

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