Übler Scherz in WhatsApp-Gruppen führt zu massenhaften Konten-Sperrungen
Im Internet häufen sich Beschwerden von Nutzern, deren WhatsApp-Konten ohne deren Zutun geschlossen wurden. Sie alle waren offenbar Mitglied in Gruppen, die WhatsApp nach einer Namensänderung als illegal einstuft. Die Betroffenen sind machtlos.
Mehrere WhatsApp-Nutzer sind offenbar Opfer eines üblen Scherzes geworden und haben deshalb ihren Zugang zu dem Messenger komplett verloren. Das berichtet der auf WhatsApp-Themen spezialisierte Blog WABetaInfo und beruft sich auf mehrere Berichte in Online-Foren und den sozialen Medien.
Demnach werden derzeit offenbar massenhaft Nutzer ausgesperrt, weil sie Mitglied in einer Gruppe mit einem «verdächtigen» Namen waren. Die betroffenen Nutzer berichten übereinstimmend, dass ihr WhatsApp-Konto gesperrt wurde, nachdem kurz zuvor der Gruppenname geändert worden war. Der neue Name enthielt Begriffe, die einen illegalen Zweck der Gruppe suggerierten. WhatsApp wertet dies als schweren Verstoss gegen die Nutzungsbedingungen und sperrt die Konten der Mitglieder.
In allen Fällen handelte es sich um grössere Chatgruppen mit mehr als 100 Mitgliedern, die nach der Namensänderung alle ausnahmslos ihr WhatsApp-Konto verloren. Dies geschieht offenbar ganz automatisch und lässt sich nicht rückgängig machen. Auch eine Widerspruchsmöglichkeit gibt es nicht. Der einzige Ausweg für die Betroffenen wäre eine neue Telefonnummer.
Laut WABetaInfo deutet alles darauf hin, dass WhatsApp einen Algorithmus nutzt, der WhatsApp-Gruppennamen nach bestimmten Begriffen durchsucht. Aus der Sicht der Facebook-Tochter handelt es sich um eine notwendige Massnahme zur Verbrechensbekämpfung. So soll verhindert werden, dass der Dienst zum Austauschen von illegalen Inhalten wie zum Beispiel Kinderpornografie missbraucht wird.
Da die über den Messenger verschickten Nachrichten verschlüsselt sind, hat WhatsApp zwar keinen Einblick in die Gruppen-Chats. Stattdessen verlässt sich das Unternehmen auf die öffentlichen Gruppennamen, die einen Hinweis darauf geben können, ob innerhalb der Gruppe Verbrechen geplant und begangen werden sollen. Die entsprechenden Gruppen werden geschlossen und die Mitglieder vom Dienst ausgesperrt.
Diesen Mechanismus machen sich nun offenbar einige Mitglieder zunutze, um ihren Freunden einen fiesen Streich zu spielen oder um eine Gruppe in die Zwangsschliessung zu drängen. Um zu verhindern, dass die eigene Gruppe einer solchen Masche zum Opfer fällt, sollten die Einstellungen so gewählt werden, dass nur der Administrator den Gruppennamen ändern kann.
(str/t-online.de)
WhatsApp – das musst du wissen
Vom Sozialhilfeempfänger zum Multimilliardär: Jan Koum, der WhatsApp-Erfinder, hat eine unglaubliche Geschichte erlebt... AP dpa / MARC MÃLLER
2009 gründete er WhatsApp im kalifornischen Santa Clara zusammen mit dem US-Amerikaner Brian Acton – ein Software-Entwickler. Der Firmenname ist ein Wortspiel (What's up und App).
Koum und Acton hatten sich bei der Arbeit für den Internet-Konzern Yahoo kennengelernt. Ihr ergeiziges Ziel: «Wir wollen auf jedem einzelnen Smartphone sein und wir wollen das wichtigste Kommunikationssystem in der Welt werden.» Getty Images North America / Justin Sullivan
Dabei hatte sich Koum zum Ziel gesetzt, die persönliche Kommunikation mit WhatsApp schnell, sicher und günstig zu machen. Zunächst wurden allerdings nur Nachrichten der Android-Version verschlüsselt. X01398 / ALBERT GEA
1992 war Koum mit seiner Mutter aus der Ukraine ins kalifornische Mountain View ausgewandert. «Ich weiss wie es ist, wenn Wände Ohren haben», sagte der ehemalige Hacker in einem Interview und bezog sich damit auf die staatliche Bespitzelung in seinem Heimatland. X01398 / ALBERT GEA
Allerdings stand WhatsApp seit Jahren wegen Sicherheitslücken und mangelndem Datenschutz in der Kritik. Als die Firma von Facebook gekauft wurde, empfahlen viele Datenschützer, man solle auf andere Smartphone-Messenger umsteigen. X02714 / DADO RUVIC
Am 19. Februar 2014 wurde WhatsApp von Facebook gekauft. Für 19 Milliarden Dollar. AP / PATRICK SISON
WhatsApp ist ein plattformübergreifender Instant-Messaging-Dienst. Das eigentliche Programm gibt es für alle populären Smartphone-Systeme, sprich iOS (Apple) und Android (Google), aber auch für Windows (Microsoft).
Jan Koum sass bis April 2018 im Verwaltungsrat von Facebook. Abgesehen von unerwünschten Spam-Nachrichten ist WhatsApp immer noch werbefrei. Getty Images Europe / David Ramos
Im April 2016 führte WhatsApp eine sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle Betriebssysteme ein. Das bedeutet, dass grundsätzlich die Inhalte in der App nur für beteiligte Nutzer sichtbar sind. EPA/EPA / ANDREW GOMBERT
Am 21. Januar 2015 wurde die browsergestützte Version «WhatsApp Web» offiziell vorgestellt. Für die Nutzung muss das Smartphone in Reichweite sein. shutterstock
Im Februar 2017 hat WhatsApp die «Verifizierung in zwei Schritten» lanciert. Das neue Sicherheits-Feature ermöglicht es den Nutzern, das eigene Profil besser zu schützen. Allerdings ist die technische Umsetzung ungenügend. X02714 / DADO RUVIC
Wie eine App die ganze Branche umkrempelte
Video: SRF / SDA SRF
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