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Das niedergebrannte Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos von oben. Mehrere Brände haben das Lager fast vollständig zerstört Bild: sda

Polizei räumt abgebranntes Flüchtlingscamp Moria

Publiziert: 17.09.20, 09:26 Aktualisiert: 17.09.20, 09:26

Die griechische Polizei hat am Donnerstagmorgen damit begonnen, die verbliebenen Migranten aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria zu holen. Sie sollen in ein neues, provisorisches Zeltlager ziehen, das die Behörden errichtet haben. «Bisher läuft alles friedlich ab», sagte der Mainzer Arzt Gerhard Trabert, der mit einer Hilfsorganisation vor Ort ist, der Deutschen Presse-Agentur. Trabert schätzt, dass sich noch mehrere Tausend Menschen in und um das zerstörte Lager herum aufhalten.

«Wir müssen die Menschen in das neue Lager holen; wenn sie auf der Strasse ausharren, ist das eine Bombe in Sachen Hygiene», sagte der Chef der griechischen Gesundheitsbehörde (EODY), Panagiotis Arkoumaneas, am Donnerstagmorgen dem griechischen Radiosender Skai. Im Einsatz seien rund 170 Beamte.

In das neue Zeltlager Kara Tepe sind bisher rund 2000 Menschen eingezogen, nachdem beim Brand von Moria vergangene Woche 12'000 Migranten obdachlos geworden waren. Viele haben Angst, das neue Lager zu beziehen; sie befürchten, dort eingesperrt zu werden, und fordern stattdessen, von der Insel aufs Festland gebracht zu werden. (cki/sda)

Brand im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos

Flüchtende bringen sich vor den Flammen im Flüchtlingscamp Moria in Schutz. keystone / Panagiotis Balaskas
Der Grossbrand brach am 9. September aus. keystone / STRATIS BALASKAS
Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis geht davon aus, dass Migranten den Brand gelegt haben. sda / Francisco Seco
Im Lager Moria wurde anfangs September der erste Corona-Fall festgestellt, Stand Dienstag gab es 35 bekannte Infizierte. keystone / STRATIS BALASKAS
Der griechischen Feuerwehr zufolge sind weite Teile des Camps durch das Feuer zerstört worden. keystone / Panagiotis Balaskas
Moria war das grösste Flüchtlingslager Griechenlands und Europas. Es ist seit Jahren heillos überfüllt. keystone / Petros Giannakouris
Rund 12'600 Personen müssen nun eine neue Bleibe suchen. keystone / Panagiotis Balaskas
Bereits zuvor war die Lage auf Lesbos prekär: Die Kapazität des Lagers betrug gerade Mal 2'800 Plätze, es lebten aber 12'600 Menschen dort. keystone / Petros Giannakouris
Wie es nach den Bränden weitergeht, bleibt unklar. keystone / STRATIS BALASKAS

Sommaruga auf der griechischen Flüchtlingsinsel Lesbos

Video: SRF / Roberto Krone

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