Blick aufs Hardturm-Areal: Hier soll bald wieder ein Stadion stehen.
Bild: KEYSTONE
Zürich sagt Ja zum Stadion – und so reagieren die FCZ-Fans
Die Fans der Grasshoppers hatten gestern gleich doppelt Grund zum Jubeln. Ihre Mannschaft konnte sich mit dem Sieg gegen St.Gallen etwas Luft im Tabellenkeller verschaffen. Doch der 25. November 2018 wird vor allem als der Tag in Erinnerung bleiben, an dem das Zürcher Stimmvolk Ja zum neuen Fussballstadion gesagt hat.
Die Anhänger des Rekordmeisters feierten dies mit zahlreichen Fackeln und einer Zaunfahne mit der Aufschrift «Ändlich zrugg id Heimat – Hardturm».
Der GC-Anhang feiert den Stadionentscheid.
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Sollte das neue Stadion dereinst wirklich gebaut werden – wahrscheinlich müssen noch einige juristische Hürden überwunden werden – ginge für GC eine über zehnjährige Zeit im «Exil» zu Ende. Auf Choreos und auf das Abzünden von pyrotechnischem Material verzichteten die GC-Fans bei den «Heimspielen» im Letzigrund.
Gestern war seit der verlorenen Abstimmung im Jahr 2013 das erste Mal, dass wieder Fackeln zu sehen waren.
Die Spiele im Letzigrund wurden vom harten Kern der Anhängerschaft nie als «Heimspiele» angesehen. Die Heimat der Grasshoppers ist traditionellerweise auf der anderen Seite der Geleise – auf dem Hardturm-Areal. Dementsprechend gross war auch das Engagement der Fans für die gestrige Abstimmung.
So reagiert die Südkurve
Im Lager der FCZ-Fans waren hingegen lange nicht alle für das neue Stadion. Für sie würde ein Umzug bedeuten, dass sie den Letzigrund verlassen müssten. Die traditionelle Heimat des FCZ.
Nach dem gestrigen Ja stand deshalb sofort die Frage, wie die FCZ-Fans reagieren würden. Ist für sie der Gang aufs Hardturm-Areal ein Gang ins «Exil» oder wird das neue Stadion als neue Heimat akzeptiert?
Am Abend folgte eine erste Antwort. Die Südkurve veröffentlichte auf ihrer Website ein Foto vom Hardturm-Areal. Zu sehen ist ein grosses FCZ-Logo und Dutzende Anhänger. Dazu schreiben die Fans: «Ganz Züri isch ois!»
Reaktion auf den Stadion-Entscheid: FCZ-Logo und FCZ-Fans auf dem Hardturm-Areal.
bild: suedkurve.ch
Die Botschaft ist eigentlich nur so zu verstehen, dass die FCZ-Fans auch das Hardturm-Areal als ihre Heimat verstehen. Gleichzeitig ist die Aktion aber auch eine Provokation in Richtung der Anhänger der Grasshoppers. Diese reagieren auf einem ihrer Instagram-Kanäle mit dem Kommentar: «Willkomme im Exil @fcz_offiziell.»
Die nächsten Sticheleien werden wohl nicht lange auf sich warten lassen. Kommenden Sonntag steigt im Letzigrund das Stadtzürcher Derby. (red)
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Das Hardturmstadion im Jahr 1925.
(Fotograf: Mittelholzer, Walter)
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In der Nacht auf den Freitag, 14. Juni 1968, ist das Hauptgebäude mit der Tribüne vom Stadion Hardturm durch einen Brand vollständig zerstört worden. KEYSTONE / STR
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Der langjährige GC-Präsident Karl Oberholzer, vorne links, wird beim Spatenstich für das neue Hardturm-Stadion am 17. September 1984 von den anderen GC-Vorstandsmitgliedern, Trainer Miroslav Blazevic, 4. v. r., und Captain Roger Wehrli amüsiert beobachtet. (KEYSTONE/Str) KEYSTONE
Ein Gärtner kontrolliert den Rasen vom Stadion Hardturm, aufgenommen am 5. August 1986. Rechtzeitig auf das 100-jährige Bestehen des Zürcher Grasshopper Clubs konnte die neue Tribüne im Hardturm fertiggestellt werden. Das Stadion umfasst nun insgesamt 37'000 Plätze. (KEYSTONE/Str) KEYSTONE / STR
Eine Woche vor dem letzten Gruppenspiel der Grasshoppers in der UEFA Champions League gegen Ajax Amsterdam wird am 28. November 1996 der Schnee von der zugedeckten Rasenfläche weggeräumt. (KEYSTONE/Str) KEYSTONE / STR
Eine Luftaufnahme vom Hardturm Stadion in Zürich, aufgenommen am Dienstag, 5. Oktober 2004. (KEYSTONE/Steffen Schmidt) === LUFTAUFNAHME === KEYSTONE / STEFFEN SCHMIDT
Ein Arbeiter entfernt am Donnerstag, 26. Mai 2005, im Hardturm Stadion zerstörte Bretter von der Gästetribüne. Im letzten Meisterschaftsspiel zwischen den Grasshoppers und dem FC Basel kam es im Block der Basler Fans zu massiven Sachbeschädigungen. (KEYSTONE/Steffen Schmidt) KEYSTONE / STEFFEN SCHMIDT
Fans des Grasshopper Club Zürich fordern an einer Demonstration in der Zürcher Innenstadt am Samstag, 5. März 2011, ein neues Fussballstadion Hardturm. (KEYSTONE/Walter Bieri) KEYSTONE / WALTER BIERI
Die Bauarbeiten zum Abbruch des Hardturm-Stadions beginnen am Donnerstag, 4. Dezember 2008. Das Stadion Hardturm war seit September 2007 leer gestanden. Gegen die entsprechende Bewilligung der Stadt Zürich ist kein Rekurs eingegangen. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella) KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA BELLA
Die Bauarbeiten zum Abbruch des Hardturm-Stadions beginnen am Donnerstag, 4. Dezember 2008. Das Stadion Hardturm war seit September 2007 leer gestanden. Gegen die entsprechende Bewilligung der Stadt Zürich ist kein Rekurs eingegangen. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella) KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA BELLA
Sechs Fotos zeigen den Abbruch des Tribünendaches vom Hardturm-Stadion am Donnerstag, 4. Dezember 2008 in Zürich. (KEYSTONE/Alessandro Della Bella) KEYSTONE / ALESSANDRO DELLA BELLA
Zwei Frauen mit dem Hardturm-Rasen nach dem letzten Fussballspiel auf dem Hardturm zwischen den Grasshoppers und Neuchâtel Xamax in Zürich am Samstag, 1. September 2007. (KEYSTONE/Walter Bieri) KEYSTONE / WALTER BIERI
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