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Leipziger Champions-League-Party im Berliner Olympiastadion. bild: twitter/@DieRotenBullen

In acht Jahren von null in die Königsklasse – nur die UEFA kann RB Leipzig noch stoppen

Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig hat sich acht Jahre nach der Vereinsgründung für die Champions League qualifiziert. Ein Meilenstein.

Publiziert: 08.05.17, 12:18 Aktualisiert: 08.05.17, 12:37
 thomas Wolfer / Aargauer Zeitung

Bei Ralph Hasenhüttl kullerten die Freudentränen, bei seinen Spielern floss erst der Champagner, dann wurde bis zum Morgen gefeiert. Der erstmalige Einzug in die Champions League hat Aufsteiger RB Leipzig in Ekstase versetzt – nach einer einmaligen Partynacht gab Hasenhüttl drei Tage frei.

«Diese Mannschaft hat so viel geleistet, dass es einfach dazugehört, dass man solche Erfolge auch feiert und es geniesst», sagte der Trainer nach dem 4:1 bei Hertha BSC: «Dafür arbeitet man das ganze Jahr. Wenn dann dieser Druck wegfällt, dann ist es wie eine Explosion. Man ist einfach sehr stolz.»

7. Mai 2017<">

Sportdirektor Ralf Rangnick sprach von einem «historischen Erfolg», Hasenhüttl sogar von einem «Wunder». 2013 spielte der finanzkräftige Emporkömmling noch in der Regionalliga, nun sind sie in der Königsklasse angekommen. «Der eine oder andere Spieler hat in der vierten Liga noch gegen Meuselwitz gespielt, jetzt geht es schon bald nach Madrid – oder so», sagte Verteidiger Marvin Compper: «Hut ab.»

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10'000 Fans feiern in Berlin

Vor dem Auswärtsblock im Berliner Olympiastadion tanzten die Leipziger Profis, mehr als 10'000 mitgereiste Fans jubelten mit. Anschliessend wurde erst in der Kabine, dann im Bus und anschliessend in einem Leipziger Nachtclub «die Nacht zum Tag gemacht», wie Rangnick sagte: «Jetzt geht es darum, alles sacken zu lassen, zu geniessen und zu feiern.» Deswegen bleibt das sündhaft teure RB-Trainingszentrum in Leipzig in den nächsten Tagen verwaist.

Hasenhüttl strich sowohl das Auslaufen gestern Sonntag als auch die Einheiten am Dienstag, nur acht Jahre nach der Vereinsgründung ist ein wichtiges Zwischenziel endlich erreicht. «Mittwochnachmittag ist ein guter Termin, um wieder anzufangen», sagte der Österreicher. Erst dann wird die Vorbereitung auf das letzte Heimspiel gegen Meister Bayern München am Samstag beginnen

Die Leipzig-Spieler feiern den Champions-League-Einzug vor ihren Fans. bild: twitter/@dierotenbullen

Leipzig will den zweiten Tabellenplatz verteidigen und sicherte sich auf dem Weg dorthin den nächsten Rekord. Als erste Mannschaft nach Bayern München (1965/66) feierten sie als Aufsteiger 20 Saisonsiege und können sogar noch den Aufsteiger-Punkterekord des 1. FC Kaiserslautern (68) knacken. Dazu fehlen in den beiden verbleibenden Spielen lediglich zwei Punkte.

Die Leipzig-Macher: Trainer Ralph Hasenhüttl und Sportdirektor Ralf Rangnick. bild: twitter/@DieRotenBullen

Die Weichen für die Zukunft werden bereits gestellt. «Jetzt können wir endgültig planen, das ist natürlich ein super Gefühl», sagte Rangnick, der an der bisherigen Transferpolitik festhalten will. «Wir werden keine bekannten, teuren Stars einkaufen, sondern wir werden unserer Linie treu bleiben und junge, hochbegabte Spieler holen», sagte der Sportchef weiter

Probleme mit dem CL-Startrecht?

Auf diese Weise überrollte der Klub die Bundesliga und begeisterte mit attraktivem Offensiv-Fussball. Obwohl RB als vermeintlichem Plastikklub eines österreichischen Milliardärs weiter Hass entgegen schlägt, will sich in Leipzig niemand vom eingeschlagenen Weg abbringen lassen. «Es ist ein Privileg, sich jetzt mit den Besten Europas messen zu dürfen. Das haben wir uns hart erarbeitet», sagte Captain Diego Demme.

Die Anti-Leipzig-Choreo der Berliner Fans. Video: YouTube/Michael Knight

Mehrfach gab es zuletzt Diskussionen über vermeintliche Probleme beim Champions-League-Startrecht, da Red Bull als Geldgeber auch in Salzburg aktiv ist. Laut UEFA-Regularien ist das so nicht gestattet, Rangnick bleibt trotzdem gelassen. «Bei uns im Verein wird seit Monaten mit Hochdruck daran gearbeitet, alle Bedingungen zu erfüllen», sagte er: «Ich mache mir da überhaupt keine Sorgen.»

Bayern und? Diese Klubs wurden schon deutscher Meister

Bayern München ist deutscher Rekordmeister: 2020 ging die Meisterschale bereits zum 30. Mal an den Liga-Krösus, zum achten Mal in Serie holten die Bayern den Titel. EPA/EPA / LUKAS BARTH-TUTTAS
Erster «Verfolger» ist der 1. FC Nürnberg mit 9 Meistertiteln. Seit 1968 wartet der «Club» allerdings auf Nummer 10.
Borussia Dortmund hat 8 Mal den Titel geholt, zuletzt 2012. AP dapd / OLIVER LANG
Schalke 04 wurde 7 Mal deutscher Meister, zuletzt 1958.
Der Hamburger SV hat 6 Meistertitel auf seinem Konto. Letztmals holten die «Rothosen» 1983 die Schale.
Der VfB Stuttgart ist 5-facher deutscher Meister. Die Schale holten die Schwaben letztmals 2007. AP / THOMAS KIENZLE
Borussia Mönchengladbach hat 5 Meisterschalen gewonnen. 1977 zum bislang letzten Mal.
Der 1. FC Kaiserslautern ist 4-facher deutscher Meister. 1998 durfte auf dem Betzenberg zum letzten Mal gefeiert werden. MICHAEL PROBST
Ebenfalls 4 Meisterschaften holte der SV Werder Bremen. 2004 schlug man der Konkurrenz letzmals ein Schnippchen. AP / JOERG SARBACH
Klubs mit 3 Titeln: 1. FC Köln (1962, 1964, 1978), VfB Leipzig (1903, 1906, 1913) und SpVgg Fürth (1914, 1926, 1929).
Klubs mit 2 Titeln: Hannover 96 (1938, 1954), Hertha BSC (1930, 1931), Berliner TuFC Viktoria (1908, 1911), Dresdner SC (1943, 1944).
Klubs mit 1 Titel: VfL Wolfsburg (2009), Eintracht Braunschweig (1967), TSV 1860 München (1966), Eintracht Frankfurt (1959), Rot-Weiss Essen (1955), VfR Mannheim (1949), Rapid Wien (1941), Fortuna Düsseldorf (1933), Holstein Kiel (1912), Karlsruher FV (1910), FC Phönix Karlsruhe (1909), Freiburger FC (1907), Berliner TuFC Union (1905). EPA / MARCUS BRANDT

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