Die erste Hochrechnung.
CSU 👎 ++ SPD 👎👎 ++ Grüne 👍👍 ++ AfD 👍👍
Bei der Landtagswahl im deutschen Bundesland Bayern haben die regierenden Christsozialen und die SPD laut ersten Prognosen schwere Verluste erlitten.
Aufgrund des komplexen Wahlsystems in Bayern können sich die Resultate im Laufe des Abends noch verändern.
Nach Berechnungen der Fernsehsender ARD und ZDF verlor die CSU von Ministerpräsident Markus Söder mehr als zehn Prozentpunkte und landete bei 35,5 Prozent. Sie hatte bisher mit absoluter Mehrheit regiert und bräuchte jetzt zum Weiterregieren einen oder mehrere Koalitionspartner.
Zweitstärkste Kraft wurden die Grünen mit 18,5 bis 19 Prozent (2013: 8,6 Prozent). Die in Berlin mit der CSU und der CDU von Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer grossen Koalition regierenden Sozialdemokraten verloren ebenfalls massiv Stimmen und fielen von 20,6 auf 9,5 bis 10 Prozent.
Die rechtspopulistische AfD, die zum ersten Mal bei einer Landtagswahl in Bayern antrat, kam auf 11 Prozent. Die konservativen Freien Wähler erreichten 11,5 Prozent.
Die FDP, die vor fünf Jahren klar an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert war, müssen mit 5 Prozent um den Wiedereinzug ins Landesparlament bangen. Die Linke hatte mit 3,5 kaum Chancen auf einen erstmaligen Einzug in die bayerische Volksvertretung.
Die absolute Mehrheit der CSU ist futsch. Markus Söder wird wohl trotzdem weiter regieren dürfen. Erster Ansprechpartner dürften die Freien Wähler sein. Sollte die FDP in den Landtag einziehen, werden CSU und FW die FDP für eine Koalition brauchen.
CSU und Grüne, CSU und Freie Wähler sowie CSU, FW und FDP sind denkbar.
Deutlicher Wahlsieger sind die Grünen. Auch sie stünden für eine Koalition mit der CSU bereit.
In den grossen Städten mit mehr als 100'000 Einwohnern sind die Grünen neu die stärkste Partei.
Für die SPD dürfte der Wahlausgang die grösste Zäsur bedeuten. Nicht nur in Bayern. Das Resultat dürfte unmittelbare Auswirkungen auf die Groko im Bund haben. Die Stimmen innerhalb der SPD, die schnellstmöglich aus der Grossen Koalition möchten, dürften nun noch mehr Gehör finden.
Bleibt die Frage: Was wird aus Seehofer?
(oli/sda)