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Beat Feuz fuhr bei seinem Comeback-Rennen in Kitzbühel auf den zweiten Platz. 
Bild: EPA

Beat Feuz: «Ich kenne mich mit Verletzungen besser aus als mit einer normalen Vorbereitung»

Publiziert: 31.01.16, 10:43 Aktualisiert: 31.01.16, 16:35

Beat Feuz setzt seine märchenhafte Rückkehr fort. In Kitzbühel fuhr er auf Platz 2, in der Weltcup-Abfahrt in Garmisch belegt der Emmentaler Platz 3. Bezwungen wird der «Kugelblitz» aus Schangnau nur von den überraschenden Alexander Aamodt Kilde aus Norwegen und Bostjan Kline aus Slowenien.

Im Sommer werden Sieger gemacht, heisst es in alpinen Kreisen. Der Spruch mag seine Berechtigung haben, doch für Beat Feuz gelten offenbar andere Gesetze. Erst vor vier Monaten wurde der 28-Jährige an der rechten Achillessehne operiert. Vorher musste er schon elfmal wegen seines rechten Knies unters Messer, nun scheint sein Comeback erneut geglückt. 

Wie schafft man das? «Ein Athlet, der sich zum ersten Mal verletzt, hat sicher mehr Mühe, zurückzukommen», sagt Feuz im Interview mit der «Schweiz am Sonntag». «Ich kenne mich mit Verletzungen besser aus als mit einer normalen Saisonvorbereitung.»

Beat Feuz bei der Siegerehrung in Kitzbühel.
Bild: APA

«Irgendetwas zwickt immer»

Die Konkurrenten schwanken zwischen Anerkennung und Erstaunen, die Trainer verneigen sich, die Medien überbieten sich mit Superlativen. «Phänomen» und «Genie» haben nicht erst seit vergangenem Samstag Hochkonjunktur. Er selbst scheint für seine starke Leistung keine Erklärung zu haben: «Ich bin wirklich gut Ski gefahren. Eigentlich fehlte mir das Training für so eine Leistung», so Feuz zum Sonntagsblatt.

Er sei ein «Gefühlsskifahrer», was ihm manchmal zum Verhängnis werde. «Doch gerade nach Verletzungen ist dies hilfreich, weil man nicht auf Dinge fixiert ist, sondern alles einfach auf sich zukommen lässt.» Als sich 2012 sein Knie nach einer Operation entzündet hatte, schien die Karriere des Emmentalers gefährdet. «Aber ich hatte immer das Gefühl, dass es noch nicht vorbei ist für mich.»

Er spüre aber schon, dass er seinen Körper mit dem Spitzensport stark beanspruche: «Entweder zwickt das Knie oder die Achillessehne. Irgendetwas zwickt bei mir immer», so Feuz zur Zeitung.

Das nächste Ski-Weltcup-Rennen findet für Feuz am 6. Februar im südkoreanischen Jeongseon statt. (lhr)

Alles Käse oder was? Die Swiss-Ski-Anzüge im Wandel der Zeit

Die Anzüge von Swiss-Ski zu Beginn der 1980er-Jahre: Toni Bürgler 1984 am Lauberhorn. KEYSTONE / ZIMMERMANN
Maria Walliser auf dem Weg zu ihrer Silbermedaille in der Abfahrt an den Olympischen Winterspielen in Sarajewo 1984 – in nigelnagelneuem Anzug. KEYSTONE / STR
In der Blütezeit des Schweizer Skisports fuhren die Swiss-Ski-Athleten in Rot-Gelb: Hier Peter Lüscher 1985 in Wengen. KEYSTONE / KARL MATHIS
Für die Heim-WM in Crans-Montana 1987 wurden die Anzüge leicht angepasst. Mit Erfolg: Es regnete Medaillen. KEYSTONE / STR
Für die Olympischen Spiele 1988 in Calgary gab's wieder ein neues Renndress, mit dem Pirmin Zurbriggen zum olympischen Abfahrtssieg raste. EPA DPA / STR
Für den Weltcup 1989 wählte man wieder eine etwas andere Variante: Zoe Haas in Grindelwald. KEYSTONE / STR
Und es wird weiter experimentiert: Paul Accola an der WM 1991 in Saalbach-Hinterglemm. KEYSTONE / BRANDSTAETTER
Konstanz? Fehlanzeige? Franz Heinzer gewinnt 1992 mit neuem Anzug am Lauberhorn. KEYSTONE / STR
Für Olympia gibt's wieder ein neues Dress, zumindest für die Techniker: Vreni Schneider geht dennoch leer aus.
Dann bringt Swiss-Ski endlich Kontinuität in die Anzugfrage: Von 1992 bis 1998 fahren die Schweizer im legendären Käse-Dress. KEYSTONE / ARCHIVE
Olympia bleibt eine Ausnahme: Vreni Schneider holt 1994 in Lillehammer im Feueranzug Slalom-Gold. EPA DPA / FRANK LEONHARDT
1998 in Nagano fahren die Schweizer auch bei Olympia im Käse-Dress und Didier Cuche holt Silber. AP / RUDI BLAHA
Dann wechselt der Hauptsponsor: Die Swissair schickt die Schweizer Ski-Cracks von 1998 bis 2002 in schwarzem Anzug mit Landesflaggen aller Herren Länder auf die Piste. Getty Images North America / Mike Powell
Für die Fahrer des B-Kaders gibt's den Anzug auch in Blau. Getty Images North America / Mike Powell
Bei den Olympischen Spielen von Salt Lake City 2002 fährt Michael von Grünigen mit einer leicht modifizierten Version leider am Riesenslalom-Podest vorbei. Getty Images North America / Jed Jacobsohn
Von 2002 bis 2007 sind Didier Cuche und das Swiss-Ski-Team im dezent-blauen Zahlendress von Hauptsponsor Swisscom unterwegs. Getty Images Europe / Alex Livesey
Ausser natürlich bei Olympia 2006 in Turin. Dort fahren die Schweizer in Grau-Rot zu drei Medaillen – hier Bruno Kernen zu Abfahrtsbronze. Getty Images Europe / Agence Zoom
Im Weltcup werden ab der Saison 2007/08 die Zahlen beim blauen Swisscom-Anzug etwas hervorgehoben. AP / ALESSANDRO TROVATI
Bald wechselt das Outfit wieder – weil die Swisscom ein neues Logo hat. Seit 2008 fahren die Schweizer im Weltcup in weiss-rot-blauen Anzügen. Mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg ... AP / MARCO TROVATI
Olympia bleibt die Ausnahme: Carlo Janka rast 2010 in Vancouver in einem weiss-roten Patriotentraum zu Olympia-Gold im Riesenslalom. AP NY / LUCA BRUNO
Bei den Winterspielen in Sotschi 2014 bleibt Rot die dominierende Farbe. Lara Gut freut's. AP / CHRISTOPHE ENA
Auch 2018 bei Olympia in Pyeongchang treten die Schweizer Ski-Cracks in den Nationalfarben an. KEYSTONE / ALEXANDRA WEY
Jubel bei Wendy Holdener! Auch 2020 sind die Swisscom-Anzüge noch immer der Renner. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER

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Ski alpin: Schweizerinnen und Schweizer mit mehr als 10 Weltcupsiegen

MÄNNER: Pirmin Zurbriggen: 40 Weltcupsiege (10-mal Abfahrt, 10-mal Super-G, 7-mal Riesenslalom, 2-mal Slalom, 11-mal Kombination). EPA DPA / STR
Peter Müller: 24 Weltcupsiege (19-mal Abfahrt, 2-mal Super-G, 3-mal Kombination). KEYSTONE / STR
Michael von Grünigen: 23 Weltcupsiege (23-mal Riesenslalom). KEYSTONE / LUKAS LEHMANN
Didier Cuche: 21 Weltcupsiege (12-mal Abfahrt, 6-mal Super-G, 3-mal Riesenslalom). KEYSTONE / EDDY RISCH
Franz Heinzer: 17 Weltcupsiege (15-mal Abfahrt, 2-mal Kombination). KEYSTONE / STR
Beat Feuz: 15 Weltcupsiege (12-mal Abfahrt, 3-mal Super-G). AP/AP / John Locher
Carlo Janka: 11 Weltcupsiege (3-mal Abfahrt, 1-mal Super-G, 4-mal Riesenslalom, 3-mal Kombination). X90072 / DENIS BALIBOUSE
Bernhard Russi: 10 Weltcupsiege (9-mal Abfahrt, 1-mal Riesenslalom). KEYSTONE / STR
FRAUEN: Vreni Schneider: 55 Weltcupsiege (20-mal Riesenslalom, 34-mal Slalom, 1-mal Kombination). KEYSTONE / STR
Lara Gut: 32 Weltcupsiege (11-mal Abfahrt, 16-mal Super-G, 4-mal Riesenslalom, 1-mal Kombination). (Stand: 03.03.2021) AP/CP / Jeff McIntosh
Erika Hess: 31 Weltcupsiege (6-mal Riesenslalom, 21-mal Slalom, 4-mal Kombination). KEYSTONE / STR
Michela Figini: 26 Weltcupsiege (17-mal Abfahrt, 3-mal Super-G, 2-mal Riesenslalom, 4-mal Kombination). KEYSTONE / ANONYMOUS
Maria Walliser: 25 Weltcupsiege (14-mal Abfahrt, 3-mal Super-G, 6-mal Riesenslalom, 2-mal Kombination). KEYSTONE / STR
Lise-Marie Morerod: 24 Weltcupsiege (14-mal Riesenslalom, 10-mal Slalom). KEYSTONE / STR
Marie-Theres Nadig: 24 Weltcupsiege (13-mal Abfahrt, 6-mal Riesenslalom, 5-mal Kombination). KEYSTONE / EPU
Sonja Nef: 15 Weltcupsiege (13-mal Riesenslalom, 2-mal Slalom). KEYSTONE / OLIVIER MAIRE