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Theresa May übersteht das Misstrauensvotum und muss nun einen neuen Plan ausarbeiten. Bild: EPA/EPA

«Eigeninteressen hinten anstellen»: May ruft zur Geschlossenheit in Brexit-Frage auf

Publiziert: 17.01.19, 04:32

Die britische Premierministerin Theresa May ruft nach überstandenem Misstrauensvotum das Parlament zur Geschlossenheit in der Brexit-Frage auf. Die Abgeordneten hätten nun klargemacht, was sie nicht wollten, sagte May am Mittwochabend in London.

«Wir müssen konstruktiv zusammenarbeiten, um abzustecken, was das Parlament will», ergänzte sie. Sie habe deshalb Politiker aller Parteien zu Beratungen eingeladen, um einen Weg für eine Lösung.

Auch die grösste Oppositionspartei Labour sollte mit ihr einen neuen Brexit-Ansatz diskutieren. Ihre Türen stünden dafür offen. Zudem sollten die Abgeordneten Eigeninteressen hinten anstellen, um die Hängepartie zu überwinden.

Sie zeigte sich enttäuscht, dass Labour-Chef Jeremy Corbyn sich einem Treffen zunächst verweigert habe. Die Premierministerin betonte: «Unsere Tür bleibt geöffnet.»

Corbyn will nach eigenen Worten erst Gespräche mit May führen, wenn die Premierministerin die «katastrophale Perspektive eines Brexit ohne Abkommen mit der EU ein für alle Mal» ausschliesst.

Beunruhigende Situation

Die britische Premierministerin hält es zudem für ihre Pflicht, Grossbritannien aus der Europäischen Union zu führen. Das sagte May bei der kurzfristig angekündigten Ansprache am späten Mittwochabend vor dem Regierungssitz in London.

Jeremy Corbyn Bild: AP/UK Parliament

Sie verstehe, dass die Ereignisse der vergangenen 24 Stunden für die Menschen beunruhigend gewesen seien. «Ich glaube, dass es meine Pflicht ist, die Anweisung des britischen Volkes auszuführen, die EU zu verlassen, und ich habe vor, das zu tun.»

Das britische Parlament hatte sich zuvor hinter May gestellt. Bei dem Misstrauensvotum auf Antrag der Labour-Partei stimmten am Mittwochabend 325 Abgeordnete für May, 306 votierten gegen sie. Labourchef Jeremy Corbyn sagte, die Regierung müsse nun klarstellen, dass es nicht zu einem ungeregelten Austritt aus der Europäischen Union komme. (sda/reu/dpa/afp)

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