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Rummenigge und Hoeness geben sich bei der Trainersuche drei Wochen Zeit. Bild: EPA/EPA

So läuft die Trainersuche bei den Bayern ab – und das sind die Favoriten der Experten

Publiziert: 05.11.19, 10:34 Aktualisiert: 05.11.19, 12:42

Wer wird der Nachfolger von Niko Kovac bei Bayern München? Diese Frage treibt derzeit ganz Fussball-Europa um. Eine baldige Antwort ist allerdings nicht in Sicht. Bayern-Präsident Uli Hoeness erklärte gestern in einem Interview, dass man sich bei der Trainersuche Zeit lassen will. «Ich denke, dass wir bis zum nächsten Auswärtsspiel in Düsseldorf in drei Wochen wissen, wie es in der Trainerfrage weitergeht», so Hoeness.

Das sagt Hoeness zur Trainersuche. Video: YouTube/SPOX

Bis dahin übernimmt Kovac-Assistent Hansi Flick die Mannschaft als Interimstrainer – zusammen mit Urgestein Hermann Gerland. Mit Miroslav Klose soll Flick ein zweiter Assistent zur Seite gestellt werden, die beiden kennen sich aus gemeinsamen DFB-Zeiten. Bis zur Länderspielpause (ab kommendem Montag) stehen die Partien gegen Olympiakos Piräus in der Champions League und Borussia Dortmund in der Bundesliga an.

Mehr zur Kovac-Entlassung:

Unterdessen ist die Kandidatenliste der möglichen Kovac-Nachfolger bereits leicht zusammengeschrumpft: Ajax-Coach Erik ten Hag hat den Bayern indirekt abgesagt, indem er bestätigte, dass er bis zum Saisonende beim holländischen Meister bleiben werde. Gemäss Sky wird auch Thomas Tuchel die Bayern nicht übernehmen – weder per sofort noch im Sommer 2020.

Ganz anders sieht es bei José Mourinho, Arsène Wenger, Ralf Rangnick und Massimiliano Allegri aus. Alle vier sollen sich gemäss Sky ein Engagement bei den Bayern vorstellen können, Allegri soll über seinen Berater sogar schon Kontakt zum deutschen Rekordmeister aufgenommen haben. Wenger würde im Fall der Fälle sogar als Art Notlösung bis zum Saisonende einspringen. Mauricio Pochettino dürfte Tottenham bei einem passenden Bayern-Angebot wohl verlassen, Kontakt soll es zwischen den beiden Parteien aber noch keinen gegeben haben.

Bleibt die knifflige Frage, wer denn am besten zu den Bayern passt. Bayern-Kenner und Ex-Spieler haben darauf natürlich bereits die passende Antwort parat.

Das sagen die Experten

Lothar Matthäus (Sky):

«José Mourinho, Massimilano Allegri, Erik ten Hag, Ralf Rangnick, Arsène Wenger. Ganz ehrlich: Ich könnte sie mir alle beim FC Bayern vorstellen. Das sind tolle Namen, grossartige Trainer und jeder bringt etwas sehr Interessantes mit.

Mourinho würde ich ausschliessen. Ich glaube, dass sein Charakter und seine Arbeitsweise nicht zum FC Bayern passen würde. Wenn die Bayern nicht unbedingt einen Trainer haben wollen, der Deutsch spricht, wäre Allegri für mich die spannendste Lösung. Ein grosser Name, unglaublich erfolgreich mit Juventus Turin, ein Gentleman und Fussball-Fachmann der allerersten Kategorie und er könnte sich mit Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge problemlos auf Italienisch unterhalten.»

Marcel Reif (Servus TV):

«Massimiliano Allegri – das ist der, der mir einfällt. Er hat in Turin einen super Job gemacht, nur die Champions League hat er nicht gewonnen. Was er noch nicht kann, ist Deutsch. Was ich nicht hören kann, ist: ‹Wir hatten doch schon Ancelotti, nicht schon wieder ein Italiener.› Erstens ist Allegri ein komplett anderer Italiener und zweitens lernt der innerhalb von zwei Monaten Deutsch, wenn es sein muss. Ausserdem ist die Anzahl Spieler bei den Bayern, die unbedingt deutsche Erklärungen brauchen, überschaubar. Für mich ist Allegri die erste Wahl. Ich glaube, dass er zu den Bayern passen würde. Ich glaube auch, dass er das nötige Standing hat.»

Allegri ist der Favorit von Lothar Matthäus und Marcel Reif. Bild: AP/AP

Raimund Hinke (SportBild):

«Der FC Bayern von heute ist im Grunde untrainierbar. Es ist deshalb eine Überlegung wert, ob die Mannschaft jetzt für eine Übergangszeit nicht eine strenge Vaterfigur braucht, die zugleich milde und humorvoll ist. Nach 22 Jahren bei Arsenal ist Arsène Wenger auf dem Markt. Gut ausgeruht nach einem Jahr Pause. Er lässt seit 30 Jahren schnellen, feinmaschigen Direktfussball spielen, ist also eine Art Vorgänger von Pep Guardiola.

Wenger als Auslaufmodell zu bezeichnen, ist Blödsinn. Er muss ja keinen Dreijahresvertrag unterschreiben. Er ist klug genug, aufzuhören, wenn er seinen Nachfolger sieht. Dreimal waren die Bayern schon an ihm dran, einmal flog Franz Beckenbauer höchstpersönlich nach Monaco. Diesmal würde er nicht absagen.»

Für den «SportBild»-Experten ist Arsène Wenger der richtige Mann für die Bayern. Bild: AP/AP

Andreas Brehme (SID):

«Ich würde es begrüssen, wenn Ralf Rangnick zum FC Bayern gehen würde, denn ich glaube, er passt sehr gut dorthin. Für mich ist er ein grosser Trainer, das hat er immer wieder bewiesen. Er ist ein Taktikfuchs und er kann die Spieler weiterbringen.»

Ronald Reng (Sportbuzzer):

«Einen exzellenten Trainer für ihre Bedürfnisse hätten die Münchner schon vor zwei Jahren leicht haben können. Damals trauten sie ihm die Aufgabe noch nicht zu. Jetzt ist er bei RB Leipzig vertraglich gebunden. Er heisst Julian Nagelsmann.»

(pre)

Bayern und? Diese Klubs wurden schon deutscher Meister

Bayern München ist deutscher Rekordmeister: 2020 ging die Meisterschale bereits zum 30. Mal an den Liga-Krösus, zum achten Mal in Serie holten die Bayern den Titel. EPA/EPA / LUKAS BARTH-TUTTAS
Erster «Verfolger» ist der 1. FC Nürnberg mit 9 Meistertiteln. Seit 1968 wartet der «Club» allerdings auf Nummer 10.
Borussia Dortmund hat 8 Mal den Titel geholt, zuletzt 2012. AP dapd / OLIVER LANG
Schalke 04 wurde 7 Mal deutscher Meister, zuletzt 1958.
Der Hamburger SV hat 6 Meistertitel auf seinem Konto. Letztmals holten die «Rothosen» 1983 die Schale.
Der VfB Stuttgart ist 5-facher deutscher Meister. Die Schale holten die Schwaben letztmals 2007. AP / THOMAS KIENZLE
Borussia Mönchengladbach hat 5 Meisterschalen gewonnen. 1977 zum bislang letzten Mal.
Der 1. FC Kaiserslautern ist 4-facher deutscher Meister. 1998 durfte auf dem Betzenberg zum letzten Mal gefeiert werden. MICHAEL PROBST
Ebenfalls 4 Meisterschaften holte der SV Werder Bremen. 2004 schlug man der Konkurrenz letzmals ein Schnippchen. AP / JOERG SARBACH
Klubs mit 3 Titeln: 1. FC Köln (1962, 1964, 1978), VfB Leipzig (1903, 1906, 1913) und SpVgg Fürth (1914, 1926, 1929).
Klubs mit 2 Titeln: Hannover 96 (1938, 1954), Hertha BSC (1930, 1931), Berliner TuFC Viktoria (1908, 1911), Dresdner SC (1943, 1944).
Klubs mit 1 Titel: VfL Wolfsburg (2009), Eintracht Braunschweig (1967), TSV 1860 München (1966), Eintracht Frankfurt (1959), Rot-Weiss Essen (1955), VfR Mannheim (1949), Rapid Wien (1941), Fortuna Düsseldorf (1933), Holstein Kiel (1912), Karlsruher FV (1910), FC Phönix Karlsruhe (1909), Freiburger FC (1907), Berliner TuFC Union (1905). EPA / MARCUS BRANDT

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Video: watson / Nico Franzoni

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