Sieben Todesfälle wegen Coronavirus in der Schweiz: Was wir wissen
In den allermeisten Fällen verläuft die Erkrankung am Coronavirus ohne weitere Komplikationen. Doch besonders bei vorbelasteten und alten Patienten kann die dadurch ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 einen schweren Verlauf nehmen. Am Donnerstag informierten die Behörden des Kantons Tessin, dass zwei weitere Personen an den Folgen der Viruserkrankung gestorben seien.
Was wir bisher über alle Todesfälle wissen, erfährst du hier:
7. Todesfall: Kanton Basel-Stadt
Am Donnerstagabend vermeldete auch der Kanton Basel-Stadt einen ersten Todesfall. Im Universitätsspital ist eine 67-jährige Patientin an Covid-19 gestorben. Sie befand sich seit über einer Woche im Spital und hatte schwere Vorerkrankungen.
Sterberate nach Vorerkrankung:
Bei weniger als einem Prozent der Covid-19-Todesfälle konnte bisher keine bekannte Vorerkrankung zugeordnet werden.
bild: worldometer
5. und 6. Todesfall: Kanton Tessin
Die Behörden des Kantons Tessin informierten am Donnerstag die Öffentlichkeit, dass zwei weitere Patienten an Covid-19 gestorben seien. Bei einem der Patienten handelte es sich um den zweiten positiv getesteten Fall des Altersheims in Mendrisiotto. Er war über 80 Jahre alt und litt an diversen chronischen Erkrankungen.
Der zweite Verstorbene war ebenfalls über 80 Jahre alt und galt als Hochrisikopatient. Auch er hatte Vorerkrankungen.
4. Todesfall: Kanton Basel-Landschaft
Am Mittwoch verstarb im Bruderholzspital im Kanton Basel-Landschaft schweizweit die vierte Person an der Infektion mit dem Coronavirus. Es handelt sich dabei um einen 54-jährigen Mann, der sich vermutlich an einer freikirchlichen Veranstaltung in Mulhouse, Frankreich, angesteckt hatte, wie der Kanton mitteilt. Er litt laut «Tele Basel» schon vorher an mehreren chronischen Erkrankungen.
>> So kannst du helfen, weitere Todesfälle zu vermeiden
Der Patient war bereits am 3. März mit Verdacht auf eine Lungenentzündung ins Spital eingeliefert worden. Danach verschlechterte sich der Zustand des 54-Jährigen täglich. Er musste über mehrere Tage künstlich beatmet werden. Trotz diesen Massnahmen verstarb der Mann am Mittwoch.
3. Todesfall: Kanton Tessin
Am 10. März verstarb ein dritter Patient im Tessin an der durch den Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19. Die Frau hatte sich im Altersheim in Mendrisiotto angesteckt und war 80 Jahre alt. Auch sie litt laut den kantonalen Behörden an Vorerkrankungen. Woran die Verstorbene vor ihrer Ansteckung mit dem Coronavirus gelitten hat, ist nicht bekannt.
2. Todesfall: Kanton Basel-Landschaft
Der zweite Todesfall ereignete sich am 8. März im Kanton Basel-Landschaft. Der 76-jährige Mann war bereits eine Woche zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden. Auch er litt an diversen Vorerkrankungen.
So sagte der Baselbieter Kantonsarzt gegenüber «Tele Basel», der Patient habe vor Kurzem wegen einer Herzkrankheit einen Infarkt erlitten und hatte Altersdiabetes. Weiter habe sich der Patient geweigert, sich auf der Intensivstation im Spital Liestal behandeln zu lassen.
Unklar ist jedoch weiterhin, wo sich der Patient mit dem Coronavirus angesteckt hatte.
1. Todesfall: Kanton Waadt
Am 5. März ist im Kanton Waadt die erste Patientin am Coronavirus verstorben. Die 74-jährige Frau war zwei Tage zuvor mit Atembeschwerden ins «Centre hospitalier universitaire vaudois» (CHUV) eingeliefert worden.
Bei der älteren Frau habe es sich um eine «Hochrisikopatientin» gehandelt, die bereits vor der Infektion mit dem Coronavirus «an mehreren chronischen Krankheiten litt», schrieb der Kanton in einer Medienmitteilung.
Die Frau habe sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in Italien mit dem Virus angesteckt, erklärte der Kantonsarzt Karim Boubaker in einer Pressekonferenz. Aus Gründen des Patientenschutzes wurden keine weiteren Informationen über die Frau kommuniziert.
Grippe und Covid-19 im Vergleich
Bei der Diskussion um den Coronavirus wird oft die Grippe zum Vergleich herangezogen. Die WHO nennt Gemeinsamkeiten und Unterschiede:
EPA / ALEX PLAVEVSKI
Ähnlich ist demnach die Ausprägung der Infektionskrankheiten: Beide sind von einem Virus verursachte Atemwegserkrankungen, deren Verlauf sehr unterschiedlich sein kann - von symptomlos oder mild bis hin zu sehr schwer, mitunter gar tödlich. EPA / IGOR KUPLJENIK
Beide Erreger werden vorwiegend über Tröpfchen etwa beim Sprechen oder Husten oder auch direkten Kontakt übertragen. Darum greifen bei beiden auch die gleichen Vorsichtsmassnahmen: gute Handhygiene, in den Ellbogen oder ein Taschentuch husten, Kontakt zu Infizierten vermeiden. KEYSTONE/TI-PRESS / Alessandro Crinari
Unterschiede gibt es laut WHO bei der Ausbreitungsgeschwindigkeit: Influenza habe eine kürzere Inkubationszeit zwischen Ansteckung und der Ausbildung erster Symptome, zudem erfolgten die Ansteckungen in den Infektionsketten rascher aufeinander. Bei Covid-19 liege dieses Intervall bei etwa 5 bis 6 Tagen, bei Influenza bei 3 Tagen. Das bedeute, dass sich Influenza rascher verbreiten kann als Covid-19. EPA / ALEX PLAVEVSKI
Hinzu komme, dass bei Influenza oft schon vor der Ausprägung von Symptomen weitere Menschen angesteckt würden. Bei Covid-19 seien zwar Übertragungen 24 bis 48 Stunden vor dem Auftreten von Symptomen bekannt, sie seien aber nach derzeitigem Kenntnisstand anders als bei der Grippe selten und spielten für die Weiterverbreitung kaum eine Rolle. EPA / ALEX PLAVEVSKI
Ein weiteres wichtiges Kennzeichen ist die Ansteckungsrate. Das neue Coronavirus Sars-CoV-2 wird nach WHO-Daten von einem Infizierten im Mittel an zwei bis zweieinhalb weitere Menschen weitergegeben - und damit an mehr als bei Influenza. Wegen der unsicheren Datenlage und verschiedenen den Wert beeinflussenden Effekten sei ein Vergleich bei diesem Aspekt aber nur eingeschränkt möglich, heisst es von der WHO. EPA / ALEX PLAVEVSKI
Erhebliche Unterschiede gibt es im Bezug auf Kinder: «Kinder sind bedeutsame Treiber für die Übertragung von Influenzaviren in der Gemeinschaft», so die WHO. Für den Covid-19-Erreger zeigten erste Auswertungen, dass Kinder weniger betroffen sind als Erwachsene und nur selten deutliche Symptome entwickeln. Vorläufige Daten lassen demnach zudem annehmen, dass Kinder sich vor allem bei Erwachsenen anstecken - Erwachsene aber umgekehrt kaum bei Kindern. KEYSTONE / LAURENT GILLIERON
Schwere bis lebensbedrohliche Verläufe gibt es nach bisherigen Auswertungen bei Covid-19 häufiger als bei der Grippe. Der WHO zufolge ist der Verlauf bei 15 Prozent der Infizierten so schwer, dass eine zusätzliche Versorgung mit Sauerstoff nötig wird. EPA / JALIL REZAYEE
Bei 5 Prozent der Infizierten ist demnach künstliche Beatmung nötig. Auch die Todesrate liegt wohl höher als bei der normalen saisonalen Grippewelle - exakte Angaben lassen sich dazu aber derzeit kaum machen. AP / Sakchai Lalit
Als besonders von schweren Verläufen betroffene Risikogruppen gelten bei Influenza Kinder, Schwangere, Ältere sowie Menschen mit chronischen Krankheiten oder geschwächtem Immunsystem. Bei Covid-19 gehören Kinder und Schwangere nach derzeitigem Wissensstand nicht zu den Risikogruppen. EPA / NICOLA FOSSELLA
Zu beachten ist auch der Unterschied bei den Möglichkeiten für Behandlung und Vorsorge. «Zwar gibt es bereits eine Reihe klinischer Tests von Medikamenten in China, und es sind mehr als 20 Impfstoffe gegen Covid-19 in der Entwicklung, bisher aber gibt es keine zugelassenen Impfstoffe oder Therapien für Covid-19», so die WHO. Bei Influenza hingegen gebe es sowohl schützende Impfungen als auch zugelassene antivirale Medikamente. EPA / ALEX PLAVEVSKI
Mit Big Brother gegen das Coronavirus
Video: SRF / SDA SRF
Das könnte dich auch interessieren: