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Hurrikan «Michael» hinterlässt Zerstörung und viele Verletzte

Publiziert: 11.10.18, 16:50 Aktualisiert: 11.10.18, 16:50

Hurrikan «Michael» hat im US-Bundesstaat Florida zahlreiche Menschen verletzt und schwere Schäden angerichtet. «Es gibt unglaubliche Zerstörung», sagte Floridas Gouverneur Rick Scott am Donnerstagmorgen (Ortszeit) dem Sender CNN. «Wir haben viele Verletzte.»

Hurrikan «Michael» traf als Hurrikan der Stufe fünf auf US-amerikanisches Festland. Panama City in Florida wurde besonders hart getroffen. EPA/EPA / DAN ANDERSON
Das Nationale Hurrikanzentrum der USA sprach von einem Rekordsturm in der Region, wobei das genaue Ausmass der Folgen am heutigen Donnerstagmorgen noch unklar war. EPA/EPA / DAN ANDERSON
Tags zuvor hatte «Michael» mit Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern die Küste getroffen. EPA/EPA / DAN ANDERSON
Der Abgeordnete Neal Dunn aus der Stadt Panama City sagte zu CNN: «Es sieht so aus, als wäre in jedem einzelnen Block eine Bombe hochgegangen.» AP/AP / Gerald Herbert
Zahlreiche Bäume wurden ausgerissen und blockierten die Strassen. AP/AP / Gerald Herbert
Die Sturmflut zog sich wieder zurück und hinterliess ein Bild der Zerstörung, wie hier in St. Joe, Florida. AP/Tampa Bay Times / Douglas R. Clifford
Aufnahmen aus Mexico Beach zeigten weitreichende Zerstörung, Überflutungen und Trümmer. AP/AP / Chris O'Meara
Auch auf Bildern aus der Stadt Port St. Joe waren zerfetzte Häuserreste, abgedeckte Dächer und umgeknickte Bäume zu sehen. AP/Tampa Bay Times / Douglas R. Clifford
«Michael» hatte in den vergangenen Tagen rasant an Stärke gewonnen. Die Behörden riefen hunderttausende Menschen eindringlich dazu auf, das betroffene Gebiet zu verlassen. Doch viele kamen dem nicht nach. Floridas Gouverneur Scott sagte, er sei enttäuscht darüber. EPA/EPA / DAN ANDERSON
Zerstörte Gebäude in Port St. Joe, Florida. AP/Tampa Bay Times / Douglas R. Clifford
Der Direktor des Nationalen Hurrikanzentrums, Ken Graham, warnte vor Überflutungen durch heftigen Regen in Teilen Georgias, im Südosten Virginias sowie in South und North Carolina. AP/AP / Wilfredo Lee
Auch in Panama City Beach richtete «Michael» verheerende Zerstörung an. AP/AP / Gerald Herbert
Ganze Wälder wurden entwurzelt und Bäume flogen durch die Luft. AP/AP / Gerald Herbert
Die Behörden hatten zahlreiche Menschen vorab dazu aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Viele kamen den Anweisungen aber nicht nach. Gouverneur Scott sagte, er sei enttäuscht darüber. AP/AP / Gerald Herbert
Viele Menschen verloren ihr gesamtes Hab und Gut. AP/Miami Herald / Pedro Portal
Ein komplett zerstörtes Gebäude ... EPA/EPA / DAN ANDERSON
Die Behörden haben Such- und Rettungsmannschaften in die besonders getroffenen Gebiete geschickt EPA/EPA / DAN ANDERSON

CNN berichtete, in Florida sei bei dem Sturm ein Mann ums Leben gekommen, im benachbarten Bundesstaat Georgia sei ein Mädchen gestorben. Scott machte zunächst keine Angaben zu Toten, er sagte aber: «Meine grösste Sorge wäre der Verlust von Leben.»

Scott warnte die Menschen davor, ihre Häuser zu verlassen. «Sie haben diesen unglaublichen Sturm überlebt. Bleiben Sie sicher. Gehen Sie nicht hinaus, wenn Sie nicht müssen.» Es gebe zahlreiche Überlandleitungen, die zerstört worden seien, und Bäume, die umgestürzt seien.

Rettungskräfte würden die Betroffenen bald erreichen. Scott fügte mit Blick auf die schweren Sturmschäden hinzu: «Ich wünschte nur, das wäre nie geschehen.»

Hunderttausende Haushalte ohne Strom

Der Gouverneur sagte, rund 360'000 Haushalte, Büros und Geschäfte seien ohne Elektrizität. Floridas Katastrophenschutzbehörde Sert teilte mit, alleine im Bezirk Bay - wo der Hurrikan am Mittwoch auf Land getroffen war - sei bei fast 115'000 der 117'625 Anschlüssen der Strom ausgefallen. Im benachbarten kleineren Bezirk Calhoun verfügte am Donnerstagmorgen kein einziger Anschluss mehr über Elektrizität.

Zerstörte Gebäude und überflutete Strassen in Mexico Beach, Florida.

Auf seinem Weg nach Nordosten über Georgia schwächte sich «Michael» ab und wurde zu einen tropischen Sturm herabgestuft. Der Hurrikan der zweithöchsten Kategorie vier war am Mittwoch mit Windgeschwindigkeiten von 250 Stundenkilometern auf Land gestossen. 

Der Meteorologe Dennis Feltgen vom Nationalen Hurrikanzentrum erklärte, es handele sich um den stärksten Hurrikan seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, der Floridas Panhandle getroffen habe. Als «Panhandle» («Landzipfel» oder wörtlich «Pfannenstiel») wird der nordwestliche Zipfel Floridas bezeichnet.

Eine Drohne konnte komplett durch eine Sporthalle einer Schule hindurch fliegen.

Ausharren als Fehlentscheid

Missy Theiss lebt acht Kilometer von der Küste von Panama City Beach entfernt. Die 54-Jährige entschied sich, gemeinsam mit ihrem Mann, ihrer Tochter und zwei Hunden in ihrem Haus zu bleiben. «Ich schaue aus dem Fenster und es wirkt, als lebte ich in einem Kriegsgebiet», schrieb Theiss in einer Textnachricht an die Nachrichtenagentur DPA. «Es war die schlechteste Entscheidung, hier zu bleiben. Wir haben es für unsere Haustiere getan», erklärte sie. Sie habe gedacht, «Michael» würde die Küste als Hurrikan der Stufe zwei erreichen, dann wurde er aber zur Kategorie vier hochgestuft.

«Als wir darüber nachdachten, zu gehen, war es schon zu spät. Wir hatten viel Angst, wir wollten nicht, dass etwas Schlimmes passiert», schilderte Theiss ihre schwierige Lage. Sie habe Schutz im Flur ihres Hauses gefunden, abseits von Fenstern und Türen.

Panama City in Florida wurde besonders hart getroffen. Bild: EPA/EPA

Oberster Chef will nicht stören

US-Präsident Donald Trump sprach den Menschen in den betroffenen Gebieten sein Mitgefühl aus, blieb dem Katastrophengebiet aber bislang fern. Die «Gedanken und Gebete» der gesamten Nation seien bei ihnen. Trump hatte zuvor erklärt, er habe eine Wahlkampfkundgebung nicht absagen wollen, weil er die Menschen nicht enttäuschen wollte, die darauf gewartet hätten.

Donald Trump erhält einen Bericht über die Auswirkungen des Hurrikans.

Der Präsident kündigte an, das Katastrophengebiet voraussichtlich am Sonntag oder Montag zu besuchen. Bei einem früheren Besuch befürchte er, den Helfern in die Quere zu kommen, sagte Trump.

«Michael» ist nicht der erste Hurrikan, der in diesem Jahr Zerstörung an die US-Südostküste gebracht hat. Mitte September hatte «Florence» vor allem in North und South Carolina schwere Überschwemmungen verursacht – dort war das Wasser vor dem nächsten Hurrikan noch immer nicht vollständig abgeflossen. Anders als «Michael» war «Florence» lediglich als Sturm der Kategorie eins an Land getroffen – mit Windgeschwindigkeiten von 150 Kilometern pro Stunde. Dennoch kamen infolge des Sturms Dutzende Menschen ums Leben. (sda/dpa)

Hurrikan der Stufe Vier verwüstet Florida

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