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«Warum flippen Frauen aus, wenn wir Pornos konsumieren?»

Publiziert: 11.10.18, 09:33 Aktualisiert: 12.10.18, 06:38
Liebe Emma, 

das Piratenschiff kenterte gerade die Burg des bösen Fürsten, als die Mutter meines Freundes ihrem Mann eine VHS-Kassette in die Hand drückte. Dieser stammelte mit hochrotem Kopf «nicht vor den Kindern». Unsere Neugierde war geweckt und eines Mittwochnachmittags fanden wir den vermeintlichen Schatz.

Es war der erste Porno in unserem Leben.

Was dem Vater meines besten Freundes widerfahren ist, passiert wohl jedem Mann. Zuerst war es die DVD, dann die zuletzt geöffnete Datei auf dem Computer, bald schon der nicht geschlossene Tab des Browsers oder der verräterische Verlauf.

Nicht alle Partner stecken das locker weg. Sie haben das Gefühl, nicht mehr begehrt zu werden oder im Bett nicht zu genügen, was dann wieder auf das Selbstbewusstsein schlägt und auf das Vertrauen in die Beziehung.

Warum wir Männer ab und zu Pornos konsumieren hat viele Gründe: zu faul für Sex oder keine Lust aber trotzdem Triebe, Kopf entleeren, Baywatch geguckt, Kopfkino beim Lesen, wäre peinlich wenn ich beim Besuch der Schwiegereltern einen Ständer bekomme etc.

Es hat aber in der Regel überhaupt nichts mit dem Partner zu tun! Doch wie und welche Worte können den Ausbruch des Vulkans verhindern? Die wahren Phrasen: «Es hat nichts mit dir zu tun», «Ich konnte nicht einschlafen», «die Pamela hat grosse Brüste» helfen da nicht weiter und ich spreche da aus Erfahrung …

Danke,
Roland

Lieber Roland,

danke für deine Zeilen, die mich höchst amüsiert haben. Lass dir gesagt sein: nicht nur Männer werden beim Pornos gucken und masturbieren erwischt. Ist mir glaub's in jeder Beziehung auch schon passiert.

Der grosse Unterschied: Die Männer, die mich erwischt haben, waren alles andere als verunsichert. Die Guten waren viel mehr angeturnt. So hat es, wenn ich mich recht erinnere, jedes Mal in Sex zu zweit geendet, wenn sie mich in flagranti überrascht haben.

Ein ausserordentlich löbliches Verhalten, finde ich.

Dass es bei Frauen anders aussieht, weiss ich. Was ich aber nicht weiss, ist, warum das so ist. Ich habe das Thema schon mit verschiedensten Frauen und Männern in meinem nahen und erweiterten Umfeld diskutiert.

Es ist in der Tat so, dass sich Frauen gerne mal betrogen fühlen, wenn ihr es euch zu Porno-Babes selber macht. Du hast das schon richtig erfasst: Auch ich habe immer wieder mal gemerkt, dass es vor allem Unsicherheit ist, die den Freundinnen zu schaffen macht. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Porno-Sternchen grössere und geilere Brüste hat als wir, oder untenrum irgendwie hübscher aussieht, ist schliesslich gar nicht so klein. Zäck sind die Zweifel da.

Ich kann dir leider nicht DEN Satz sagen, der zieht, der Unsicherheiten eliminiert und aus unsicheren Freundinnen selbstbewusste Sexgöttinnen macht.

Mir fallen aber spontan zwei andere Dinge ein:

1. Wie wäre es, wenn du das Masturbieren in euer Sexleben integrierst? Wenn ihr es euch vor den Augen des anderen selber macht, ist das eventuell nicht nur enttabuisierend, sondern auch wahnsinnig sexy und anregend. Und je öfter ihr das macht, desto cooler wird die Freundin mit deinem Self-Sex. Im besten Fall fühlt sie sich das nächste Mal, wenn sie dich dann erwischt, nicht verunsichert, sondern angeturnt.

2. Wenn sie das gar nicht will und mit dem Thema partout nicht klar kommt, dann finde ich, dass man dann auch mal gut sein lassen kann. Man muss meiner Meinung nach nicht auf Biegen und Brechen jedes einzelne Problem unbedingt und immer überwinden. Dann ist die Lösung vielleicht eine ganz andere: Schlüssel stecken lassen während deiner Masturbation-Session zum Beispiel.

Das Wichtigste scheint mir zu sein, dass du ja nie aufhörst zu masturbieren, nur weil deine Freundin Mühe hat. Weil, egal, wie viel Mühe sie mit deinem Pornokonsum hat, sie macht es sich garantiert auch selber. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie dazu auch mal ein Schmuddel-Clipli guckt, ist riesig. Also, Team Fairplay.

Weiterhin viel Spass mit Pams Brüsten und dir selber.

PS: Ich liebe deinen Schreibstil. <3

Herzlichst,

Und was würdest du Roland raten?

Jeder fünfte Mann schaut während der Arbeit Pornos und 19 weiter Fakten zum Thema Pornografie:

1. Die häufigsten Porno-Suchbegriffe weltweit sind «Teen» und «MILF».
2. Der zweithäufigste Suchbegriff in Kazakstan? «Squirt machine»! Ja, «squirt» ... ah, schaut selber nach, was das bedeutet.
3. Das Durchschnittseinkommen eines männlichen Pornostars liegt bei 500 Dollar – und bei 1500 Dollar für einen Schwulenporno.
4. Wenn das richtige Leben wie ein Porno wäre , würden wird nichts, aber auch nichts zustande bringen. Man müsste ständig alles unterbrechen, um Sex zu haben.
5. 3000 Dollar: Soviel generiert die Online-Pornoindustrie … pro Sekunde.
6. Während du diese Zeilen liest, schauen um die 30 Millionen Menschen Internet-Pornografie.
7. Der libanesische Pornostar Mia Khalifa antwortete auf Enthauptungs-Drohungen von radikalien Muslimen: «Schneidet mir ruhig den Kopf ab. Solange es nicht die Titten sind – die waren teuer.»
8. Die erste englischsprachige pornografische Prosa, der Roman «Fanny Hill – Memories of a Woman of Pleasure» von John Cleland wurde 1748 erstmals veröffentlicht. Es ist eines der am häufigsten verbotenen Bücher der Literaturgeschichte. In den USA wurde der Verkaufsverbot erst 1966 aufgehoben. In Australien ist «Fanny Hill» heute noch verboten.
9. Es gibt eine Pornoszene, welche in der Schwerelosigkeit gedreht wurde: «The Uranus Experiment, Part 2». (Nein, dies ist kein Bild aus dem Film. Die könnten wir hier nicht zeigen.) Sports Illustrated / James Macari
10. Frauen machen einen Drittel aller Pornokonsumenten aus.
11. Während Männer allgemein auf eindeutige pornografische Darstellungen erregt reagieren (heterosexuelle Männer reagieren auf Frauen, homosexuelle Männer auf Männer etc.), werden Frauen durch jegliche sexuelle Darstellung erregt, vom Schwulenporno bis zum Geschlechtsakt der Bonobo-Affen. APA DPA / Susanne Kern
12. www.whitehouse.com war bis 2014 eine Porno-Site. Picasa
13. Eine Studie der Universität von Montréal über Männer, die keine Pornos schauen, konnte nicht durchgeführt werden, da man keine solche Männer fand.
14. Um die Libido der Pandas zu erhöhen, haben Forscher einen eigenen Porno für Pandas gedreht, um sie zu stimulieren. X01186 / HYUNGWON KANG
15. Unmittelbar nach dem Wahlsieg Präsident Bushs im Jahr 2004 wurde ein markanter Anstieg an Pornographie-Suchanfragen in Bundesstaaten registriert, die vorwiegend republikanisch wählten. 2008, als Obama gewann, wurde dasselbe in demokratisch dominierten Staaten beobachtet. Forscher vermuten, dass Teil eines Gewinner-Teams zu sein, den Testosteron-Spiegel ansteigen lässt, was wiederum den Sexualtrieb anregt.
16. In Nordkorea wird Pornokonsum mit dem Tod bestraft. EPA/YONHAP / Rodong Sinmun / Rodong Sinmun
17. 35% aller Internet-Downloads sind pornographischer Natur.
18. Jeder fünfte Mann gibt zu, ab und an Porno während der Arbeitszeit zu konsumieren. Bei Frauen sind es 13%. (Und der Schreiber dieser Zeilen schaut nur für Recherchezwecke, imfall.)
19. Eine Studie des Kinsey-Instituts ergab, dass Frauen, welche die Antibabypille nehmen, beim Pornos schauen auf die Geschlechtsteile der Darsteller fokussieren, während Frauen, die keine Pille nehmen, vermehrt den Kontext wahrnehmen.
20. Und auf welche Körperpartie schauen die Männer hauptsächlich? Brüste? Po? Vagina? Nein, das Gesicht! Genauer: die Augen. Romance isn't dead!

Der erotischste watson-Mitarbeiter liest in diesem Video unerotische Texte vor:

Video: watson/Emily Engkent

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Emma Amour ist ...

... Stadtmensch, Single, Anfang 30 – und watsons Bloggerin, die nicht nur unverfroren aus ihrem Liebesleben berichtet, sondern sich auch deinen Fragen annimmt. Und keine Sorge, so wie auch Emma, wirst auch du mit deiner Frage anonym bleiben. Madame Amour ist es nämlich sehr wichtig, auch weiterhin undercover in Trainerhosen schnell zum Inder über die Strasse hoppeln zu können.

Das bin nicht ich, aber so würde ich als Shutterstock-Illustration aussehen. Öppe. bild: shutterstock/unsplash/watson

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