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Am Mittwoch darf Murat Yakin erstmals die Nati in einem Spiel dirigieren. Bild: keystone

Hinten zu viert, vorne ohne Spielpraxis – das Q&A zu Yakins Debüt als Naticoach

Nach sieben Jahren unter Vladimir Petkovic beginnt eine neue Ära im Schweizer Nationalteam. Was ändert? Wer profitiert? Diese und weitere Fragen und Antworten zum Start von Nationalcoach Murat Yakin.

Publiziert: 30.08.21, 20:10 Aktualisiert: 30.08.21, 20:11

Wie viel ändert Murat Yakin personell?

Auf den ersten Blick scheint es, als wäre Vladimir Petkovic immer noch da. Das 27-Mann-Kader hätte er wohl ähnlich zusammengestellt. Einziger Neuling ist Cédric Zesiger. 23 Spieler aus dem Aufgebot waren an der EM dabei. Das Gerüst der Mannschaft bleibt bestehen. Nach der EM hat nur Admir Mehmedi den Rücktritt aus dem Nationalteam erklärt.

Torhüter Yann Sommer, Mittelfeldspieler Granit Xhaka sowie Offensivspieler Xherdan Shaqiri werden zusammen mit Manuel Akanji und Haris Seferovic auch unter Yakin den innersten Zirkel der Führungsspieler bilden. Kopf des Teams bleibt Captain Xhaka. Mit ihm hat sich Yakin seit seiner Nominierung mehrmals telefonisch ausgetauscht.

Auch Xherdan Shaqiri freut sich, wieder bei der Nati zu sein. Bild: keystone

Was ändert taktisch?

Am Anfang dürfte die Abkehr von der Dreier- und die Rückkehr zur Viererabwehr die markanteste Änderung sein. Yakin hängt diesen Wechsel aber nicht zu hoch. «Das unter Petkovic praktizierte System kann man auch mit einer Viererabwehr spielen. Es ist nur eine kleine Rochade.» Unter Yakin ist ein 4-2-3-1 zu erwarten.

Wie ist der Formstand der Spieler?

«Wir müssen das in den ersten Tagen beobachten», sagte Yakin am Freitag bei der Bekanntgabe des Kaders immer wieder. Dabei ging es um die Offensivspieler. Xherdan Shaqiri hat wegen seines späten Transfers von Liverpool zu Lyon in dieser Saison noch keine Minute gespielt. Breel Embolo ist wegen einer Verletzung noch ohne Einsatz. Mario Gavranovic spielte letztmals am 1. August, damals noch für Dinamo Zagreb. Und Haris Seferovic gab am Sonntag ein 16-minütiges Comeback, nachdem er zuvor wegen einer Wadenverletzung fast vier Wochen ausgefallen war.

Breel Embolo hat diese Saison noch kein Spiel in den Füssen. Bild: keystone

Besser sieht es in Abwehr und Mittelfeld aus. Hier haben die meisten Akteure drei oder vier Pflichtspiele absolviert. Yann Sommer, Silvan Widmer, Kevin Mbabu, Nico Elvedi, Manuel Akanji, Ricardo Rodriguez, Granit Xhaka, Remo Freuler und Djibril Sow sind allesamt Stammspieler in einer der Top-4-Ligen. Am meisten Einsätze in den Beinen haben die vier Spieler aus der Super League. Eray Cömert, Michel Aebischer, Christian Fassnacht und Neuling Cédric Zesiger haben für Basel beziehungsweise die Young Boys seit Saisonbeginn schon neun oder zehn Spiele absolviert.

Wer könnte vom Trainerwechsel profitieren?

Mit dem Aufgebot hat Yakin allenfalls damit überrascht, dass er nicht überrascht hat. Ein möglicher Profiteur könnte Fabian Schär sein, der an der EM nach den ersten zwei Gruppenspielen aus der Startformation flog. Yakin kennt den Innenverteidiger von Newcastle United aus gemeinsamer Zeit beim FC Basel. Er machte Schär damals zum Stammspieler in der Super League und dann auch zum Nationalspieler. Ausserdem besitzt Schär ähnliche Stärken, wie sie Yakin als Spieler auch hatte: gutes Stellungsspiel, Ruhe am Ball, weite Pässe aus der Abwehr.

Macht Yakin Gregor Kobel zur Schweizer Nummer 2? Bild: keystone

Gregor Kobel ist ein weiterer Spieler, der unter Yakin in der Hierarchie aufsteigen könnte. Als Nummer 4 unter Petkovic rutschte der Goalie von Borussia Dortmund erst nach Jonas Omlins Verletzung ins EM-Kader. Nun würde es nicht überraschen, wenn Kobel auf Kosten von Yvon Mvogo zur Nummer 2 hinter Yann Sommer würde. Es wäre ein logischer Entscheid: Kobel ist Stammkeeper in Dortmund, Mvogo Ersatz in Eindhoven.

Worum geht es in den ersten Spielen?

Gegen Griechenland stehe das Kennenlernen im Vordergrund, sagte Yakin. Er hat 27 Spieler aufgeboten und hätte am Mittwoch gerne zwei komplett verschiedene Formationen je eine Halbzeit spielen lassen. Doch die Anzahl Wechsel ist auf sechs beschränkt. Aber klar ist: «Italien ist das wichtige Spiel», so Yakin. Am Sonntag geht es in Basel gegen den Europameister um Punkte in der WM-Qualifikation.

Die Schweiz trifft auf den frisch gekürten Europameister. Bild: keystone

Beide Teams haben bisher das Punktemaximum geholt. Die Schweiz sechs aus zwei Spielen, Italien neun aus drei Spielen. Die beiden Duelle mit Italien entscheiden höchstwahrscheinlich darüber, ob sich die Schweiz als Gruppensieger direkt für die WM 2022 in Katar qualifiziert oder ob sie im März die Playoffs mit zwei K.o.-Spielen bestreiten muss. Nordirland, auswärts der Gegner der Schweiz am Mittwoch nächster Woche, kann kaum in den Kampf um die ersten zwei Ränge eingreifen. Allerdings könnten die Briten gerade in Belfast zum Stolperstein werden. Ein positives Resultat gegen Italien verliert viel von seinem Wert, wenn die Schweiz drei Tage später in Nordirland Punkte abgibt.

Dürfen wieder Zuschauer ins Stadion?

Erstmals seit Oktober 2020 darf das Schweizer Nationalteam wieder Publikum empfangen. Für die Spiele gegen Griechenland und Italien gibt es im St.-Jakob-Park je 32'000 Plätze. Für das Testspiel vom Mittwoch hat der SFV bis am Montag knapp 3000 Tickets verkauft. Der Vorverkauf für das Duell mit Italien startete erst am Montagnachmittag. Ins Stadion darf, wer ein Covid-Zertifikat vorweisen kann. (abu/sda)

Das sind die 30 teuersten Schweizer Fussballer

Rang 30: David Sesa wechselte im Sommer 2000 für 7,25 Millionen Euro von der US Lecce zum SSC Napoli. Stand: August 2021.
Rang 29: Edimilson Fernandes wechselte im Sommer 2019 für 7,5 Millionen Euro von West Ham United zum 1. FSV Mainz. www.imago-images.de / bMartin Hoffmann
Rang 28: Patrick Müller wechselte im Sommer 2000 für 8 Millionen Euro von den Grasshoppers zu Olympique Lyon. EPA / MONTSERRAT T DIEZ
Rang 27: Valon Behrami wechselte im Sommer 2012 für 8 Millionen Euro von der AC Fiorentina zum SSC Napoli. AP/AP / Paolo Giovannini
Rang 26: Admir Mehmedi wechselte im Winter 2018 für 8 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zum VfL Wolfsburg. EPA/EPA / DANIEL HECKER
Rang 25: Admir Mehmedi wechselte im Sommer 2015 für 8 Millionen Euro vom SC Freiburg zu Bayer Leverkusen. EPA/EPA / SASCHA STEINBACH
Rang 24: Ricardo Rodríguez wechselte im Sommer 2012 für 8,5 Millionen Euro vom FC Zürich zum VfL Wolfsburg. X00960 / RALPH ORLOWSKI
Rang 23: Granit Xhaka wechselte im Sommer 2012 für 8,5 Millionen Euro vom FC Basel zu Borussia Mönchengladbach. Witters / Tim Groothuis/freshfocus
Rang 22: Blerim Džemaili wechselte im Sommer 2011 für 9 Millionen Euro von Parma zu Napoli. AP PRESL / DAVIDE SPADA
Rang 21: Yann Sommer wechselte im Sommer 2014 für 9 Millionen Euro vom FC Basel zu Borussia Mönchengladbach. EPA/EPA / RONALD WITTEK
Rang 20: Kevin Mbabu wechselte im Sommer 2019 für 9,2 Millionen Euro von den Young Boys zum Vfl Wolfsburg. KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Rang 19: Stephan Lichtsteiner wechselte im Sommer 2011 für 9,93 Millionen Euro von Lazio Rom zu Juventus Turin. Insidefoto / Insidefoto/freshfocus
Rang 18: Josip Drmic wechselte im Sommer 2015 für 10 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zu Borussia Mönchengladbach. DPA / MARIUS BECKER
Rang 17: Djibril Sow wechselte im Sommer 2019 für 10 Millionen Euro von den Young Boys zu Eintracht Frankfurt. KEYSTONE / PETER SCHNEIDER
Rang 16: Timm Klose wechselte im Winter 2016 für 11 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zu Norwich City. AP PA / CHRIS RADBURN
Rang 15: Breel Embolo wechselte im Sommer 2019 für 11 Millionen Euro von Schalke zu Borussia Mönchengladbach. AP / Martin Meissner
Rang 14: Noah Okafor wechselte im Winter 2020 für 11,2 Millionen Euro vom FC Basel zu Red Bull Salzburg. EPA / YURI KOCHETKOV
Rang 13: Albian Ajeti wechselte im Sommer 2020 für 11,3 Millionen Euro vom FC Basel zu West Ham United. www.imago-images.de / Andy Rowland
Rang 12: Bernt Haas wechselte im Sommer 2002 für 11,8 Millionen Euro vom FC Basel zum AFC Sunderland.
Rang 11: Xherdan Shaqiri wechselte im Sommer 2012 für 11,8 Millionen Euro vom FC Basel zu Bayern München. EPA / KARL-JOSEF HILDENBRAND
Rang 10: Denis Zakaria wechselte im Sommer 2017 für 12 Millionen Euro von den Young Boys zu Borussia Mönchengladbach. AP/AP / Martin Meissner
Rang 9: Xherdan Shaqiri wechselte im Sommer 2018 für 14,7 Millionen Euro von Stoke City zum FC Liverpool. EPA/EPA / PETER POWELL
Rang 8: Xherdan Shaqiri wechselte im Winter 2015 für 15 Millionen Euro von Bayern München zu Inter Mailand.
Rang 7: Ricardo Rodriguez wechselte im Sommer 2017 für 15 Millionen Euro vom VfL Wolfsburg zur AC Milan. KEYSTONE/TI-PRESS / GABRIELE PUTZU
Rang 6: Gregor Kobel wechselte im Sommer 2021 für 15 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zu Borussia Dortmund. keystone / SASCHA STEINBACH
Rang 5: Xherdan Shaqiri wechselte im Sommer 2015 für 17 Millionen Euro von Inter Mailand zu Stoke City.
Rang 4: Gökhan Inler wechselte im Sommer 2011 für 18 Millionen Euro von Udinese Calcio zum SSC Napoli. AP / Franco Castanò
Rang 3: Manuel Akanji wechselte im Winter 2018 für 21,5 Millionen Euro vom FC Basel zu Borussia Dortmund.
Rang 2: Breel Embolo wechselte im Sommer 2016 für 26,5 Millionen Euro vom FC Basel zu Schalke 04. EPA/DPA / MARIUS BECKER
Rang 1: Granit Xhaka wechselte im Sommer 2016 für 45 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach zu Arsenal London. AP / MATT DUNHAM

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