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Das Design orientiert sich stark am Vorgänger, die Neuauflage ist aber dünner, leichter und abgerundeter.

17 Jahre Wartezeit sind vorüber: Das NEUE Nokia 3310 kommt am 26. Mai in die Schweiz

Nokia legt einen seiner grössten Handy-Erfolge neu auf und bringt das 3310 zurück. Es kann ab sofort vorbestellt werden. Der offizielle Verkaufsstart erfolgt am 26. Mai.

Publiziert: 10.05.17, 17:35 Aktualisiert: 11.05.17, 15:41

DAS Handy, das Anfang der 00er-Jahre praktisch jede und jeder von uns hatte, ist zurück. Das neue Nokia 3310 (Version 2017) kann ab sofort auch in der Schweiz vorbestellt werden. Bei Mobilezone kostet die Neuauflage 60 Franken, erhältlich ist es in vier Farben.

Ohne App-Schnickschnack, dafür mit einer Standby-Zeit von einem Monat. bild: paul hanna/reuters

Genau genommen ist es nicht Nokia selbst, sondern der neu gegründete finnische Smartphone-Hersteller HMD Global, der die Marke Nokia zurückbringt. HMD besteht aus ehemaligen Nokia-Mitarbeitern. Die Firma hat sich das Recht erkauft, Handys und Smartphones unter der Marke Nokia zu vertreiben.

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Fühlt sich irgendwie vertraut an: Das neue Nokia 3310 mit 22 Stunden Sprechzeit.

Die Ausstattung des Nokia 3310 ist rasch zusammengefasst: HMD und Nokia setzen beim Comeback des 3310 ganz auf den Retro-Faktor: Kein Android, keine Apps und der interne Speicher fasst nostalgische 16 MByte (nicht GB!). 

Technisch wurde leicht modernisiert: Ein 2,4-Zoll-Farb-Display erfreut das Auge, eine Zwei-Megapixel-Kamera mit Blitz erlaubt simple Schnappschüsse, die sich glücklicherweise auf einer MicroSD-Karte speichern lassen. Der Speicher lässt sich so um bis zu 32 GB erweitern. Praktisch ist zudem, dass man zwei SIM-Karten einsetzen kann, was das Nokia 3310 zum idealen Ferien-Handy macht. Für den Fall, dass man mal ins Internet möchte, gibt's sogar einen Webbrowser. Auch von alten Nokia-Handys bekannte Funktionen wie UKW-Radio und MP3-Player sind wieder an Bord. Und bevor ich's vergesse: «Snake» ist auch zurück.

Wie das Original ist auch das neue Nokia 3310 ein einfaches Handy und kein Smartphone – und neben «Snake» ist auch der typische Klingelton wieder da.

Es besitzt lediglich GSM- und GPRS-/Edge-Unterstützung, ist also voll und ganz fürs Telefonieren optimiert. 3G oder gar LTE und WLAN beherrscht es konsequenterweise nicht. Da Swisscom und Salt das 2G-Netz Ende 2020 abschalten werden, ist das Gerät ab dann zumindest in der Schweiz quasi nutzlos. Swisscom sagt hierzu:

«Da das Nokia 3310 (2017) und das Original 3310 nur auf dem 2G Netz laufen, werden diese Geräte ab Ende 2020 bei Swisscom nicht mehr funktionieren. Aus diesem Grund verkauft das Swisscom Nokia 3310 (2017) nicht und rät den Kunden und den Fachhändler von diesem Gerät ab. Es sollten demnächst weitere Nokia Geräte auf den Markt kommen, welche auch nach 2020 noch verwendet werden können.»

Swisscom

New Nokia 3310 vs. Original Nokia 3310

Video: YouTube/TechRadar

Die Neuauflage des Nokia 3310 soll die Marke wieder ins Gespräch bringen. Denn HMD und Nokia haben noch weit mehr vor: 2017 erscheinen mehrere Nokia-Smartphones mit Android, die vor allem mit günstigen Preisen, der Original-Android-Benutzeroberfläche und schnellen Updates Kunden finden sollen.

(oli)

20 Jahre Smartphone in Bildern

Am 15. August 1996 brachte Nokia den «Nokia 9000 Communicator» auf den Markt. Das Gerät gilt als Urahn der Smartphones, denn neben den üblichen Büroanwendungen konnten Nutzer damit erstmals mobil mit einem HTML-fähigen Browser auf Webseiten zugreifen. X80001 / © Ho New / Reuters
Klappte der Nutzer das Gerät auf, kamen ein Graustufenbildschirm mit 640 × 200 Pixeln und eine QWERTY-Tastatur zum Vorschein. Das Gewicht betrug rund 400 Gramm. Die Communicator-Serie wurde bis zum Modell E7 fortgesetzt, das 2010 erschien.
Siemens SX 45: Vier Jahre später stieg auch Microsoft mit dem Betriebssystem Pocket PC 2000 in den Smartphone-Markt ein. Eigentlich war das Betriebssystem für reine Taschencomputer gedacht. Es beinhaltete aber eine Telefonfunktion, die einige Gerätehersteller nutzten.
Das SX 45 von Siemens mit Pocket PC 2000 kam 2001 auf den Markt. Es war mit einem Farbdisplay ausgestattet. Telefonieren funktionierte allerdings nur per Headset. Die Bedienung erfolgte per Stift. Seit Februar 2002 wurde das SX 45 mit GPRS ausgeliefert. Das Gewicht betrug 302 Gramm.
Nokia 9210 Communicator: Nokias 9210 Communicator, der ab 2001 gebaut wurde, markierte eine Zäsur. Mit dem Umstieg der Prozessorarchitektur von x86 auf ARM begann sowohl die Erfolgsgeschichte des britischen Prozessordesigners ARM als auch der Aufstieg des Betriebssystems Symbian. X00320
Das Nachfolgegerät, das 9210i, kam bereits Mitte 2002 auf den Markt. Spektakulär war für die damalige Zeit das Farbdisplay. Nokia ersetzte außerdem seinen eigenen Browser durch die Symbian-Version von Opera.
Samsung SPH-i300: Im Jahr 2001 brachte der spätere Smartphone-Marktführer Samsung sein SPH-i300 auf den Markt. Das Gerät mit Farbbildschirm lief mit dem Betriebssystem Palm OS. Richtig erfolgreich wurde Samsung später mit Smartphones, die mit Googles Android-Betriebssystem ausgestattet waren.
HTC XDA: 2002 veröffentlichte Microsoft mit Pocket PC 2002 ein Update seines Betriebssystems, das für tastaturlose Pocket-PC entworfen war. Die Bedienung erfolgte per Stift oder Finger. Der Mobilfunkprovider O2 brachte 2002 ein Modell namens XDA des taiwanischen Herstellers HTC auf den Markt. Es gehörte zu den wenigen Geräten, die mit Farbdisplay und GPRS ausgestattet waren. ap / christof stache
Blackberry 5810: Der kanadische Hersteller Research in Motion (RIM) war bereits vor der Ära der Smartphones mit seinen Handheld-Geräten im Markt für digitale Assistenten etabliert. Der erste Blackberry war der 850, der 1999 auf den Markt kam, aber keine Telefonfunktion hatte. Drei Jahre später folgte der Blackberry 5810.
Blackberry 5810: Mit diesem 139 Gramm schweren Gerät fiel der Startschuss für den Erfolg der Blackberry-Marke. Basis war das eigenentwickelte Blackberry OS. RIM, das sich 2013 in Blackberry umbenannte, richtete den Fokus vor allem auf Geschäftskunden. Ein wichtiges Verkaufsargument war die verschlüsselte E-Mail-Kommunikation, die nur über firmeneigene Server lief.
Mit dem Treo 180g wagte sich Anfang 2002 ein weiterer PDA-Hersteller in den Smartphonemarkt. Bis dahin waren die Organizer mit Stiftbedienung der Firma Handspring bei Fans der digitalen Assistenten sehr beliebt. Als Betriebssystem wurde Palm OS des Taschencomputer-Pioniers Palm eingesetzt. Das letzte Gerät von Handspring war im Jahr 2003 der Treo 600.
Nokia 7650: Nokia brachte 2002 mit dem 7650 eines der ersten Smartphones mit integrierter Digitalkamera auf den Markt. Das Gerät nutzte das Betriebssystem Symbian OS und wog 154 Gramm. Bei leerem Speicher liessen sich etwa 100 Fotos in VGA-Qualität machen.
Der Danger Hiptop wurde ab 2002 unter verschiedenen Namen vermarktet. Das Smartphone hatte einen Aufschiebemechanismus und lief mit einem proprietären Betriebssystem auf Java-Basis, dem Danger OS. Das Besondere an dem Gerät war der Cloud-Service, der alle persönlichen Daten wie Adressen, Kalender, Fotos und Einstellungen im Netz speicherte. AP / VICTORIA AROCHO
Siemens stellte 2003 sein SX1 vor, ein Smartphone mit Symbian-Betriebssystem. Es wog nur 116 Gramm und zeichnete sich durch einen für damalige Verhältnisse enormen Funktionsumfang aus. Das SX1 gehört auch zu den ersten Handys, die Augmented Reality («Pokémon Go» lässt grüssen) nutzten.
Das Nokia 7600 war 2004 das erste UMTS-Smartphone von Nokia. Zwar gab es mit dem 6650 schon ein paar Monate früher ein klassisches Handy der dritten Mobilfunkgeneration von Nokia, aber mit dem auffälligen 7600 sollte 3G auch auf Smartphones durchstarten.
Motorola A780: Nach UMTS und Kamera zog auch GPS auf dem Handy ein. Das A780 von Motorola gehörte 2005 zu den ersten Smartphones mit dem Navigationssystem. Die Karten dafür wurden per mitgelieferter Speicherkarte geladen.
Für manche Marktbeobachter gilt erst das iPhone, das der damalige Apple-Chef Steve Jobs am 9. Januar 2007 vorstellte, als erstes Smartphone. Es sollte drei Geräte in einem vereinen: iPod, Mobiltelefon und Internetgerät. Im Vergleich zu den vielen Modellen anderer Hersteller war es aber sogar ziemlich mager ausgestattet. Kein UMTS, kein GPS und keine Frontkamera. Für eingefleischte Smartphone-Fans war auch die Bedienung über einen Touchscreen keine Neuerung.
HTC Dream: Das erste Smartphone mit Googles Android-Betriebssystem war das Dream von HTC, das auch als T1 vermarktet wurde. Es kam im Herbst 2008 auf den Markt und war ein Slider-Phone zum Aufschieben. Unter dem Bildschirm kam eine Tastatur zum Vorschein.
Das Palm Pre markiert eine Zäsur. Es steht für das Ende des Betriebssystems Palm OS und auch die Firma Palm existierte nicht mehr in der bisherigen Form. Bereits 2004 fusionierte Palm mit Handspring, dem Hersteller des Treo. Im April 2010 übernahm Hewlett Packard dann Palm.
Nokia 808 Pure View: Ein ähnliches Schicksal ereilte das Symbian-Betriebssystem von Nokia. Das Nokia 808 Pure View, das Mitte 2012 herauskam, sollte das letzte Symbian-Gerät sein. Eine Besonderheit war die eingebaute Kamera, sie hatte einen Bildsensor mit 41 Megapixeln. Videos konnten in Full-HD aufgezeichnet werden. UMTS gehörte inzwischen überall zum Standard. Ausserdem liessen sich an das Handy USB-Geräte anschliessen.
2014 übernahm Microsoft die Geräte- und Dienstesparte von Nokia. Das letzte Nokia-Telefon war das Lumia 638, das 2014 in Schwellenländern wie China und Indien auf den Markt kam. Mit dem Gerät zielte der Konzern auf das Mittelklassesegment.
Microsoft Lumia 535: Microsoft verabschiedete sich 2015 komplett vom Markennamen Nokia und beendete damit endgültig das Kapitel des einst grössten Handyherstellers in der Mobilfunkgeschichte. 2016 verkaufte Microsoft die Entwicklungssparte für reine Mobiltelefone und die Nokia-Namensrechte an Foxconn. Seit Oktober 2014 bringt Microsoft seine Mobiltelefone nur noch unter dem Namen Microsoft Lumia auf den Markt.
Und so sehen Smartphones mittlerweile aus: Das iPhone 6s Plus ist das zweitneuste Smartphone von Apple. Es wird seit Herbst 2015 verkauft. Der Nachfolger kam am 16. September 2016 auf den Markt. Mit dem Plus-Modell kehrt Apple erstmals von der Firmenpolitik ab, nur Handys für die Hosentasche anzubieten.
Das aktuelle Smartphone-Flaggschiff von Marktführer Samsung ist das Galaxy S7 Edge. Das Gerät verfügt über einen 5,5-Zoll-Bildschirm mit abgerundeten Kanten. Über einen microSD-Slot lässt sich der interne Speicher von 32 GB um 200 GB erweitern. Das 2016 auf den Markt gekommene S7 Edge ist wasserdicht und hat eine Zwölf-Megapixel-Kamera. Es läuft mit dem Android-Betriebssystem, das Samsung angepasst hat.
Für einige Experten gilt der Simon Personal Communicator von IBM aus dem August 1994 als erstes Smartphone. Zwar war der Simon das erste Gerät, das Telefon- und PDA-Eigenschaften in einem Gehäuse verband. Allerdings war es mit dem Simon nicht möglich, im Web zu surfen – für viele das entscheidende Kriterium für ein Smartphone.

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