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Hier versteckte sich Taliban-Gründer Mullah Omar – gleich neben dem US-Militär

Publiziert: 12.03.19, 11:09

Hier soll Mullah Omar gelebt haben. Bild: EPA/EPA FILE/montage watson

Auf seinen Kopf setzten die Amerikaner nach den Anschlägen vom 11. September 10 Millionen Dollar. Doch Mullah Omar, der Gründer und langjährige Führer der Taliban, wurde nie gefasst. Und das, obwohl der Feind quasi der Nachbar war.

Das jedenfalls enthüllt ein aufsehenerregender Bericht einer niederländischen Journalistin für das New Yorker Zomia Center. Die Journalistin hat über Jahre hinweg in Afghanistan recherchiert und schreibt, dass Mullah Omar Afghanistan nie verlassen habe.

Laut der am Sonntag veröffentlichten Studie, die sich auf Interviews mit bisher nicht zugänglichen Quellen stützt, soll Mullah Omar bis zu seinem Tod 2013 jahrelang nahe einer US-Basis in einem abgelegenen Bezirk in der Provinz Sabul gelebt haben. Die Studie widerspricht damit lange vertretenen Theorien von US-Behörden über den Verbleib des Taliban-Führers.

Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid schrieb auf Twitter, Mullah Omar habe nie einen Fuss auf pakistanischen Boden gesetzt. Er veröffentlichte Bilder, die das Haus von Mullah Omar in Afghanistan zeigen soll. Eines der veröffentlichten Bilder zeigt den Eingang zu einem typischen afghanischen Lehmhaus. Laut Mudschahid soll Mullah Omar in dem kleinen Garten mit Rosen Sonnenbäder genommen haben. Weitere Details wolle man in Kürze in einem Buch veröffentlichen.

Die US-Experten waren davon ausgegangen, dass Mullah Omar nach Pakistan geflohen war, nachdem die Taliban nach den Al-Kaida-Angriffen von 2001 in New York und Washington von den USA und Verbündeten militärisch von der Macht in Kabul vertrieben worden waren. Die Taliban hatten den Al-Kaida-Chef Osama bin Laden beherbergt. Sie hatten von 1996 bis 2001 Afghanistan beherrscht.

Der afghanische Geheimdienst hatte 2015 erklärt, Mullah Omar sei in einem Krankenhaus im südpakistanischen Karachi gestorben. Präsidentensprecher Harun Chachansuri schrieb auf Twitter, das Studienergebnis sei eine «wahnhafte Behauptung». Die afghanische Regierung habe ausreichend Beweise, die belegten, dass Omar in Pakistan gelebt habe und dort auch gestorben sei. (meg/sda/dpa)

Die Tricks der Terroristen

Briefbomben gehören zum Standardrepertoire des Terrors. In den letzten Jahren verübten italienische Öko-Extremisten auf diese Weise mehrfach Anschläge auf Schweizer Ziele. AP / REPRO:RONALD ZAK
Briefe mit weissem Pulver sorgen immer wieder für Aufregung. Mehrfach wurden auf diese Weise biologische Kampfstoffe wie Milzbrand oder Anthrax versandt. AP ARCHIV / AXEL SEIDEMANN
An Weihnachten 2009 scheiterte in den USA ein Anschlag auf ein Flugzeug mit einer Bombe, die in einer Unterhose versteckt war. Die Al Kaida im Jemen arbeitet weiterhin an der Entwicklung von Kleidern, die mit Sprengstoff präpariert werden können. EPA / FEDERAL BUREAU OF INVESTIGATION / HANDOUT
Mit Sprengstoff in den Schuhsohlen wollte ein gebürtiger Brite im Dezember 2001 ein Flugzeug zum Absturz bringen. Noch heute müssen Flugpassagiere in den USA ihre Schuhe ausziehen und durchleuchten lassen. AP ABC NEWS / STR
Im Oktober 2010 versuchte die Al Kaida im Jemen, zwei Frachtflugzeuge mit präparierten Druckerpatronen zu sprengen. EPA / DUBAI POLICE / HANDOUT
Im Oktober 2006 konnten in Grossbritannien mehrere Anschläge auf Flugzeugen mit Sprengstoff im Handgepäck vereitelt werden. Danach wurden die Vorschriften zur Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck massiv verschärft. AP dapd / Martin Oeser
Mit Teppichmessern und ähnlichen Gegenständen können Terroristen ebenfalls eine grosse Wirkung erzielen. Bei den Anschlägen vom 11. September 2001 gelang es ihnen unter anderem auf diese Weise, die Flugzeuge zu kapern. AP / JIM MCKNIGHT
Der russische Ex-Spion Alexander Litwinenko starb 2006 in London nach einer Vergiftung mit dem radioaktiven Polonium-210. Eine ähnliche Todesursache wird bei Palästinenserpräsident Jassir Arafat vermutet, doch der Befund ist umstritten. AP / WINFRIED ROTHERMEL
Mit Handys lassen sich Bomben fernzünden, wie 2004 in Madrid, sie lassen sich aber auch als Bombe verwenden. Der israelische Geheimdienst tötete auf diese Weise 1996 einen Bombenexperten der Hamas. AP / LEFTERIS PITARAKIS

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