An der Schweizer Börse wird ebenfalls ein Einbruch erwartet.
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Schweizer Leitindex SMI stürzt zum Start um 1,5 Prozent ab
Der Ausverkauf an den US-Börsen hat am Donnerstag auch den Schweizer Aktienmarkt in die Tiefe gezogen. Wiederaufflammende Konjunkturängste und die Sorge vor stärker als erwartet steigenden Zinsen in den USA sorgten für einen Kursrutsch. Auslöser für die Beschleunigung auf der Talfahrt ist nach Ansicht von Marktteilnehmern US-Präsident Donald Trump.
Trump hatte die Geldpolitik der US-Notenbank Fed erneut in ungewöhnlich scharfen Worten kritisiert. «Ich denke, dass das Fed einen Fehler macht», hatte Trump in der Nacht auf Donnerstag auf die Frage eines Journalisten nach dem heftigen Kursrückgang an der Wall Street gesagt.
Trump: «Fed verrückt geworden»
Die Notenbank fahre geldpolitisch einen zu straffen Kurs. «Ich denke, dass das Fed verrückt geworden ist», doppelte er gar nach. Die Wall Street hatte einen ihrer schwärzesten Tage in diesem Jahr erlebt. Der Dow Jones-Index brach um 3,2 Prozent ein, die technologielastige Nasdaq rauschte gar um über 4 Prozent nach unten. Herbe Verluste gab es auch an Asiens Handelsplätzen.
Der japanische Nikkei-Index fiel am Donnerstag um 4,1 Prozent auf 22'552,31 Punkte. In Hongkong gab der Hang-Seng-Index um 3,2 Prozent nach. In China ging es noch stärker abwärts: Der Shanghai-Composite-Index fiel um 5,2 Prozent, während der Shenzhen-Component-Index um 6,07 Prozent verlor.
In Europa ging es am Donnerstag ebenfalls mit Kursstürzen weiter. Der Schweizer Leitindex SMI sackte bis zum Mittag um 2,4 Prozent auf 8'685,53 Punkte ab. In Deutschland verlor der Leitindex Dax 2,2 Prozent, in Frankreich der CAC 40 1,5 Prozent und in Grossbritannien der FTSE 100 1,8 Prozent. Der für die Eurozone massgebliche Euro Stoxx 50 gab um 1,4 Prozent nach.
Keine Rede von Panik
Neben Trump und dem Fed mache die Warnung des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor Börsenturbulenzen wegen des Zollstreits zwischen den USA und China die Anleger nervös, sagten Börsianer. Händler sprachen angesichts der allgemeinen Lage von Gewinnmitnahmen. «Es ist logisch, dass es auch mal runter geht. Von Panik würde ich aber nicht sprechen. Das wäre erst bei Kursverlusten von -5 oder -10 Prozent der Fall», sagte ein Marktteilnehmer.
Am heftigsten erwischt es die Bankentitel: Zuvorderst bei den Verlierern stehen die Julius-Bär-Titel (-4%), vor den UBS- (-3,6%) und Credit-Suisse-Aktien (-3,2%). Die Sorgen an der Zinsfront trieben die Anleger aus den Papieren.
Ebenfalls in den Strudel der Nasdaq gerieten die Schweizer Technologiewerte: AMS-Aktien büssen noch 2 Prozent ein. Allerdings macht der Halbleiterhersteller einen Teil der frühen Kursverluste wett. Auch die Titel der Technologieunternehmen Logitech (-2,7%), Also (-6,7%) und Kudelski (-5,1%) werden heftig gerupft. Temenos büssen 2,4 Prozent ein.
Die Luxusgüterhersteller Richemont (-2,7%) und Swatch (-2,0%) werden von China-Sorgen geplagt. Im wichtigsten Markt China schwächelt die Währung Yuan. Zudem spitzt sich der Handelsstreit mit den USA weiter zu. US-Präsident Donald Trump hat mit weiteren Strafzöllen gedroht. (aeg/awp/sda)
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Der Schweizer Aktienindex SMI
Auf Platz zwei ist ebenfalls ein Basler Pharmamulti, die F. Hoffmann-La Roche AG oder kurz Roche. Ihr Börsenwert liegt ebenfalls über 200 Milliarden Franken.
Aktuelle Börsendaten. KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS Zu den drei Schwergewichten gehört auch der Nahrungsmittelkonzern Nestlé mit Hauptsitz in Vevey, ebenfalls mit einem Börsenwert über 200 Milliarden Franken.
Aktuelle Börsendaten. X90072 / DENIS BALIBOUSE Als nächster Titel folgt die Grossbank UBS, ihr Börsenwert beträgt aber mit 50 Milliarden bereits nur noch ein Viertel des Wertes der Schwergewichte.
Aktuelle Börsendaten. KEYSTONE Die Zurich Insurance Group – oder im Volksmund Zürich Versicherung – ist an der Börse rund 40 Milliarden Franken wert.
Aktuelle Börsendaten. KEYSTONE / WALTER BIERI Der Elektrotechnik- und Automationskonzern ABB ist ebenfalls um die 40 Milliarden Franken wert.
Aktuelle Börsendaten. KEYSTONE / WALTER BIERI Der Name des Genfer Luxusgüterkonzern Richemont SA ist weniger bekannt, als die Firmen, die zum Konzern gehören: Cartier, Chloé, IWC, Montblanc um nur einige zu nennen. Börsenwert: etwas weniger als 40 Milliarden Franken.
http://www.finanzen.net/aktien/COMPAGNIE_FINANCIERE_RICHEMONT-Aktie X90072 / DENIS BALIBOUSE
Die Grossbank Credit Suisse hat einen Börsenwert um die 30 Milliarden Franken.
Aktuelle Börsendaten. AP/Keystone / Steffen Schmidt Die Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft Swiss Re mit Hauptsitz in Zürich ist eines der weltweit grössten Rückversicherungsunternehmen gehört mit einem Börsenwert von von 28 Milliarden Franken zum Mittelfeld des SMI.
Aktuelle Börsendaten. X90079 / CHRISTIAN HARTMANN Der Basler Syngenta ist weltweit einer der grössten Konzerne im Agrargeschäft, dazu gehören Pflanzenschutz und Saatgut. Mit einer Marktkapitalisierung von 27 Milliarden Franken gehört der Konzern ebenfalls zum Mittelfeld im SMI.
Aktuelle Börsendaten. KEYSTONE / PATRICK STRAUB Auch das Telekommunikations-Unternehmen Swisscom zählt mit einer Marktkapitalisierung von 27 Milliarden Franken zum Mittelfeld des SMI.
Aktuelle Börsendaten. KEYSTONE / GAETAN BALLY Baustoffhersteller Holcim Ltd. mit Hauptsitz in Rapperswil-Jona: Marktkapitalisierung 20 Milliarden Franken.
Aktuelle Börsendaten. KEYSTONE / ENNIO LEANZA Zur Swatch Group ist nicht nur Hersteller von Billiguhren. Zum Westschweizer Unternehmen gehören unter anderen auch die Marken Omega, Blancpain, Tissot und Calvin Klein. Marktkapitalisierung: 19 Milliarden Schweizer Franken.
Aktuelle Börsendaten. EPA/KEYSTONE FILE / EDDY RISCH Die Givaudan SA mit Sitz in Vernier, Schweiz, ist der weltweit grösste Hersteller von Aromen und Duftstoffen. Marktkapitalisierung: 15 Milliarden Franken.
Aktuelle Börsendaten. KEYSTONE / MARTIAL TREZZINI Die SGS SA mit Sitz in Genf ist ein international tätiger Schweizer Warenprüfkonzern. Bei den Inspektionen geht es um die Prüfung und den Nachweis der Menge, des Gewichts und der Qualität der gehandelten Waren. Marktkapitalsierung 13 Milliarden Franken.
Aktuelle Börsendaten. KEYSTONE / SALVATORE DI NOLFI Die Geberit AG ist ein weltweit tätiger Konzern im Sanitärbereich mit Sitz in Rapperswil-Jona. Marktkapitalisierung 11 Milliarden Franken.
Aktuelle Börsendaten. KEYSTONE / STEFFEN SCHMIDT Die Adecco S.A. ist der weltweit grösste Anbieter für Personaldienstleistungen und weltweit einer der grössten Arbeitgeber. Marktkapitalisierung 11 Milliarden Franken.
Aktuelle Börsendaten. KEYSTONE / DOMINIC FAVRE Actelion Ltd ist ein Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Allschwil, Kanton Basel-Landschaft. Marktkapitalisierung 11 Milliarden Franken.
Aktuelle Börsendaten. KEYSTONE / GEORGIOS KEFALAS Die Transocean Ltd. ist ein auf Tiefseebohrungen spezialisierter international tätiger Konzern mit Sitz in Steinhausen in der Schweiz. Marktkapitalisierung 5 Milliarden Franken.
Aktuelle Börsendaten. KEYSTONE / GAETAN BALLY Die SFS Group AG ist ein Unternehmen für mechanische Befestigungssysteme und Präzisionskomponenten. Der Hauptsitz befindet sich in Heerbrugg. Marktkapitalisierung 2Milliarden Franken.
Aktuelle Börsendaten. KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER
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