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Das Wasser steigt und steigt

18 türkische Bergarbeiter drohen nach Unglück zu ertrinken



Rescue workers use pipes to pump water out of the mine after underground waters flooded a section of the Has Sekerler mine in the town of Ermenek, some 500 kilometers (300 miles) south of Ankara, close to Turkey’s Mediterranean coast, early Wednesday, Oct. 29, 2014. Surging water trapped at least 18 workers Tuesday in the coal mine, officials and reports said - an event likely to raise even more concerns about the nation's poor workplace safety standards. Initial reports said flooding inside the coal mine near caused a cave-in, but subsequent reports workers were trapped by the water. (AP Photo/Depo Photos)

Die Rettungsarbeiten gestalten sich schwierig. Bild: AP/Depo Photos

Nach dem schweren Grubenunglück im Süden der Türkei schätzt der Energieminister Taner Yildiz die Aussichten als nicht gut ein. Die Überlebenschancen für die 18 in einem überfluteten Stollen eingeschlossenen Bergarbeiter sinken stündlich.

«Die Zeit spielt gegen uns», erklärte Yildiz. «Der Wasserspiegel steigt alle zwei Stunden um einen Meter.» Die Bergungsarbeiten liefen am Mittwoch auf Hochtouren weiter.

«Die Zeit spielt gegen uns. Der Wasserspiegel steigt alle zwei Stunden um einen Meter.»»

Energieminister Yildiz

Fünf Monate nach dem schwersten Bergbauunglück in der Geschichte der Türkei ist damit erneut eine Grube zur Falle geworden: Schauplatz der neuen Tragödie ist die Steinkohlegrube in der Stadt Ermenek in der Provinz Karaman fast 500 Kilometer südlich von Ankara.

Nach vorläufigen Behördenangaben wurden 34 Menschen am Dienstagnachmittag von einem Wassereinbruch überrascht, nur die Hälfte von ihnen konnte sich rasch befreien. Yildiz zufolge sassen 18 ihrer Kollegen in mehr als 300 Meter Tiefe fest.

Keine Explosion

Provinzgouverneur Murat Koca wies Medienberichte zurück, wonach es eine Explosion gegeben haben soll. Warum der Teil der Grube überflutet wurde, war aber nach wie vor offen. Ein Sprecher des Grubenbetreibers sagte am Nachmittag im Fernsehen, die Eingeschlossenen könnten «nicht länger als zwei Stunden überleben».

epa04467390 Rescue workers and people try to save miners after a collapse Ermenek district in Karaman, Turkey 28 October 2014. At least 18 workers were trapped underground on 28 October after a coal mine collapse in Karaman province in southern Turkey, a local official said. Emergency crews were at the scene trying to drain water that had flooded parts of the underground area. The water levels were causing concern for the lives of those trapped.

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16 Arbeiter konnten sich rasch befreien – 18 stecken immer noch fest. Bild: EPA/ANADOLU AGENCY

Zwar machten sich nach dem Alarm mehr als 250 Hilfskräfte der Notfallbehörde auf den Weg, um die Bergungsarbeiten zu koordinieren. Trotz des Versuchs, das Wasser abzupumpen, gelang ihnen zunächst aber kein Durchbruch. In den Stollen seien mehr als 10'000 Tonnen Wasser gelaufen, sagte Yildiz. Pro Stunde könnten aber nur 180 bis 200 Tonnen abgepumpt werden.

Zum dritten Mal überflutet

Ein Bergarbeiter, der sich in Sicherheit bringen konnte, machte Sicherheitsmängel für das Unglück verantwortlich. Das Drama hätte durch Befolgen der üblichen Regeln verhindert werden können, sagte er der Nachrichtenagentur Anadolu. Dies sei schon das dritte Mal, dass die Mine überflutet wurde.

Am 13. Mai waren in einer Grube Soma im Westen der Türkei 301 Bergleute nach einer Explosion ums Leben gekommen. Der damalige Regierungschef und heutige Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Angehörigen der Opfer mit seiner erschreckenden Gleichgültigkeit zusätzlich erzürnt, es kam zu wütenden Protesten gegen ihn, die Regierung und die Zechenbetreiber.

Ermittlungen ergaben, dass grundlegende Sicherheitsvorkehrungen missachtet worden waren. Acht Manager sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Zwar wurde Ende Mai ein Gesetz verabschiedet, das zu mehr Sicherheit führen soll und die Arbeitszeit der Bergarbeiter verkürzt.

Nach einer Statistik der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) liegt die Türkei bei Todesfällen am Arbeitsplatz aber weltweit nach wie vor auf Rang drei. (sda/afp)

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