Blogs
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Ekelhaft: Dieser Junge trägt noch nicht mal Handschuhe, während er preisgünstige Kleider für Schweizer Kunden produziert.  Bild: shutterstock

Der Enthüller

Der Enthüller

Gesundheitsgefahr: Jedes zweite Billigshirt mit Kinderschweiss kontaminiert 

buzz orgler

Basel (den) — Es ist eine Schande für die Textilindustrie. Ein Test der Stiftung Quality-Control fördert zu Tage, dass jedes zweite T-Shirt mit Kinderschweiss kontaminiert ist. Durchschnittlich drei Gramm befinden sich in einem Kleidungsstück. Auch Produkte aus Bio-Baumwolle sind von den Verunreinigungen betroffen. Bei Hosen steigt der Wert sogar auf bis zu 12 Gramm an! «In so einer hohen Konzentration stellen die Verunreinigungen eine Gefahr für die Gesundheit dar», warnt Michael Imhof vom Institut für Verbraucherschutz. 

Er wirft Billigproduzenten vor, das Wohl europäischer Käufer kaltblütig aufs Spiel zu setzen. «Jeder weiss, dass die 12- bis 14-jährigen Näherinnen in den Fabriken auf Grund ihrer Mangelernährung an Krankheiten leiden. Die Viren und Bakterien schwitzen sie während des 14-stündigen Arbeitstages in die Shirts rein. Und diese kontaminierten Textilien landen dann in unseren Läden. Das sind im wahrsten Sinne des Wortes Sweatshirts». Zwar könne sich der Konsument vor den Krankheitserregern schützen, in dem er die Kleidungsstücke nach dem Kauf gleich wasche. «Wer aber die Textilien im Laden anprobiert, der infiziert sich schon vor Ort.» Es könne ausserdem nicht angehen, dass der Konsument sein 14-fränkiges Shirt vor dem Tragen auch noch waschen müsse. «Wenn Sie ein Auto kaufen, müssen Sie ja auch nicht zuerst den Innenraum saugen, bevor Sie damit fahren können», so Imhof. 

Bild

Der Juckreiz von Franziska von Hausen hielt fünf Minuten an. «Solche Schmerzen erlitt ich das letzte Mal, als mir beim Geldbezug am Bancomaten der Nagel riss.» Bild: shutterstock

Ausschlag und Atemnot 

Franziska von Hausen weiss, was Kinderschweiss anrichten kann. Die 52-jährige Gattin eines Privatiers kauft kurz vor Weihnachten eine Bluse für 29 Franken. Schon kurz nach dem Anprobieren setzt starker Juckreiz ein, von Hausen bekommt kaum noch Luft. Sie durchleidet in einer Modefiliale mit zwei Buchstaben (wir dürfen Markennamen nicht ausschreiben, aber sie Haben Möglicherweise durchschaut, wen wir meinen) bange Minuten. «Mir wurde plötzlich blümerant, alles begann sich zu drehen», erinnert sie sich. 

Von Hausen ist allergisch gegen Curry. Sie vermutet, dass Spuren des Gewürzes es in ihre Bluse geschafft haben. «Bestimmt hat eines dieser Kinder was mit Curry gegessen und das Teufelszeug dann in mein Kleidungsstück geschwitzt.» Dieser Meinung ist auch Konsumentenschützer Michael Imhof. Der Fall von Hausen beweise, wie gefährlich kontaminierte Kleidung sei. «Obwohl auf indischen Baumwollplantagen massenhaft Pestizide eingesetzt werden, schaffen es die Krankheitserreger der Kinder trotzdem nach EuropaFranziska von Hausen könne von Glück sprechen, dass die Nähte ihrer Bluse so billig verarbeitet gewesen seien. «Dank einem kräftigen Ruck konnte sie sich das Kleidungsstück im Nu vom Leib reissen. Gott weiss, wie die Geschichte sonst ausgegangen wäre.»  

Diese ungeduschten Kinder fassen unsere Wäsche an

abspielen

«Braucht es Tote, bevor reagiert wird?»

Michael Imhof fordert die grossen Textilhersteller dazu auf, endlich ihre Konsumenten zu schützen. «Auch Schweizer Säuglinge tragen Kleider, die durch verschwitzte Kinderhände gingen. Muss es erst zu Todesfällen kommen, bevor die Firmen reagieren?» Ihm sei bewusst, dass man aus Kostengründen nicht plötzlich Klimaanlagen in die 45 Grad heissen Produktionsräume einbauen könne. «Es sollte jedoch möglich sein, die Hände der Arbeiterinnen mit Handschuhen zu überziehen.»

Imhof fordert ausserdem, dass die Textilien vor der Reise nach Europa gewaschen werden. «Sie würden bei der Ankunft besser riechen und wären keimfrei. Ausserdem könnten Schweizer Haushalte dadurch Millionen von Litern an kostbarem Trinkwasser sparen.» Einige Produzenten prüfen Imhofs Vorschläge. «Solche Optimierungen sind natürlich immer mit Kosten verbunden», sagt Peter Stutz von A.U.S.B.E.U.T. (Ausländische und Schweizer Behörde für Energie und Textilien). Das Waschen der Shirts vor dem Export würde etwa 28 Rappen pro Kleidungsstück kosten. Man arbeite momentan an einer Lösung, wie man die Konsumenten vor diesem horrenden Preisaufschlag schützen könnte, ohne sich die Gewinnmarge zu versauen. Allerdings würden sich die indischen Behörden querstellen. «Das legale Arbeitsalter liegt dort noch immer bei 15 Jahren. Solange kein Spielraum nach unten besteht, sehe ich für die Konsumenten, die günstige Preise fordern, schwarz.» 

Der Enthüller

Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über Schwulenhasser, die in Russland Asyl beantragen oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu. 

www.der-enthüller.ch
Der Enthüller auf Facebook
Der Enthüller auf Twitter



Das könnte dich auch interessieren:

Nach 27 Jahren kommt der Nachfolger der SMS – das musst du über RCS wissen

Link zum Artikel

Merkel beginnt bei Staatsbesuch plötzlich zu zittern – Entwarnung folgt kurz darauf

Link zum Artikel

Wetter: Nächste Woche wird's heiss

Link zum Artikel

Ohrfeige für Bundesanwalt vom Bundesstrafgericht – Lauber ist im FIFA-Fall befangen

Link zum Artikel

40 Millionen Liter Trinkwasser verschwunden? Das Rätsel von Tägerig ist gelöst

Link zum Artikel

OMG – wir haben Knoblauch unser ganzes Leben lang falsch geschält

Link zum Artikel

Warum Donald Trump 2020 wiedergewählt wird – und warum nicht

Link zum Artikel

Ein 3-jähriges Mädchen zerstört eine Fliege – das macht dann 56'000 Franken

Link zum Artikel

«Kann man sich in einen guten Freund verlieben?»

Link zum Artikel

Facebook will eine digitale Weltwährung etablieren

Link zum Artikel

Federer vor Halle-Auftakt: «Rasen hat seine eigenen Regeln – vor allem für mich»

Link zum Artikel

We will always love you – vor 60 Jahren veröffentlichte Dolly ihre erste Single

Link zum Artikel

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zing1973 19.01.2015 11:17
    Highlight Highlight Über so ein ernstes Thema wie Kinderarbeit,macht man keine Witze!!Was fällt euch den ein wenn ich fragen darf?!
    • Sorbitolith 19.01.2015 13:55
      Highlight Highlight Das sind keine Witze, das nennt sich Satire.
  • ginnje 15.01.2015 19:14
    Highlight Highlight etwas mehr Vertrauen wäre angebracht. A.U.S.B.E.U.T. regelt das schon!
  • Blutgruppe 15.01.2015 18:07
    Highlight Highlight Genial, böse xD

FAKE YOU!

Ob «The Onion», «Der Postillon», Trump oder Pierre Maudet: Fake News machen einfach Spass! Darum hier mein Fake-You-Debüt mit drei völlig plausiblen Meldungen. Einfach «Bild speichern unter», teilen, und falls tatsächlich einer drauf reinfällt, bitte Screenshot (anonymisiert) hier in die Kommentare. Danke.

Artikel lesen
Link zum Artikel