Blogs
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Image

Diese Farben lösen absichtlich einen Brechreiz aus.  fdp

Der Enthüller

Clever! FDP druckt absichtlich verunstaltete Wahlplakate – Vandalen haben keine Chance

Pavel Kulicka

Zürich (den). Seit ein paar Tagen hängen sie wieder und zeigen jedem, dass bald noch mehr davon folgen werden: Die übergrossen Wahlplakate. Noch hängen sie nur an einigen Wänden in Zürich und kündigen den Wahlkampf für den Kantonsrat an. Doch schon bald wird der nationale Kampf um die prestigeträchtigeren Sitze in Bern eingeläutet und man wird in der Schweiz keinen öffentlichen Meter mehr gehen können, ohne dass man von Politikerköpfen angestrahlt wird. Nicht selten löst diese plakatische Omnipräsenz den  Drang aus, selbige mit einem Marker zu verschandeln.

Die Zürcher FDP will nun möglichen Vandalen ein Schnippchen schlagen. «Wir haben unsere Plakate absichtlich sehr hässlich gestaltet und nehmen den Schmierfinken so den Wind aus den Segeln», sagt FDP-Kampagnenleiter Thomas Bolliger. Und tatsächlich; bei näherem Hinsehen fällt dem Betrachter auf, dass mit dem Plakat für die beiden Zürcher Regierungsratskandidaten Thomas Heiniger und Carmen Walker Späh irgendetwas nicht stimmen kann. «Wir haben für die Kandidaten absichtlich ein übles Farbsujet gewählt. Schwarz-grau-weiss komplettieren wir mit einem hässlichen pink-lachs-violett. Selbst unseren Grafikern wurde es bei der Gestaltung des Plakates regelmässig schlecht. Auch ich kann das Plakat nur mit nüchternem Magen betrachten», so ein sichtlich stolzer Bolliger.

Auf dem Weg zur Spasspartei

Auch weitere Plakate mit einem FDP-ähnlichen Layout sind nicht frei von Fehlern. Obwohl weder die Plakate noch die äusserst schlechte Webseite Hinweise auf eine Verbindung zur FDP enthält, bekennt sich Bolliger zu den Plakaten. «Wir wollten unseren Wählern zeigen, dass wir keine abgehobene Partei der Wirtschaftselite sind, sondern die gleichen Rechtschreibefehler machen, wie der normale Büezer, für den wir uns ja bekanntlich im Parlament regelmässig einsetzen.»

Plakate von der FDP? Schlecht sind sie auf jeden Fall.

Politexperte Michael Hartmann kann der neuen Strategie der FDP nichts abgewinnen. «Die FDP ist auf dem besten Weg, so zu enden wie ihre deutsche Schwesterpartei. Auch dort versuchte die FDP 2002 mit einem unorthodoxen Wahlkampf gegen den Wählerschwund vorzugehen und wollten somit auf einen Wähleranteil von 18% kommen», so Hartmann. Heute sei die FDP nicht mehr im deutschen Bundestag vertreten. «Das Motto der FDP ist seit Jahren nur noch ‹Wir haben 1848 den Bundesstaat gegründet, darum muss man uns heute noch wählen›. Mit dieser Einstellung kommt man bei den Wählern nicht mehr an. Nun versucht sich die FDP als Spasspartei, weil ihr nach wie vor eine Vision fehlt. Das kann auf die Dauer nur im Desaster münden», ist Hartmann überzeugt.

Der Wahlkampf ist lanciert. Und wenn die FDP hält, was sie in der Vergangenheit versprochen hat, werden wir auch dieses Jahr wieder solche Perlen zu sehen bekommen:

Der Enthüller

Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über einen Schwangerschaftstest fürs iPhone oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu.

www.der-enthüller.ch
Der Enthüller auf Facebook
Der Enthüller auf Twitter



Abonniere unseren Newsletter

6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Christian Denzler 22.01.2015 18:22
    Highlight Highlight Wahlplakate sind selten Glanzleistungen und hier haben wir ein gutes Beispiel was geschieht, wenn alles nichts mehr kosten darf. Aber auch hier gilt: Nur keine Publicity ist schlechte Publicity.
  • Hedi Wyler 21.01.2015 11:39
    Highlight Highlight Es ist nicht gut mit den Farben vom Plakat und frech einfach an der Frau eine andere Frissur machen mit dem Frissurencomputer, wesswegen sie auch noch einen falschen Lipenstieft hat und am Mann das Gesicht verzogen. Hört auf immer schlechte Wahlplakate machen besser macht eine Proportsverbindung mit der SVP dann habt ihr wieder schöne Plakate (mit lustiger Sonne usw.)
    • nepal 25.01.2015 18:17
      Highlight Highlight zum glück habe ich den woz artikel über sie gelesen "frau" wyler
  • Ridcully 20.01.2015 19:59
    Highlight Highlight Das finde ich sogar als FDP-Mitglied lustig! Make my day!
    • Androider 20.01.2015 22:31
      Highlight Highlight *Made my day ^^
    • Ridcully 20.01.2015 23:06
      Highlight Highlight dirty harry sagt aber "make my day".... und dieser Artikel will make my day, wenn ichnden Morgen an meine Partei-Kollegen weiterleite... Vorfreude eben:-)

Der Enthüller

#Nacktselfie: Fake-Account für den Jugendschutz

Bern - (den). Während die halbe Twitter-Gemeinde nach dem Profil der Nackt-Sekretärin aus dem Bundeshaus fahndet, hat der Enthüller die Dame, oder besser den besagten Account, ausfindig gemacht. Dabei handelt es sich nicht, wie zuerst von vielen angenommen, um eine Mitarbeiterin der Bundesverwaltung, die an einer ausgeprägten Form von Langweilitis gepaart mit einem krassen Fall von Exibitionismus leidet. Nein, der Account gehört der Jugendschutzstelle Pro Jugitute. Die Organisation will …

Artikel lesen
Link to Article