Blogs
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Nostalgietram faehrt am Mittwoch, 5. September 2007, auf der Zuercher Bahnhofsstrasse an einem Cobra Tram vorbei. Die Verkehrsbetriebe Zuerich VBZ feiern heute ihr 125-jaehriges Jubilaeum. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Das Tram. Ein Pfuhl von Schwarzfahrern und Besserwissern.  Bild: KEYSTONE

Der Enthüller

Studentenverband bietet Kurs im Schwarzfahren an

Satire - (fast) kein Wort ist wahr

Pavel Kulicka

Zürich (den). Jeder kennt die Situation. Man sitzt im Tram oder Zug, die Türen schliessen sich und plötzlich ertönt die Stimme «Billettkontrolle, bitte alle Billette vorweisen.» Kein Problem für den durchschnittlichen ÖV-Benutzer. Er hat sein Abo, oder wenigstens seine Stempelkarte, gezückt und wird vom Kontrolleur mit einem freundlichen Nicken belohnt. Weniger freundlich werden die Schwarzfahrer behandelt, die zu faul, zu betrunken oder zu intelligent waren, sich ein Billett zu lösen. Damit diese dritte Gruppe in Zukunft keine Busse bezahlen muss, bietet der Studentenverband «Für eine soziale ÖV-Benutzung» nun Kurse im «richtig Schwarzfahren» an.

«Wir haben uns bei anderen Studenten umgehört und sind zum Schluss gekommen, dass wir als Bildungselite des Landes eigentlich keine Billette zu lösen haben, wie dies der gemeine Pöbel machen muss», sagt Philosophiestudent Sven Müller. «Nach Rücksprachen mit diversen Mitgliedern haben wir eine Liste mit todsicheren Tipps zur Vermeidung einer Busse erstellt. Diese Tipps wollen wir nun in bezahlten Kursen allen Studis zukommen lassen.» Damit niemand gratis vom Kurs profitiert, werden Stichproben durchgeführt und die Kursbescheinigungen der Anwesenden kontrolliert.

**WARNING: CONTAINS NUDITY** Starlet celebrity and glamour girl, Micaela Schaefer seen promoting her new book, Pictured: Micaela Schaefer

Ref: SPL763274 220514
Picture by: Splash News

Splash News and Pictures
Los Angeles: 310-821-2666
New York: 212-619-2666
London: 870-934-2666
photodesk@splashnews.com

*** Local Caption *** World Rights" data-src="/imgdb/5bbe/Qx,B,0,0,3455,5183,1803,1240,576,864/5826889879293505" style="padding-bottom: 149%;">

Mal ehrlich, könnten Sie dieser Frau eine Busse geben? (Man beachte, wie das Baby lässig seinen rechten Arm auf der Hupe platziert ...). Bild: SPLASH NEWS

«Immer einen Kugi dabei haben»

Frauen sind zum Kurs zugelassen, Müller rät ihnen jedoch von einem Besuch ab. «Wenn wir etwas aus den Feedbacks der Studis gelernt haben, dann, dass die meisten Kontrolleure Männer im Alter zwischen 25 und 65 sind. Diese Altersgruppe ist speziell empfänglich für weibliche Reize», so Müller. «Als Frau reicht es, unschuldig zu schauen, mit den Haaren zu spielen und mit einem leichten Lispeln zu sagen ‹Also ich han ja wellä äs Billett löse, aber vor äm Automat heds ä ganz langi Schlange gha und well ich ebä mis chranke Grosi muän go bsuächä, han ich kei Ziit gha zum warte.› Diese Masche klappt immer.»

Um als Mann einer Busse zu entgehen, braucht es einiges mehr an Verhandlungsgeschick. «Der Klassiker ist natürlich, das Portmonee inklusive Geld, Ausweis und Abo als vergessen zu deklarieren und dann eine falsche Adresse anzugeben. Da fallen schon 30 Prozent der Kontrolleure drauf rein», so Müller. «Fast noch besser ist es, seine Mehrfahrtenkarte kurz vor der Kontrolle mit einem Kugi selbst zu entwerten und geltend zu machen, dass bei der Station XY der Entwerter ausser Betrieb war. Das muss auch dem beschränktesten Kontrolleur Eindruck machen.»

«Unbedingt nach dem Ausweis fragen»

Für die ganz harten Fälle hat Müller die ultimative Waffe bereit. «Falls der Kontrolleur Ihnen auf die Schliche kommt, drehen Sie den Spiess um und verlangen Sie seinen Ausweis. Da könnte ja jeder in einer Gruppe von acht Männer mit identischer Jacke auftauchen und eine Ausweiskontrolle durchführen.»

Angst davor, dass sein Kurs nun überflüssig ist, da er nun den ganzen Inhalt im grössten Schweizer Only-Online-Medium ausgebreitet hat, kennt Müller nicht. «Unsere Hipster-Studis würden nie im Leben eine Online-Zeitung lesen. Und wenn, dann nur die ‹NZZ›, da hat es wenig Bildli. Da kommt man sich gleich viel überlegener vor.»

Der Enthüller

Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über Schwulenhasser, die in Russland Asyl beantragen oder tote Eskimos wegen der Ice Bucket Challenge, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu.

www.der-enthüller.ch
Der Enthüller auf Facebook
Der Enthüller auf Twitter



Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • iten 17.10.2014 14:50
    Highlight Highlight Ach wenn die Falschmeldung sooo offensichtlich als Satire deklariert wird, macht das Lesen nur noch halbsoviel Spass. Bitte nicht so offensichtlich aufklären ;) Man merkts dann beim durchlesen sowieso.. Ausser man hat einen IQ von einem Glas Wasser.

Der Enthüller

#Nacktselfie: Fake-Account für den Jugendschutz

Bern - (den). Während die halbe Twitter-Gemeinde nach dem Profil der Nackt-Sekretärin aus dem Bundeshaus fahndet, hat der Enthüller die Dame, oder besser den besagten Account, ausfindig gemacht. Dabei handelt es sich nicht, wie zuerst von vielen angenommen, um eine Mitarbeiterin der Bundesverwaltung, die an einer ausgeprägten Form von Langweilitis gepaart mit einem krassen Fall von Exibitionismus leidet. Nein, der Account gehört der Jugendschutzstelle Pro Jugitute. Die Organisation will …

Artikel lesen
Link to Article