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Breaking: Toni Bortoluzzis Entschuldigungsrede für die Gay Pride

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Breaking: Toni Bortoluzzis Entschuldigungsrede für die Gay Pride

13.06.2014, 15:0313.06.2014, 15:35
Buzz Orgler
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Zürich (den) – Jetzt also doch. Der SVP-Politiker Toni Bortoluzzi entschuldigt sich heute Abend an der Zürcher Gay Pride für seine Aussage, dass Schwule und Lesben «fehlgeleitet» seien. Dem Enthüller liegt die Entschuldigungsrede exklusiv vor. Lesen Sie also schon jetzt, was die Öffentlichkeit erst heute Abend hören wird.

Toni Bortoluzzi hat nichts gegen Schwule. Er besitzt mehrere Alben von Elton John.
Toni Bortoluzzi hat nichts gegen Schwule. Er besitzt mehrere Alben von Elton John.Bild: KEYSTONE

Liebe Bürger Zürichs, geschätzte Schweizer, weniger (evtl. weglassen) geschätzte Ausländer, liebe Schwuchteln (vielleicht besser: warme Brüder und heisse Schwestern) (Pause für Applaus)

Es ist mir eine ausserordentliche Ehre heute vor Ihnen stehen zu dürfen. Wenn ich in die Menge blicke, sehe ich viele Fahnen, bunte Kostüme und fröhliche Menschen. Es ist ein Bild, wie ich es bisher nur von der Fasnacht kannte. Dort allerdings mit normalen Heterosexuellen (Pause für Gelächter).

Aber jetzt mal ganz im Ernst oder Fritz, oder wie auch immer Ihr Partner heissen mag (erneut Pause für Gelächter).

Wir alle sind heute hier, um etwas zu feiern, und zwar die Toleranz. Die Toleranz gegenüber Menschen, die anders sind. Menschen, die nicht die SVP wählen oder beim Gripen Nein gestimmt haben. Wir alle kennen diese Menschen. Sie wahrscheinlich noch besser als ich, Sie müssen sich ja täglich im Spiegel ertragen (Pause für Gelächter).

Durch meine Aussagen kürzlich, dass Schwule und Lesben fehlgeleitet seien, ist möglicherweise der Eindruck entstanden, dass ich keine Toleranz gegenüber diesen abnormalen Randgruppen hätte. Das ist falsch. Lassen Sie es mich nochmals klipp und klar sagen: Ich habe nichts gegen Arschfi... äh – Schwule und Lesben. Ganz im Gegenteil. Mein langjähriger Kollege Hans Jucker war ja selbst schwul, und wir kamen bestens miteinander aus, trotz dieser Abnormität.

«Es tut mir also leid, wenn Sie sich aufgrund meiner ehrlichen Worte verletzt gefühlt haben. Das war nie meine Absicht. Was meine genaue Absicht war, weiss ich nicht mehr ...»
Der Beweis: Bortoluzzi hat extra seine CD-Sammlung auf seiner Bettdecke ausgebreitet.
Der Beweis: Bortoluzzi hat extra seine CD-Sammlung auf seiner Bettdecke ausgebreitet.Bild:

Das Thema Homosexualität hat mir nie Mühe bereitet. Ich habe etliche Elton-John-Alben daheim, die das beweisen können. Auch eine CD von t.A.T.u. nenne ich mein Eigen. Falls Sie die nicht mehr kennen, das waren zwei Sängerinnen aus Russland, die in ihren Videos jeweils herumlesbelten. Auch das hat mich nie gestört, ganz im Gegenteil, ich fand die beiden sogar ziemlich geil. 

Doch darum geht es nicht. Es geht um meine Aussagen, die völlig aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Ja richtig, ich bin ein Opfer. Ein Opfer der Medien. Den Satz, «Homosexuelle haben einen Hirnlappen, der verkehrt läuft», habe ich so nie gesagt. Das Originalzitat lautete «Homosexuelle, die ich als vollwertige Menschen betrachte und zutiefst schätze, denn ohne sie wäre die Welt um einiges weniger bunt, haben manchmal einen Hirnlappen, der verkehrt läuft, wenn sie im Ausgang zu viel getrunken haben und dann laut grölend durch die Altstadt nachhause laufen.»

Es tut mir also leid, wenn Sie sich aufgrund meiner ehrlichen Worte verletzt gefühlt haben. Das war nie meine Absicht. Was meine genaue Absicht war, weiss ich nicht mehr, während des Interviews war ich leicht angetrunken, da rutscht einem schon mal was raus. Das mit dem Rausrutschen kennen Sie ja, wenn Sie an einer Wand mit einem Loch vorbeilaufen (Pause für Gelächter).

Jedenfalls hat sich das Thema für mich hiermit erledigt. Ich wünsche Ihnen, liebe Mitbürger, ob normal hetero oder halt lesbisch und schwul, eine wunderschöne Gay Pride (Pause für Applaus).

Und falls Sie während den ganzen Partys 15 Minuten Zeit haben, lassen Sie sich auf Aids testen. 

Herzlichst

Ihr Toni

Der Enthüller
Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über einen Schwangerschaftstest fürs iPhone oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu.



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