Blogs
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Liebe ist: sich auch mal gegenseitig bitzli aushelfen.  Bild: Kafi Freitag

FRAGFRAUFREITAG

FragFrauFreitag

Alle Jahre wieder ... Liebe Kafi; sag mal, wie soll resp. kann man sich von Hochzeiten fernhalten ? 



Bei mir ist der Zauber und die Naivität der ewigen Liebe und der symbiotischen Gemeinsamkeit längst passé. Nicht, dass ich mich nicht mehr binden möchte, ich bin es aktuell – aber der offizielle Gurk mit Standesamt und Kirchengedöns mag ich einfach nicht. Nun stehen bald zwei solche Hochzeiten an und ich frage mich, wie ich mich da aus der Schlinge ziehen kann. Kann ja schlecht schreiben: Hab kein Bock auf diese vordergründige Heuchelei ... Hast Du en Tipp ? Könnt ich würkli gebrauchen. Danke dir. Maya, 42

Liebe Maya 

Bei aller Empathie; Sie mögen keine Hochzeiten??? Ja wirklich? Bin ich die einzig Kranke hier, die früher mal ihre wertvollen Samstage für den Job einer Hochzeitskleidverkäuferin geopfert hat und nach der Schicht noch 2 Stunden «Say yes to the dress» geschaut hat? OK, die Einzige. Aber auch wenn Sie persönlich nicht so draufstehen, so können Sie es vielleicht doch als Liebesbeweis für das Paar abbuchen, dass es Sie zum Happening eingeladen hat. (Also, ich verbringe viele Wochenenden dümmer und sinnloser, aber vielleicht bin ich da auch wieder die Einzige.)

Sofern Sie die beiden mögen natürlich. Sonst wird's wirklich schwierig. Eine Hochzeit ist ja eine spannende Angelegenheit. Da wird an einem einzigen Tag ein Vermögen verbraten, um sich und den Gästen zu zeigen, dass man es ernst meint. Sie können jetzt natürlich schon einwerfen, dass ja dann jede 2. Ehe wieder geschieden wird, wer weiss das besser als ich. Aber es geht ja auch nicht um den Schwur der ewigen Liebe, sondern darum, dass man es im besagten Moment wirklich glaubt und fühlt. Das ist eigentlich eine sehr schöne Sache und hat mit Symbiose nicht so viel zu tun. Es ist ein Ritual. Ein Bekenntnis zum Anderen. Können Sie sich da wirklich gar kein bisschen drauf einlassen, liebe Maya?

Nun gut. Ich wäre ja nicht Frau Freitag, hätte ich nicht auch dafür eine Lösung parat. Und nämlich Folgende: Ich leide ein bisschen darunter, dass ich nie zu Hochzeiten eingeladen werde. Also es ist nicht so, dass in meinem Umfeld geheiratet wird und man mich nicht dazu einlädt. Dann würde ich vermutlich ein bisschen mehr als nur ein bisschen leiden. Vermutlich wäre ich dann in einer Maltherapie und würde an den Wochenenden angstfrei Töpfern. Aber nein, es wird einfach nicht geheiratet. Entweder sind die Menschen schon verheiratet, oder sie haben keine Lust drauf oder sind eher mit einer Trennung beschäftigt. (Also bis auf die eine Hochzeit im letzten Jahr, die ich sogar fotografieren durfte; mein absolutes Trostpflaster.) Ich habe also ein echtes Defizit diesbezüglich.

Drum mein Vorschlag: Ich übernehme das für Sie! Nein, ernsthaft, ist gar kein Problem! Sie sagen kurzfristig ab und melden mich als Ihre Stellvertreterin an, das sollte eigentlich keine grösseren Unruhen verursachen. Ich bin ein unkomplizierter Gast, der sich nicht betrinkt und auch nicht an den Bräutigam ranmacht, versprochen! Im Gegenzug könnten Sie dann vielleicht mir einen klitzekleinen Gefallen tun, ja? Es ist nämlich so, dass ich mich in einem leichtfertigen Augenblick zum STRONGMANRUN angemeldet habe.

Ich, die keine Distanz von 150 Metern rennen kann und einen schlecht verheilten Knochenabriss mein Eigen nenne. Ich, der Angsthase der Nation, die kaum vom eigenen Balkon schauen kann wegen der Höhe. Ich, die sich von Sport fernhält, wann immer es geht.

Ich habe mich angemeldet. 

Weil es nach unglaublich viel Spass klingt und nach einem wirklich unvergesslichen Erlebnis. Ich möchte auch daran teilhaben, gopf! Aber wenn's geht ohne die körperlichen Strapazen. Darum habe ich beschlossen, dass ich das Rennen delegiere und dafür ein Team an den Start schicke, das für mich kämpft. So bitzli im Sinne von «Run for Kafi» oder so. Dafür suche ich noch eine Horde von mutigen und unerschrockenen Frauen und Männern, die sich in meinem Namen ins Abenteuer stürzen. Ich verspreche einen garantiert heuchelfreien Tag, ganz ohne amtliche Prozedur und ohne symbolisches Gedöns, dafür mit viel Dopamin und Serotonin und meiner vollen persönlichen Unterstützung vor Ort! Ich werde verkrampfte Waden weichklopfen und mit ganzem Herzen mitfiebern.

Bitte lassen Sie mich nicht hängen, liebe Maya. Wir Frauen müssen doch zusammenhalten! Ich gebe für Sie mein bestes auf den Hochzeiten und Sie Ihr Bestes, wenn es darum geht, den Funmarathon für mich zu bestreiten. Wenn's sein muss, kann ich auch noch eine pfiffige Hochzeitsrede halten. Kann ich mich auf Sie verlassen, ja? Es wäre übrigens am 6. Juni in Engelberg. Und die Anmeldungskosten und Siegerdrinks gehen selbstverständlich auf mich und doch doch, das T-Shirt im Kafi-Pink wird Ihnen grossartig stehen, ich spüre es! (Und falls sich sonst jemand dazu berufen fühlt, meine Ehre in Engelberg zu verteidigen, Anmeldungen bitte an Kafi@FragFrauFreitag.ch)

Wie gesagt, an mir soll es nicht liegen, mein Angebot steht.

Alles Liebe! Ihre Kafi.

Fragen an Frau Freitag? ​ 

Hier stellen!

Kafi Freitag (39) beantwortet auf ihrem Blog www.FragFrauFreitag.ch Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.ch.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (www.FreitagCoaching.ch) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie ist verheiratet und Mutter eines zehnjährigen Sohnes.

Haben Sie Artikel von FRAG FRAU FREITAG verpasst?
Sälber tschuld! 

Bild

Bild: Kafi Freitag

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

FragFrauFreitag

Liebe Frau Freitag. Ich habe mich schon länger von meinem Mann getrennt und habe nun die Scheidung eingereicht. 

Liebe SandraDa ich keine Expertin für juristische Fragen bin, kann ich Ihnen auch keine juristisch fundierte Antwort geben. Was ich aber kann, ist, ein paar Fragen in den Raum werfen bezüglich des alleinigen Sorgerechts an sich. Hier in Zürich koksen viele Menschen über 30. Manchmal, wenn ich mir das Gehabe von gewissen Personen so anschaue, dann habe ich sogar das Gefühl, dass alle koksen. Und der Rest ist auf Psychopharmaka. Trotzdem sind viele dieser Menschen auch noch Mütter oder …

Artikel lesen
Link zum Artikel