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Menschen verändern sich. Und das ist richtig so.  Bild:kafi freitag

FragFrauFreitag

Liebe Frau Freitag. Nach 11 Jahren haben mein Partner und ich uns Anfang des Jahres getrennt, da ich während eines 6-monatigen Auslandaufenthaltes eine Affäre begonnen habe



Da habe ich gemerkt, dass ich nicht den Rest des Lebens nur mit einem Mann teilen möchte. Leider hat er offenbar gehofft, bis ans Ende seines Lebens mit mir zusammen zu sein. Seit dem ist es ein ständiges hin und her. Man versucht miteinander auszukommen, ich versuche es ihm recht zu machen und ihn nicht unnötig zu verletzen und doch steht er immer mal wieder alle paar Wochen vor meiner Tür und wir streiten uns bis ich ein heulendes Häufchen Elend bin und er sich beruhigt hat. Die endlosen Schuldgefühle die ich habe sind auch nicht hilfreich (er ist mehrere hundert km von zu Hause weggezogen, damit wir zusammen sein können z.B.)  Meine Frage ist nun: Schulde ich es ihm, für ihn da zu sein und sollen wir versuchen, weiterhin Freunde zu sein? Oder darf ich mein Leben ohne ihn weiterleben wollen?  Lisa, 29

Liebe Lisa

Es gibt auf dieser schönen weiten Welt keine Trennung, die gänzlich ohne Verletzung und ohne Schmerz über die Bühne geht. Nicht eine Einzige. In den meisten Fällen entscheidet sich der eine sich zu trennen und der andere bleibt verletzt zurück. Das ist normal, das liegt in der Natur der Sache. So auch bei Ihnen.

Sie waren 18 Jahre alt, als Sie sich begegneten, seither ist über ein Jahrzehnt ins Land gezogen. Eine verdammt lange Zeit für einen jungen Menschen wie Sie. Vielleicht war es Ihre erste Liebe, vielleicht Ihre erste Beziehung. Auf jeden Fall ist eine lange Verbindung in solch jungen Jahren sehr lebensprägend. Für Sie beide.

Nun haben Sie sich entschieden, sich zu trennen. Das ist Ihr gutes Recht, liebe Lisa. Das dürften Sie selbst dann entscheiden, wenn Sie ewige Liebe und Treue geschworen hätten. Es steht Ihnen zu, sich anders zu entscheiden. Und auch wenn Sie im Moment ein schlechtes Gewissen haben, so sind Sie dennoch nicht verantwortlich für das Glück (oder das Unglück) Ihres Exfreundes. Jeder Mensch ist selbst verantwortlich für sich. Auch wenn das Glück eine Zeit lang auf dem Beisammensein basiert hat und selbst dann, wenn er vom Mars für Sie hergezogen wäre.

Der Versuch aus der verblichenen Liebesbeziehung eine Freundschaft zu machen, wäre meines Erachtens nur ein Akt der Feigheit.

Sie haben elf Jahre mit diesem Menschen geteilt. Nun gehen Sie einen anderen Weg. Ihr Exfreund muss das respektieren, auch wenn ihm das nicht leicht fällt. Sie sollten sich selber aus der Pflicht nehmen und sich klar werden, dass Sie beide erwachsene Menschen geworden sind. Als Sie zusammengekommen sind, waren Sie noch fast ein Kind. Heute sind Sie eine erwachsene Frau, Ihr Ex ein erwachsener Mann. Lassen Sie das Gefühl des Müssens hinter sich und starten Sie in einen neuen Lebensabschnitt. Sie dürfen ihn jetzt loslassen und Sie dürfen die Tür, hinter der er eventuell wieder einmal stehen wird, geschlossen lassen. Trennungen fallen unter dem Strich leichter, wie klarer und rigoroser sie umgesetzt werden. Der Versuch aus der verblichenen Liebesbeziehung eine Freundschaft zu machen, wäre meines Erachtens nur ein Akt der Feigheit. Und kontraproduktiv.

Gehen Sie Ihren Weg. Es ist Ihr Leben und es ist Ihre Zukunft. Sie gehört Ihnen allein und Sie haben jedes Recht der Welt, Ihre Route selbst zu bestimmen und zu gehen. Volle Kraft voraus, meine Liebe!

Mit herzlichem Gruss. Ihre Kafi.

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Kafi Freitag (40!) beantwortet auf ihrem Blog Frag Frau Freitag Alltagsfragen ihrer Leserschaft. Daneben ist sie Mitbegründerin einer neuen Plattform für Frauen: Tribute.

Im analogen Leben führt sie eine Praxis für prozessorientiertes Coaching (Freitag Coaching) und fotografiert leidenschaftlich gern. Sie lebt mit ihrem 11-jährigen Sohn in Zürich.

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Bild: Kafi Freitag

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FragFrauFreitag

Kafi, sag: Bauch oder Kopf?

Liebe Frau Freitag. Auf was soll Frau sich verlassen, respektive wie soll sie sich entscheiden: mit dem Bauch oder mit dem Kopf? Danke für die Antwort. Lg, Lisa, 35

Liebe Lisa Auf gar keinen Fall ODER, sondern wann immer möglich UND! Warum nicht einen Entscheid mit dem Kopf fassen und dann gedanklich mal in die entschiedene Zukunft reisen und schauen, wie sich der Bauch dabei fühlt? Mit herzlichem Gruss, Ihre Kafi P.S. Auf jeden Fall sollten Sie sich aber noch heute dazu entscheiden, mit dieser unsäglichen Grussabkürzung aufzuhören. Ob sie das mit dem Kopf oder dem Bauch tun, ist mir dabei herzlich egal.

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