Blogs
Watts on

Mercedes-Benz G 580 mit EQ Technologie – alles im Übermass

Mercedes-Benz G580 mit EQ Technology
Ein ikonisches Design und modernste Technologie.Image: Mercedes-Benz AG
Watts on

Mercedes-Benz G 580 mit EQ Technologie – alles im Übermass

Bald ist sie da: Die seit mehreren Jahren versprochene und erwartete elektrische G-Klasse. Wie ihre Grösse ist auch ihr Datenblatt überdimensional. Eine Betrachtung des neuen Fahrzeugs.
22.10.2024, 15:2122.10.2024, 15:21
Jerome Marchon
Jerome Marchon

Oha! Sie wird nicht EQG heissen, wie es fast alle erwartet haben, sondern «G 580 mit EQ-Technologie». Ein langer Name, der eher an eine Rakete als an ein Auto erinnert. Er zeigt aber auch, dass die elektrische G-Klasse tatsächlich zur G-Familie gehört und einfach den elektrischen Antrieb – in einer eigenen Architektur – übernimmt, ohne auch nur einen Funken der Abenteurerqualitäten zu verlieren, für die sie bekannt ist.

Mercedes-Benz G580 mit EQ Technology
Eine Linie, die seit 1979 unverkennbar ist.Image: Mercedes-Benz AG

Und der Look verdeutlicht es: Die Formen sind nicht von aerodynamischen Strömungen geformt, die auf Effizienz und Reichweite abzielen, sondern von den ikonischen Keilformen der Varianten mit Verbrennungsmotor inspiriert. Die sichtbarsten Unterschiede sind der volle Kühlergrill mit leuchtender Kontur und die Aufbewahrungsbox für Ladekabel anstelle des Reserverads, die beide optional sind.

Mercedes-Benz G580 mit EQ Technology
Wahlweise Kabelaufbewahrung oder Reserverad.Image: Mercedes-Benz AG

Hinzu kommen Lufteinlässe an den hinteren Radkästen und das Fehlen von Auspuffanlagen. Ansonsten ändert sich nichts Wesentliches, und im Inneren ist die Lage ähnlich.

Mercedes-Benz G580 mit EQ Technology
Während es beim Exterieur Unterschiede gibt, bleibt die Innenausstattung unverändert.Image: Mercedes-Benz AG

1, 2, 3 ... 4 Motoren!

Um seine Ikone mit der Kraft von Elektronen zu motorisieren, hat Mercedes nicht nur eine Batterie und ein oder zwei Motoren eingesetzt. Nein, die Marke mit dem Stern hat eine neue Plattform speziell für die elektrische G-Klasse entwickelt, die über vier Motoren mit unabhängiger Ansteuerung verfügt – einen pro Rad!

Mercedes-Benz G 580 with EQ Technology
4 Räder, 1 Batterie und ... 4 Motoren!Image: Mercedes-Benz AG

Daraus ergibt sich eine Leistungsstärke von 4-mal 108 kW, also insgesamt 587 PS bei einem Drehmoment von 1164 Nm. Damit springt der 3010 kg schwere Wagen in 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Eine Batterie mit einer Nutzkapazität von 116 kWh versorgt die vier Motoren mit Strom.

Mercedes-Benz G580 mit EQ Technology
Diese Leistung lässt die Konkurrenz alt aussehen.Image: Mercedes-Benz AG

Die angegebene Reichweite schwankt zwischen 434 und 473 km im WLTP-Zyklus und 601 bis 660 km in der Stadt (WLTP City). Das wird sich im Einzelfall zeigen. Die maximale Ladeleistung beträgt 200 kW, sodass man in etwas mehr als 30 Minuten von 20 auf 80 % laden kann.

Neue Massstäbe setzen

«G» steht für «Geländewagen» ... In ihrer elektrischen Variante geht die G-Klasse noch einen Schritt weiter als die benzin- und dieselbetriebenen Modelle. Die Wattiefe wird von 70 auf 85 cm erhöht. Dank ihrer vier Motoren und vor allem ihrer unabhängigen elektrischen Ansteuerung kann sie sich wie ein Kreisel auf weichem Untergrund um 360° um die eigene Achse drehen.

Die Steuerung des Drehmoments pro Motor optimiert die Fortbewegung in den unwirtlichsten oder instabilsten Geländen. Natürlich sind die Basics wie kurze Übersetzungen und Differenzialsperre auch vorhanden, aber jetzt virtuell.

Mercedes-Benz G580 mit EQ Technology
Image: Mercedes-Benz AG

Fast nichts hält diese elektrische G-Klasse auf! Auch im Gelände bewahrt sie die Ruhe: Der Unterboden, in dem sich unter anderem die Batterie befindet, ist durch eine 26 mm dicke, stossfeste Platte mit Carbon-Anteil geschützt.

Mercedes-Benz G580 mit EQ Technology
Batterie und technische Vorrichtungen sind vollständig geschützt.Image: Mercedes-Benz AG

Der Mercedes-Benz G 580 mit EQ-Technologie ist bereits bestellbar. Der Preis beginnt bei 162 900 Franken.

Über den Autor:

Bild
Image: zvg
Jérôme Marchon ist ...
... seit seiner frühesten Kindheit ein leidenschaftlicher Auto-Fan. Seine berufliche Karriere begann er in der Finanzbranche, trug aber schon früh zum Aufbau eines Auto-Blogs bei – bis er schliesslich seinen eigenen Blog gründete. Sein weiterer Weg führte ihn in die Chefredaktion der «Revue Automobile». Seit 2018 ist er freiberuflich tätig und schreibt für verschiedene Auto- und allgemeine Print- und Digital-Medien in der Schweiz und im Ausland. Jérôme Marchon arbeitet auch als Übersetzer und Berater für redaktionelle Inhalte für Automobilveranstaltungen und Autohersteller.
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
FRAGFRAUFREITAG
Liebe Frau Freitag. Meine beste Freundin (26) trinkt zu viel. Und ich meine nicht damit, dass Sie dann in ihrer eigenen Kotze liegt. Es ist viel diskreter. Das ist das, was mich beunruhigt.
Sie trinkt zu oft und zu schnell. Während wir anderen in der Runde noch am ersten Glas Weisswein dran sind und plaudern, schenkt sie sie schon mit einem verschmitzten Lächeln das zweite, und dann verlegen das dritte ein. Wenn sie dann hinüber ist, weil sie zu viel getrunken hat, spielt sie am nächsten Tag alles herunter. Und sie hat auch nie einen Kater. Kein Kater = keine Reue. Aber wie will ich sie belehren gehen, wenn ich selber ab und wann im Ausgang abstürze. Meine Freunde und meine Generation trinken am Wochenende mal einen über den Durst. Wenn ich es ihr sage, ist es, wie wenn ein Raucher einem anderen Raucher sagt, er soll mal weniger rauchen. Eva, 25
Liebe Eva 

Was für eine spannende und auch anspruchsvolle Frage! Danke dafür!

Alkohol ist die am meisten verbreitete und gesellschaftlich verankerte und akzeptierte Droge überhaupt. Und keine Sau interessiert's. Während über Kokain und neuerdings auch wieder über Heroin viel geschrieben und diskutiert wird, stört sich an der abendlichen Flasche Wein kein Mensch.

Mich macht diese Tatsache auch immer wieder nachdenklich. Früher habe ich selten getrunken, aber wenn, dann richtig! Eine Strategie, die mein Hausarzt, gegenüber dem moderaten aber dafür regelmässigen Alkoholkonsum übrigens als gesünder bezeichnet. Die Leber leidet unter dem alltäglich zugeführten Alkohol angeblich mehr, als wenn man ein bis zweimal pro Monat richtig Gas gibt.

In Ihrer Generation ist das Abstürzen am Wochenende mehr verbreitet, während meine Generation eher allabendlich eine Flasche Wein zum Nachtessen trinkt und am Wochenende deren zwei bis drei, damit man nachher wieder einmal miteinander schlafen kann. Die Selbstverständlichkeit, mit der man wöchentlich mit einer Einkaufstüte voller leerer Weinflaschen zur Altglassammelstelle wandert, hat mich schon immer befremdet. Aber das mag auch daran liegen, dass ich Wein nicht so gerne mag und Prosecco sich nicht so einfach mit einem guten Essen entschuldigen und nebenher trinken lässt.

Alkoholismus fängt für mich dort an, wo man nicht mehr bewusst über das Öffnen einer Flasche irgendwas nachdenkt, sondern es automatisch geschieht. Und mir ist sehr wohl bewusst, dass nach dieser meiner persönlichen Definition etwa 65 % der Menschen Alkoholiker sind. Aber ich vermute nun einmal, dass ich mit dieser Schätzung auch nicht ganz so falsch liege. Aber leider ist es wenig sexy, über Alkohol als Droge nachzudenken. Dafür ist sie zu legal, zu einfach beschaffbar und durch alle Bevölkerungsschichten zu verbreitet.

Dies mag vielleicht tatsächlich daran liegen, dass es einem schwerfällt, den Mahnfinger zu heben, wenn man gerade selber ein Glas in der Hand hält. Aber dennoch finde ich, dass man es tun soll. Sie machen sich über Ihre Freundin Sorgen, weil diese mit ihrem bagatellisierenden Gebaren das Verhalten einer Trinkerin an den Tag legt? Sprechen Sie mit ihr darüber. Natürlich gibt es das biblische Zitat "Wer unter euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein." Aber es geht ja hier nicht um die Steinigung Ihrer Freundin, sondern vielmehr um die Sorge, die Sie umtreibt. Konfrontieren Sie Ihre Freundin darum nicht mir Vorwürfen, sondern einfach mit Ihren Bedenken.

Es ist ein Akt der Liebe, wenn man sich um jemanden sorgt und diese Sorge auch anspricht, anstatt einfach wegzusehen. Mit dieser Aktion begibt man sich allerdings auf dünnes Eis und schon manche Freundschaft ist darob zerbrochen. Oft kann die tragende Eisfläche dadurch aber auch an Festigkeit gewinnen und darum bin ich ein grosser Freund des ehrlichen Wortes.

Alles Gute, Ihre Kafi.

Ach und übrigens: Das mit dem Kater ist auch eine Frage des Alters. Bis vor kurzem war ich auch davon verschont. Reue hatte ich allerdings auch immer schon ohne. Lust aufs Trinken allerdings auch. 
Zur Story