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Der Reisewagen: Wir haben den Hyundai Ioniq 5 getestet

Hyundai Ioniq 5
Mit dem Ioniq 5 schreibt Hyundai ein neues Kapitel für die Marke und ist von Anfang an die Benchmark. Bild: Hyundai
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Der Reisewagen: Wir haben den Hyundai Ioniq 5 getestet

Mit der Markteinführung des Ioniq 5 bricht Hyundai sowohl stilistische als auch technische Konventionen. Die neue Plattform für Elektroantriebe ist für alle drei Marken der Gruppe (Hyundai, Kia, Genesis) bestimmt.
25.07.2023, 08:59
Jerome Marchon
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Der koreanische Automobilkonzern brachte 2021 eine neue E-GMP-Plattform für den Elektroantrieb auf den Markt. Sie wird bereits in vier Modellen eingesetzt, dem Hyundai Ioniq 5 und 6, dem Kia EV6 und dem Genesis GV60. Wir haben uns hinter das Steuer des Ioniq 5 gesetzt, um zu sehen, was er unter seiner markanten Karosserie zu bieten hat.

Volumen

Beim Anblick des Ioniq 5 muss man unweigerlich an den legendären Lancia Delta Integrale aus unserer Jugend denken. Wir finden ihn toll! Diese entfernte Verwandtschaft hat ihren Ursprung im Jahr 1974. Damals beauftragte Hyundai den italienischen Designer Giugiaro – den Vater des VW Golf, des Fiat Panda und des Lancia Delta – mit dem Entwurf des Pony-Modells. Und wenn man hört, dass der derzeitige Designchef des koreanischen Automobilkonzerns ein Fan von Giugiaro ist, schliesst sich der Kreis in gewisser Weise.

Hyundai Ioniq 5
Kompakt, aber geräumig.Image: Hyundai

Aufgrund seiner Proportionen wirkt das Auto kompakt, aber das ist es nicht: Der Ioniq 5 ist 4,63 Meter lang (davon 3 Meter Radstand), 1,89 Meter breit, 1,60 Meter hoch und hat ein Leergewicht von 2,2 Tonnen. Das ist ziemlich wuchtig und entspricht eher einem SUV!

Coolness

An Bord bietet der Ioniq 5 den Insassen viel Komfort und eine angenehme Lounge-Atmosphäre. Unser Testwagen in der Topversion Vertex verfügt über alle Raffinessen und Annehmlichkeiten, die man von einem modernen Fahrzeug zu diesem Preis erwarten kann, darunter auch kleine Extras wie die ausziehbaren Oberschenkelstützen in den Vordersitzen.

Hyundai Ioniq 5
Image: Hyundai

Auf den mehrfach verstellbaren Rücksitzen ist enorm viel Platz für die Passagiere. Der Kofferraum bietet eine Kapazität von 527 bis 1587 Litern. Unter der vorderen Haube befindet sich ausserdem ein kleiner Stauraum von 24 Litern für Kabel usw.

Hyundai Ioniq 5
Image: Hyundai

Vor dem Fahrer befinden sich zwei Bildschirme, auf denen die Instrumentierung und das Infotainmentsystem zusammengefasst sind. Hyundai hielt es jedoch für sinnvoll, klassische Bedienelemente für die Klimaanlage und den Schnellzugriff auf die wichtigsten Menüs beizubehalten – und das ist auch gut so.

Hyundai Ioniq 5
Image: Hyundai

Das schlichte Innendesign vermittelt Ruhe und Gelassenheit, die Materialauswahl ist hochwertig und an der Verarbeitung gibt es nichts zu beanstanden.

Die Qual der Wahl

Der Ioniq 5 wird in verschiedenen Batterie- und Motorkombinationen angeboten. Die Basisversion mit einer 58-kWh-Batterie liefert 170 PS (Heckantrieb) oder 235 PS (Allradantrieb, zwei Motoren). Die 77 kWh Batterie kann entweder einen Motor mit 229 PS (Heckantrieb) oder zwei Motoren und Allradantrieb mit insgesamt 325 PS antreiben. Je nach Version und Ausstattung beträgt die theoretische Reichweite zwischen 360 und 507 km.

Für sportliche Fahrer stellte Hyundai am 13. Juli den «N» vor, eine temperamentvollere Version des Ioniq 5 mit 650 PS und einer Reihe von Features und Ausstattungen für Hardcore-Sportfahrer. Der Wagen soll Anfang 2024 auf den Markt kommen.

Hyundai Ioniq 5 N
Mit dem Ioniq 5 N beginnt das Elektrozeitalter für das Sportlabel «N» von Hyundai. Image: Hyundai

Unser Testmodell verfügt über eine 77-kWh-Batterie und Allradantrieb mit 325 PS/605 Nm. Hyundai verspricht eine Reichweite von 454 bis 481 km. In der Praxis ist es durchaus möglich, den angegebenen Durchschnittsverbrauch (19,1 kWh/100 km) zu unterbieten, da das Regenerationssystem mit Hilfe der Schaltwippen am Lenkrad fast beliebig modulierbar ist. Rechne mit einer tatsächlichen und «sorgenfreien» Reichweite von etwa 350 bis 400 km bei einer Batterieladung von 80 bis 90 % im gemischten Betrieb.

Hyundai Ioniq 5
Der Ioniq 5 akzeptiert eine Ladeleistung von 220 kW, was in diesem Segment noch eine Seltenheit ist.Image: Hyundai

Der Ioniq 5 verträgt eine Schnellladeleistung von maximal 220 kW, sodass du die Batterie innerhalb von 20 Minuten von 10 auf 80 % aufladen kannst. Schade ist allerdings, dass die Leistung bei Wechselstrom, z. B. an einer haushaltsüblichen Steckdose, nicht über 11 kW hinausgeht, sodass es länger als 7 Stunden dauert, bis die Batterie vollständig aufgeladen ist.

Bereit für die Langstrecke

Der Ioniq 5 sieht nicht nur toll aus, er eignet sich auch für lange Strecken. Erstens ist die Präzision der Reichweitenanzeige ganz hervorragend, wenn auch etwas pessimistisch. Auf die angezeigten Kilometer kannst du dich also wirklich verlassen. Und zweitens ist der Komfort an Bord fantastisch: Die Geräuschdämmung ist hervorragend, trotz der 20-Zoll-Felgen werden Unebenheiten der Fahrbahn vorbildlich herausgefiltert.

Hyundai Ioniq 5
Komfortabel im Stadtverkehr, aber auch auf langen Strecken.Image: Hyundai

Aber es gibt zwei kleine Mankos: Das GPS enthält noch keinen Routenplaner mit automatischer Angabe der Ladestationen für lange Strecken. Dies dürfte mit einem zukünftigen Update des Systems aber nachgeholt werden. Und bei etwas lebhafter Fahrweise macht sich das Fahrzeuggewicht durch eine ziemlich ausgeprägte Wankbewegung bemerkbar, die den Komfort schmälert.

Hyundai Ioniq 5
Image: Hyundai

Der Grundpreis für den Ioniq 5 liegt bei CHF 49'900, unser Testmodell kostet CHF 70'900. Die Preisunterschiede ergeben sich im Wesentlichen durch die Motorisierung und die Serienausstattung. In der umfassenden Ausstattung unseres Testwagens ist auch die Wärmepumpe enthalten, die sehr praktisch für das Temperaturmanagement im Innenraum ist. Insgesamt erfüllt der Hyundai Ioniq 5 die Erwartungen an Technologie und Eleganz und bietet sogar einen Hauch von Raffinesse. In seiner Klasse wird er mit Sicherheit die Referenz sein.

Über den Autor:

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Image: zvg
Jérôme Marchon ist ...
... seit seiner frühesten Kindheit ein leidenschaftlicher Auto-Fan. Seine berufliche Karriere begann er in der Finanzbranche, trug aber schon früh zum Aufbau eines Auto-Blogs bei – bis er schliesslich seinen eigenen Blog gründete. Sein weiterer Weg führte ihn in die Chefredaktion der «Revue Automobile». Seit 2018 ist er freiberuflich tätig und schreibt für verschiedene Auto- und allgemeine Print- und Digital-Medien in der Schweiz und im Ausland. Jérôme Marchon arbeitet auch als Übersetzer und Berater für redaktionelle Inhalte für Automobilveranstaltungen und Autohersteller.
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41 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Yippie
25.07.2023 10:50registriert Februar 2016
Ich habe den Ioniq 5 nun seit einem halben Jahr und kann die Aussagen aus dem Testbericht grösstenteils bestätigen. Im Sommer schaffe ich knapp 450 km mit 90% der Akkukapazität. Im Winter sind es ca. 50 km weniger (Winterreifen und Innenraumbeheizung über integrierte Wärmepumpe).

Der Anschaffungspreis ist hoch. Gegenüber einem vergleichbaren Verbrenner spare ich allerdings ca. 8 CHF auf 100 km ein (18 kWh pro 100 km vs. 7l Benzin). Also 8'000 CHF auf 100'000 km. Der Service ist zudem nur alle 30'000 km nötig mit tieferen Kosten, da weniger Verschleissmaterial (unter anderem die Bremsen)
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Das sind die höchsten Wasserfälle pro Kanton – Basel und Genf werden dich überraschen
Jetzt im Frühling sind Wanderungen zu Wasserfällen schlicht nur eines: spektakulär. Denn jetzt führen die Gewässer viel Wasser und so toben die Kaskaden. Das Beste dabei: Auch von deiner Haustüre ist es nicht weit zum nächsten Wasserfall.

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