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Yonnihof

Merry, merry documentary! – 7 richtig gute Dokumentarfilme

Bild: shutterstock
26.02.2016, 15:1726.02.2016, 16:26

Ja, ich weiss, der Titel reimt sich gar nicht. Trotzdem lesen Sie noch! Schön!  

Heute will ich eine meiner ganz grossen Leidenschaften mit Ihnen teilen: meine Liebe zu guten Dokumentarfilmen. Das mag für Menschen, die selten welche schauen, furchtbar langweilig klingen. Ich gebe dafür unseren Schulen die Schuld, die, wenn wir überhaupt mal während des Unterrichts einen Film schauen durften, uns Videos von 1972 über das Schlafverhalten des guatemaltekischen Faultiers zeigten. Logischerweise hatte man danach keinen grossen Bock mehr auf Dokus.  

Aber, liebe Doku-SkeptikerInnen, es geht auch ganz anders. Und da am Sonntag alle früh aufstehen und abstimmen gehen müssen, das Wetter jedoch gemäss Prognose arg zu wünschen übrig lassen wird, habe ich hier eine Liste mit grossartigen Dokus zusammengestellt, die sich wunderbar im Pischi schauen lassen, während es draussen schifft.  

1. «Nostalgia de la luz» (Nostalgie des Lichts)

Die Atacama-Wüste in Chile ist einer der am wenigsten lichtverschmutzten Flecken der Erde. Dort findet eine zweifache Suche statt: Astronomen suchen mit riesigen Teleskopen nach dem Ursprung des Universums und Frauen suchen in der ausgetrockneten Erde von Hand nach den Überresten ihrer Liebsten, die der Junta Pinochets zum Opfer fielen. Der Film von Patricio Guzmán (2010) vereint Wissenschaft, Geschichte und wunderbare Poesie in Bildern, die einem das Herz bricht und es gleichzeitig heilt.

«Nostalgia de la luz» (Trailer)

2. «Bébés» (Babys)

Dieser wunderbare Film von Thomas Balmès kommt 79 Minuten komplett ohne Kommentar aus – und doch wird es einem keine Sekunde langweilig. Man begleitet vier Babys durch ihr erstes Lebensjahr (2010). Ihre Wohnorte: San Francisco (USA), Opuwo (Namibia), Tokio (Japan) und Bayanchandmani (Mongolei). 

«Bébés» (Trailer)

3. «The Queen of Versailles»

«The Queen of Versailles» (2012) von Lauren Greenfield handelt von Jackie Siegel, der Frau des Milliardärs David Siegel, der mit Timeshare Homes reich wurde. Das Paar baut für sich und ihre acht Kinder gerade ein kuschliges kleines Heim (16'500 Quadratmeter Wohnraum, das grösste Eigenheim der USA), als 2008 die Finanzkrise einschlägt und der Bau beginnt, vor sich hinzurotten. Man begleitet die Familie durch die Krisenzeit, man muss sparen: Die Kinder müssen in öffentliche Schulen wechseln, ein Grossteil des Personals wird entlassen und Jackie findet sich plötzlich mit nur noch zwei Hilfen mit dem Haushalt, acht Kindern und einem ganzen Kleinzoo konfrontiert. Ein unglaublicher, tragikomischer Einblick in die Welt der Superreichen und die sich darin bewegenden, teils doch erstaunlich sympathischen Charaktere.

«The Queen of Versailles» (Trailer)

4. «Last Train Home»

Der Film von Lixin Fan (2009) handelt von der grössten menschlichen Migration, die jährlich stattfindet: dem chinesischen Neujahrsfest. Man begleitet eine Familie: Die Eltern, einerseits, die ihre zwei Kinder bei den Grosseltern in der Provinz zurückliessen, um in der Stadt in einer Fabrik billige Jeans zu nähen, damit diese zur Schule gehen können. Die Tochter, andererseits, welche die Schule sobald wie möglich verlassen will, um ebenfalls in die Stadt zu ziehen. Dies tut sie im Laufe des Films, was zu grossen Spannungen mit den Eltern führt, die sie kaum kennt. Der Film zeigt die zerrissene Familie, das Leben der Fabrikarbeiter und gewaltige Bilder über die unglaublichen Massen an Menschen (130 Millionen pro Jahr), die an Neujahr die Bahnhöfe fluten, tagelange Reisen auf sich nehmen, um nur ein paar Tage bei ihren Familien sein zu können.

«Last Train Home»(Trailer)

5. «Making a Murderer»

«Making a Murderer» (2015) ist eine ganze Dokuserie, produziert von Netflix. Man begleitet Steven Avery. Avery war 1985 wegen Vergewaltigung verurteilt und eingesperrt worden. 18 Jahre später bewies DNA, dass er unschuldig war. Ganz offensichtlich war seitens der Polizei gepfuscht worden, und zwar absichtlich. Avery geht in die Offensive und verlangt eine Abfindung in Höhe von 36 Millionen Dollar. Gerade, als darüber verhandelt wird, wird eine junge Frau im selben Bezirk ermordet. Die Hauptverdächtigen: Steven Avery und sein Neffe. Man begleitet die Prozesse der beiden. Ein Portrait des amerikanischen Justizsystems, das einem durch Mark und Bein geht.

«Making a Murderer (Trailer)

6. «Titanic: Mystery Solved»

Hier noch ein bisschen was für die Geeks unter euch. 1985 wurde das Wrack der Titanic am Boden des Ozeans entdeckt. Seither gingen zahllose Expeditionen zurück an jenen Ort in der Tiefe. Doch es war, «als ob man nur mit einer Taschenlampe nachts durch eine Stadt fährt», wie ein Wissenschaftler sagt. Man kannte nur einen kleinen Teil des gesamten Trümmerfelds. 2012 machte sich ein Team von Wissenschaftlern daran, das zu ändern. Sie erstellten eine Sonarkarte von 24 Quadratkilometern rund um das Wrack, auf der man jedes einzelne Trümmerstück sehen kann. Die Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Gebieten machen sich im Anschluss ein Jahr an die Arbeit und wollen folgende Frage beantworten: War die Titanic ein schwaches Schiff?
Der Film zeigt unglaubliche Bilder, Animationen und Einblicke in die Geschichte dieses sagenumwobenen Schiffs.​

«Titanic: Mystery Solved» (Trailer)

7. «Into the Abyss» / «Tod in Texas»

«Into the Abyss» (2011) ist ein Dokumentarfilm von einem meiner liebsten Doku-Filmer, Werner Herzog. Der Bayer verfolgt darin die Geschehnisse um die Morde dreier Menschen durch Michael Perry und Jason Burkett. Perry wurde für den Mord an der 53-jährigen Krankenschwester Sandra Stotler zum Tode verurteilt, Burkett bekam lebenslänglich mit der Möglichkeit der Begnadigung nach 40 Jahren. Herzog spricht mit vielen Beteiligten des Falles, den Familien der Opfer, aber auch denjenigen der Täter und mit Perry, acht Tage vor seiner Hinrichtung. Ein düsterer Film, der in allen Formen der abgebildeten Realitäten wehtut.

«Into the Abyss» (Trailer)

Et voilà. Ganz viel Spannendes, Schönes und Trauriges. Ich freue mich auf weitere Dokuvorschläge in den Kommentaren.

Yonni Meyer
Yonni Meyer (34) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. 

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