DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Yonnihof

Innerer Dialog – 
heute: Die Menstruation

Bild: shutterstock
Drama in einem Akt.
24.09.2016, 16:0725.09.2016, 11:09

Alle ausser das Hirn weinen.

Hirn: AAAALTÄÄÄÄ! Jetzt hööööred mal uf umeflenne!  

Herz: Aber ich habe eine Merci-Werbung gesehen. Da war eine Mama drin. Und ihr Sohn. Und er war ihr so dankbar, seiner Mama. Merciiiiii, dass es dich gibt. Ach.  

Uterus: Bitte nicht so grob, Hirn. Ich fühle mich heute irgendwie sehr verkrampft.  

Hirn: AHA, Uterus! Heute also mal kein Kinderwunsch, hä? Sonst immer diese Mutter-Erde-Nummer und «Lasst uns sofort ein Kind machen» und mimimi und kaum kommt's mal hart auf hart, nur am Rumheulen.  

Geschlechtsteile (zitternd, wippend): Ich habe Dinge gesehen. Schlimme Dinge.  

Hirn: Und du grad auch, da unten. Normalerweise kann's dir nicht hart genug zu und her gehen (haha, «hart», weisch), aber jeden Monat diese memmenhafte Flennerei.  

Geschlechtsteile: Du hast einfach keine Ahnung, Hirn. Du bist der Dude, der in der Zentrale ein paar Knöpfchen drücken muss, während wir hier an der Front kämpfen ...  

Hirn (nachäffend): «Wühründ wür hür an dür Frünt kümpfün, mümümümü.»  

Geschlechtsteile: KÄNNSCH D’LIFTSZENE US «THE SHINING»??  

Herz (verträumt): Heiraten wär noch gut grad. Oder River Rafting. Oder Sterben. Oder Primeli setzen. Hm. Hät's na Guezli?  

Uterus: Au. Au. Au. Au.  

Hirn: Jetzt beruhigt euch mal ein bisschen. Das vergeht doch wieder. Wie jeden Monat.  

Alle andern: DINI MUETER VERGAHT WIEDER.  

Herz: Ich liebe Martin. Zwar nein, ich hasse Martin. Obwohl doch, ich liebe Martin eben schon. Wir sollten einen Hund kaufen. Oder vier.

Magen (leise): Siiiie, mir isch schlächt!  

Hirn: Na bravo, jetzt kommst du auch noch. Wieso musst du dich eigentlich immer in alles einmischen, hä? Beim Autofahren, beim Trinken, beim RTL-Schauen. Eine verdammte Dramaqueen bist du, nichts anderes.  

Halszäpfli: Melde Säure. Ich wiederhole: Melde Säure.  

Hirn: Ist ja gut, Magen, ich glaub's dir ja.  

Uterus: Au. Au. Au.  

Herz: Yo Magen, wie wär’s mit Poulet-Bärentatzen-Hummus-Gummibärli? Oder Fondue? Mmmmmh, Foooondue. Mit Nutella. 

Halszäpfli: ALARMSTUFE ROT! ALARMSTUFE ROT!    

Hirn: Es kann doch einfach nicht sein, dass hier jeden Monat das totale Chaos ausbricht, gopf. Wir sind gemacht, das alles auszuhalten. Das sind völlig normale, menschliche Vorgänge.  

Geschlechtsteile: WEISCH WAS ISCH EN NATÜRLICHE VORGANG? WÄNN DU DICH IS CHNÜÜ ...  

Uterus (die Ohren zuhaltend): LALALALALA! Kinder, Kinder, wir wollen doch nicht ausfällig werden. Aua. Aua.  

Hirn: Easy, easy.  

Magen: Siiiie, ich han Hunger!  

Herz: SÄGI DOCH! Lebermilchreisgonfikebab! JEEEEEEH!  

Hirn: Woah ey, ich bekomm langsam Kopfschmerzen.  

Uterus: Jetz gsehsch mal, wie’s isch.  

Hirn: Ja, und weisch wieso? Will ich de einzig vo ois bin, wo überhaupt öpis gseht ...

Geschlechtsteile (starren ins Leere): What has been seen, cannot be un-seen. Ich weiss, wovon ich rede.

Und so streiten sie sich drei bis sechs Tage weiter. Und wenn sie nicht gestorben sind ...

... haben sie bald schon wieder den Eisprung.

Yonni Meyer
Yonni Meyer (34) schreibt als Pony M. über ihre Alltagsbeobachtungen – direkt und scharfzüngig. Tausende Fans lesen mittlerweile jeden ihrer Beiträge. Bei watson schreibt die Reiterin ohne Pony – aber nicht weniger unverblümt. 

Pony M. auf Facebook

Yonni Meyer online

Hol dir jetzt die beste News-App der Schweiz!

  • watson: 4,5 von 5 Sternchen im App-Store ☺
  • Tages-Anzeiger: 3,5 von 5 Sternchen
  • Blick: 3 von 5 Sternchen
  • 20 Minuten: 3 von 5 Sternchen

Du willst nur das Beste? Voilà:

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Themen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
reamiado
25.09.2016 01:10registriert Februar 2015
Das "Siiie" 😂👌
372
Melden
Zum Kommentar
avatar
Luca Brasi
24.09.2016 21:09registriert November 2015
Hier noch für diejenigen, die Shining nicht gesehen haben: ;)
292
Melden
Zum Kommentar
avatar
Calvin Whatison
25.09.2016 08:38registriert Juli 2015
Bei Fondue mit Nutella sieht sogar mein Blinddarm rot 😂 Herrliches Cabaret 👍
202
Melden
Zum Kommentar
6
Psyche und Pandemie: Warum vor allem junge Frauen leiden
Seit Pandemiebeginn hat sich vor allem der psychische Zustand von jungen Frauen weiter verschlechtert – und sie leiden mehr unter beruflichem Stress und Leistungsdruck als junge Männer. Was hat es mit diesem Gendergap auf sich?

Die Folgen der Pandemie machen nicht nur Kindern und Jugendlichen besonders zu schaffen. Auch junge Erwachsene hat es mit voller Härte getroffen. Die dritte Umfrage seit März 2020 im Rahmen der CSS-Gesundheitsstudie zeigt, dass bei ihnen das psychische Wohlbefinden heute stärker beeinträchtigt ist als mitten in der Pandemie – obwohl wir grösstenteils wieder in die Normalität zurückkehren konnten. Aber die monatelange Isolation hat eben auch bei jungen Menschen zwischen 18 und 30 Jahren ihre Spuren hinterlassen. Sie verfügen über weniger Bewältigungsstrategien und sind stärker auf den sozialen Austausch angewiesen als ältere Erwachsene, die gefestigt im Leben stehen. Die Folge davon: «Bei jungen Männern beobachten wir häufiger ein Suchtverhalten beim Gamen, bei jungen Frauen mehr Essstörungen und Abhängigkeit von sozialen Netzwerken. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei der jungen Bevölkerung deutlich mehr Ängste vorhanden sind. Der Versuch, sich mit Gamen und Social Media von diesen Ängsten abzulenken und Stress abzubauen, bewirkt aber leider mittel- und langfristig häufig genau das Gegenteil», sagt die Psychiaterin und Psychotherapeutin Rosilla Bachmann.

Zur Story