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epa05765895 A look inside of a 'Concept EQ' car during a annual press conference in Stuttgart, Germany, 02 February 2017. Daimler AG, the automotive manufacturer, announced the earnings before interest and taxes (EBIT) of 12.9 billion Euro and an all-time high net profit of 8.8 billion Euro for the fiscal year 2016, an even further improvement is expected for the year 2017.  EPA/RONALD WITTEK

Die deutschen Autobauer müssen umdenken, um die CO2-Reduktionsziele der EU zu erreichen. Bild: EPA/EPA

Die E-Auto-Offensive nimmt Fahrt auf – Daimler kauft für über 22 Milliarden Batterien

Lange haben die deutschen Autobauer gezögert. Nun stecken sie über 40 Milliarden Franken in alternative Antriebe und verdreifachen das E-Auto-Angebot auf rund 100 Modelle.



Daimler hat für seine vielen geplanten Elektromodelle milliardenschwere Vereinbarungen zum Kauf von Batteriezellen abgeschlossen. Bis 2030 seien Aufträge für Zellen im Wert von mehr als 20 Milliarden Euro vergeben, teilte Daimler am Dienstag mit.

«So stellen wir zusammen mit unseren Lieferpartnern die Versorgung des globalen Batterie-Produktionsverbundes heute und künftig mit den jeweils neuesten Technologien sicher», sagte der neue Einkaufschef von Mercedes-Benz Cars, Wilko Stark.

Bis 2022 will Daimler mindestens zehn E-Autos am Start haben

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Der EQC ist das erste reine E-Auto des Daimler-Konzerns. 

Bis 2022 wollen die Schwaben ihr gesamtes Pkw-Angebot elektrifizieren mit mehr als 130 Varianten – darunter Plug-in-Hybride, die Strom- und Kraftstoffantrieb kombinieren, und mehr als zehn vollelektrische Fahrzeuge der neuen Marke EQ.

«Unsere Elektro-Offensive nimmt weiter Fahrt auf», erklärte Daimler-Chef Dieter Zetsche und bekräftigte, bis 2025 sollten 15 bis 25 Prozent des Gesamtabsatzes auf batterieelektrische Fahrzeuge entfallen.

Nicht nur Mercedes-Pkw, auch Transporter, Lastwagen und Busse werden von Verbrennungsmotoren auf emissionsarme Elektroantriebe umgestellt, um strengere Klimaschutzauflagen weltweit zu erfüllen. In die Elektro-Flotte der Marke mit dem Stern steckt Daimler mehr als zehn Milliarden Euro. Eine weitere Milliarde fliesst in die Batterieproduktion. BMW gab bekannt, in das Werk München rund 200 Millionen Euro für E-Mobilität zu stecken.

E-Autos für besseres Klima

Die gesamte deutsche Autoindustrie investiert allein in den kommenden drei Jahren 40 Milliarden Euro in alternative Antriebe und verdreifacht das E-Auto-Angebot auf rund 100 Modelle. Der Anteil von Elektroautos müsse rapide steigen, um die geplanten Vorgaben zur Reduktion des Kohlendioxid-Ausstosses bis 2030 in der Europäischen Union zu schaffen, erklärte der Verband der Automobilindustrie kürzlich.

Daimler verdeutlicht mit dem Milliarden-Beschaffungsprogramm, dass der Konzern ausschliesslich auf den Zukauf von Zellen setzt, die er in acht Batteriefabriken weltweit dann zusammenbaut.

epa05981820 German Chancellor Angela Merkel (L) talks to a young worker (no name given) during a tour at the ACCUMOTIVE 1 car battery factory in Kamenz, Germany, 22 May 2017. Looking on is the chairman of the Board of Management of Daimler AG, Dieter Zetsche (L, behind). Daimler AG was laying the foundation stone for a lithium-ion battery factory with investment of around 500 million euros. German Daimler AG plans a lithium-ion battery factory with an investment of around 500 million euros. The factory in Kamenz is meant as part of Daimler AG's future electric car production.  EPA/FILIP SINGER

Angela Merkel beim Besuch einer neuen Batteriefabrik von Daimler im ostdeutschen Kamenz.
Bild: EPA/EPA

Auch BMW hat bereits Zellen des chinesischen Herstellers CATL im Wert von vier Milliarden Euro über zehn Jahre bestellt. Volkswagen hingegen liebäugelt mit einer eigenen Batteriezellenfertigung. Für den grössten Autokonzern Europas, der 2017 mit gut zehn Millionen Fahrzeugen fast drei Mal so viele verkaufte wie Daimler, kann sich das von den Stückzahlen her lohnen.

Bislang bezieht der VW-Konzern von vier asiatischen Herstellern das Herzstück der Batterien, neben CATL von den südkoreanischen Herstellern SK Innovation, LG Chem und Samsung. Mit fast all diesen Produzenten hat auch Daimler Verträge. Zu den jetzt langfristig gebundenen Herstellern hiess es nur: «Die Lieferanten produzieren Batteriezellen aktuell bereits in Asien und Europa und expandieren weiter in Europa und zusätzlich in den USA

Batteriezellen könnten knapp werden

Mit den Lieferverträgen sind einer Daimler-Sprecherin zufolge auch Preise fixiert. Die Firma sichert sich so gegen Preissteigerungen ab, denn die Nachfrage nach Batteriezellen von allen grossen Autokonzernen weltweit ist so hoch, dass Experten bereits vor Knappheit und zu grosser Abhängigkeit von wenigen dominierenden Zellproduzenten warnten.

Aus diesem Grund wollen die deutsche Bundesregierung und die EU-Kommission mit staatlicher finanzieller Anschubhilfe Firmen aus Europa zum Aufbau einer Zellfertigung bringen. Aus Deutschland ist zum Beispiel der bisher nur auf kleine Batterien spezialisierte Hersteller Varta dazu bereit. Daimler hatte sich vor zehn Jahren mit Evonik an die Zellproduktion gewagt, das Unternehmen scheiterte aber an der damals noch zu geringen Nachfrage und der starken Konkurrenz durch die Asiaten.

(awp/sda/reu)

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