Volvo EX60: Bestseller-SUV XC60 aus Schweden wird elektrisch
Der XC60 ist das meistverkaufte Modell der Marke Volvo. Seit dem Start im Jahr 2008 wurden weltweit rund 2,7 Millionen Exemplare gebaut – damit sogar mehr als vom legendären Modell 240. Nach zwei Generationen und 17 Jahren folgt nun die dritte Auflage – und die ist erstmals rein elektrisch. Der Neuling heisst EX60 und baut auf der neuen Plattform SPA3 auf, einer reinen Elektroarchitektur.
Optisch bleibt der EX60 dem bekannten Format treu: ein SUV der Mittelklasse mit klaren Linien, glatten Flächen und skandinavischem Understatement. Die Front ziert die markentypische Lichtsignatur in Form von «Thors Hammer», der Kühlergrill ist geschlossen. Spannend sind die Türgriffe positioniert: Sie sitzen am unteren Rand der Fenster.
In der Variante Cross Country hebt Volvo den EX60 optisch und technisch leicht an. Die Bodenfreiheit wächst um 20 Millimeter, mit Luftfederung sind bei Bedarf weitere zwei Zentimeter möglich. Verbreiterte Radhäuser, zusätzliche schwarze Verkleidungen sowie Unterfahrschutz-Elemente vorn und hinten verpassen dem EX60 ein robusteres Erscheinungsbild.
Mit einer Länge von 4,80 Metern ist der neue EX60 um zehn Zentimeter gewachsen. Der Radstand fällt mit 2,97 Metern entsprechend länger aus als beim bisherigen XC60 (2,87 m). Dadurch ergibt sich mehr Platz im Innenraum. Auch die Spurweite ist leicht gewachsen und misst nun vorn 1,65 Meter, hinten 1,64 Meter. Die Bodenfreiheit liegt je nach Fahrwerk und Beladung zwischen 19,3 und 23,4 Zentimetern. Damit bietet der EX60 Cross Country rund vier Zentimeter mehr Spielraum nach unten als der bisherige XC60 mit Luftfederung. Beim Wendekreis bleibt es bei rund 11 Metern, was für ein SUV dieser Grösse üblich ist.
Auch beim Stauraum legt der EX60 zu: Das Ladevolumen hinter der zweiten Sitzreihe steigt von 613 auf 634 Liter, bei umgelegten Rücksitzen von 1'543 auf 1'647 Liter. Der nutzbare Raum zwischen den Radkästen bleibt mit gut einem Meter auf ähnlichem Niveau. Zusätzlich gibt es einen kleinen Stauraum unter der Fronthaube – der Vorgänger hatte dort nichts zu bieten.
Im Innenraum setzt Volvo auf eine klare Gestaltung mit recycelten Materialien, wenigen Schaltern und einem dominanten Curved-Display in der Mitte. Der zentrale 15-Zoll-Touchscreen bildet zusammen mit einem 11,4 Zoll grossen Fahrerdisplay die digitale Kommandozentrale. Das System basiert auf Android Automotive und ist vollständig mit Googles Gemini vernetzt – einem KI-Modul, das natürliche Sprachbedienung erlaubt, ohne Kommandos auswendig lernen zu müssen.
Optional sorgt ein elektrochromatisches Glasdach für Licht, aber auch für Verschattung per Knopfdruck. Die Ambientebeleuchtung ist in mehreren Themenwelten einstellbar – von «Northern Light» bis «Autumn Sunset». Ein besonderes Detail ist die «Waldlicht»-Projektion, die im Innenraum ein dezentes Lichtspiel erzeugt.
Drei Antriebsvarianten
Volvo bietet den EX60 mit drei vollelektrischen Antriebsvarianten an, die sich in Leistung, Antriebskonfiguration und Reichweite unterscheiden:
P6: Heckantrieb, 275 kW (374 PS), 620 Kilometer Reichweite (WLTP), 5,9 Sekunden auf 100 km/h
P10: Allradantrieb mit zwei E-Motoren, 375 kW (510 PS), 660 Kilometer Reichweite, 4,6 Sekunden auf 100 km/h
P12: Allrad, 500 kW (680 PS), bis zu 810 Kilometer Reichweite, 3,9 Sekunden auf 100 km/h
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei allen Motorisierungen bei 180 km/h. Je nach Variante liegt die nutzbare Batteriekapazität bei bis zu 80, 91 oder 112 kWh. Unter Idealbedingungen kann der EX60 an geeigneten Schnellladesäulen mit bis zu 370 Kilowatt laden. In zehn Minuten fliessen so bis zu 340 Kilometer Reichweite nach. Der Standardwert von 10 auf 80 Prozent wird mit 300-kW-Ladung in rund 19 Minuten erreicht – vorausgesetzt, Akku und Aussentemperatur sind im optimalen Bereich.
Für Wechselstromladen stehen bis zu 22 kW zur Verfügung. Zusätzlich ist der EX60 für bidirektionales Laden vorbereitet – etwa für die Einspeisung ins Hausnetz (Vehicle-to-Home) oder ins öffentliche Stromnetz (Vehicle-to-Grid).
Eine Wärmepumpe zum energiesparenden Heizen und die Vorbereitung für automatisches Laden per Plug & Charge sowie One-Pedal-Drive (Beschleunigung und Verzögerung bis zum Stillstand über das Fahrpedal) sind mit an Bord.
Zum serienmässigen Umfang an Assistenzsystemen gehören alle gängigen Fahrhilfen wie Notbremsassistent, Querverkehrwarner, Spurhalteassistent, Totwinkelwarner mit Lenkeingriff und eine adaptive Geschwindigkeitsregelung. Neu ist der Pilot Assist Plus: Das System hält bei Autobahntempo bis zu 130 km/h die Spur – und kann künftig auch eigenständig die Spur wechseln, wenn der Fahrer zustimmt. In der Ausstattungslinie Ultra ist zusätzlich eine 360-Grad-Kamera mit 3D-Ansicht an Bord.
Über Sensoren und Innenraumkamera erkennt das Fahrzeug auch die Aufmerksamkeit des Fahrers. Wird keine Aktivität festgestellt, greift das System ein – bis zum kontrollierten Anhalten. Erstmals verbaut Volvo zudem Sicherheitsgurte, die sich je nach Situation in mehreren Stufen straffen und anpassen.
Preise, Marktstart und Ausstattungen
Zur Wahl stehen zunächst zwei Ausstattungslinien: Plus und Ultra. Eine Einstiegsvariante namens «Core» soll später folgen. Die Linie Plus bietet unter anderem ein Panoramaglasdach, ein Android-basiertes Infotainmentsystem mit 15-Zoll-Touchscreen, ein digitales Fahrerdisplay, bidirektionales Laden, eine Wärmepumpe, Sitz- und Lenkradheizung sowie zahlreiche Assistenzsysteme wie Pilot Assist. Ein Bose-Soundsystem mit 21 Lautsprechern gehört ebenfalls zur Serienausstattung.
In der Linie Ultra kommen weitere Komfort- und Technikmerkmale hinzu: etwa ein elektrochromatisches Glasdach, ein Audiosystem von Bowers & Wilkins mit 28 Lautsprechern, zusätzliche Lichtfunktionen mit adaptivem Fernlicht sowie eine 360-Grad-Kamera mit 3D-Ansicht.
Die Preise für den neuen EX60 beginnen bei 62'990 Euro für das heckgetriebene Basismodell in der Plus-Version, die höhere Ultra-Variante kostet je 6'800 Euro mehr. Die Topmotorisierung startet in der Topausstattung bei 78'790 Euro. Die Cross-Country-Variante kostet je nach Ausstattung und Antrieb jeweils rund 3'000 Euro Aufpreis. Zum Vergleich: Der bisherige XC60 mit Verbrennungsmotor war zuletzt ab 57'390 Euro erhältlich.
Die ersten Fahrzeuge sollen im Sommer 2026 ausgeliefert werden – zunächst die Versionen P6 und P10, später folgt der P12.
Verwendete Quellen:
- Volvo-Pressematerial

