Studie entlarvt E-Auto-Mythos: Schnelles Laden zerstört den Akku nicht
Häufiges Schnellladen zerstört die Batterie: Diese Warnung begleitete das Elektroauto von Beginn an. Experten fürchteten die chemische Belastung durch hohe Wattzahlen. Doch eine umfangreiche Datenauswertung des Telematikspezialisten Geotab gibt jetzt Entwarnung. Wichtigstes Ergebnis: Die Batterien sind zäher als ihr Ruf. Die Angst vor dem «schnellen Strom» ist weitgehend unbegründet.
Tempo schadet kaum
Geotab analysierte Daten von mehr als 22'700 Elektroautos 21 verschiedener Marken. Das Fazit lautet: Zwar altern Batterien durch häufiges Schnellladen (DC) etwas schneller, doch dieser Unterschied ist in der Praxis nahezu irrelevant.
Wer meist mit mehr als 100 Kilowatt lädt, verliert demnach anfänglich pro Jahr rund drei Prozent seiner Speicherkapazität. Wer sein Auto hingegen geduldig an der heimischen Wallbox (AC) lädt, verliert nur etwa 1,5 Prozent. Dieser Unterschied ist messbar, hat aber keine wirtschaftlichen Auswirkungen. «Der Zustand der Batterien bleibt gut, auch wenn die Fahrzeuge schneller geladen und intensiver genutzt werden», bilanziert Charlotte Argue von Geotab. Dies auch, weil die Akkus primär anfänglich, nach rund 30'000 Kilometern hingegen nur noch sehr langsam an Kapazität verlieren.
Zum gleichen Ergebnis kamen zuvor schon andere Langzeittests. Es zeigt sich somit immer deutlicher: Langsames Laden an der Wallbox ist schonender, aber Schnelllader sind keine Akku-Killer, wie oft behauptet wird.
Sengende Hitze? Fast egal
Oft diskutieren Autofahrer auch über die Temperatur beim Laden oder den idealen Ladestand. Die Studie zeigt: Beides wird überschätzt. Hitze lässt den Akku kaum schneller altern – gerade einmal 0,4 Prozentpunkte machen hohe Temperaturen aus. Auch wer den Akku im Alltag stark beansprucht, schadet ihm kaum. Nur zwei Fehler sollte man vermeiden: das Auto regelmässig komplett leerzufahren oder randvoll stehenzulassen.
Akkus halten länger als das Auto
Das Ergebnis der Studie ist vor allem für Gebrauchtwagenkäufer ein Segen. Die Akkus halten in der Regel länger, als die Hersteller die Lebensdauer ihrer Modelle kalkulieren. Die Sorge vor einem kostspieligen Batterietausch ist meist völlig unbegründet.

