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Customers look at their iPhones inside the Apple store on 5th Avenue in the Manhattan borough of New York City, July 21, 2015. U.S. stocks opened lower on Tuesday as the dollar remained at a three-month high and ahead of a host of earnings from technology giants including Apple, Microsoft and Yahoo. REUTERS/Mike Segar

Surfen mit dem iPhone: Apple ermöglicht neu mobile Werbeblocker. Bild: MIKE SEGAR/REUTERS

Hier siehst du das mächtigste Feature von iOS 9 im Einsatz

Mit der neuen Version des mobilen Betriebssystems iOS ermöglicht Apple, unerwünschte Web-Inhalte gar nicht erst zu laden. Die Adblocker erobern das iPhone.



iOS 9 kommt mit einem mächtigen Feature, dessen Auswirkungen noch kaum abzuschätzen sind.

Fakt ist: Die nächste Version des mobilen Betriebssystems ermöglicht das Blockieren von unerwünschten Web-Inhalten auf System-Ebene, indem man entsprechende Filter für den Standard-Browser Safari installiert (siehe Box unten).

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Cannot GET /_watsui/filler/

Um Missverständnissen vorzubeugen: Apple lanciert entgegen anders lautenden Berichten keinen eigenen Werbeblocker à la Adblock Plus, sondern bietet Dritten das technische Rüstzeug für die Entwicklung von Filter-Software an. Welche Filter zugelassen werden, ist noch nicht bekannt. 

Apple liess sich diesbezüglich noch nicht in die Karten blicken, als das Feature im Juni kurz vorgestellt wurde.

Win-Win-Situation für Apple

Die populärsten Anwendungen liegen auf der Hand: Auf der Abschussliste stehen Werbebanner und sogenannte Tracker, das sind unsichtbare Mini-Programme, die uns beim Surfen ausspionieren, um personalisierte Werbung zu pushen. 

Im Prinzip lässt sich auch jedes andere (schädliche) Skript blockieren. Vorausgesetzt, Apple lässt es zu.

Für Apple sei es eine Win-Win-Situation, kommentiert das Online-Medium The Next Web, das die noch in der Betaphase steckende Crystal-App ausprobiert hat. Der unabhängige Entwickler arbeitet bereits fleissig daran und verspricht, dass die App zur Lancierung von iOS 9 herauskomme.

So schnell lädt The Next Web

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Links lädt Safari die Website normal, rechts blockiert Crystal die Werbung. gif: the next web

So schnell lädt The Verge

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Links die normale Website, rechts die getrimmte Version. gif: the next web

iOS 9 wird voraussichtlich Mitte September lanciert (es deutet viel auf den 16. hin, das wäre zwei Tage vor dem wahrscheinlichen Verkaufsstart der neuen iPhones).

So schnell lädt die BBC-Website

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Links ungefiltert, rechts mit Adblocker. gif: the next web

So schnell lädt Bloomberg Business

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Links ohne Filter, rechts mit. gif: the next web

Die Vorteile aus Nutzersicht:

1. Ladezeit von populären Webseiten

Bild

screenshot: murphyapps.co

2. Datenmenge (in Megabyte), die geladen wird

Bild

screenshot: murphysapps.co

So funktioniert's

Mit iOS 9 lanciert Apple eine «Content Blocker»-Technik für den Standard-Browser Safari. Software-Entwickler können Erweiterungen (Apps) programmieren, die beim Aufrufen von Webseiten unerwünschte Inhalte blockieren. Dies können Werbeanzeigen sein, aber auch sogenannte Tracker, die das Nutzerverhalten aufzeichnen.

Im Gegensatz zu den bekannten Werbeblockern für PCs läuft bei iOS 9 die Filter-Software auf System-Ebene. Dies hat massive Vorteile bezüglich Geschwindigkeit und schützt die Privatsphäre der Nutzer, weil die Surfgewohnheiten nicht gegenüber Dritten preisgegeben werden.

Das Betriebssystem entscheidet aufgrund von Listen, welche Web-Inhalte (Domains, Werbung, Skripte) nicht geladen werden dürfen. Die Filter-Regeln gelten für das Surfen mit der Safari-App, aber auch für Dritt-Apps, die Webinhalte über die Systemfunktion anzeigen.

In Apples App Store sind bereits Adblocker für iOS-Geräte verfügbar. Dabei handelt es sich nicht um Safari-Erweiterungen, sondern um eigenständige Browser. (dsc)

Fazit: Durch das Blockieren von Web-Inhalten laufen die iOS-Geräte besser, was die Nutzer freut. Gleichzeitig werden die Werbetreibenden in Apples Arme getrieben. Denn die Kalifornier betreiben mit iAd ein eigenes Werbenetz, um in Dritt-Apps Bannerwerbung anzeigen zu können.

Potenziell betroffen sind in erster Linie Webseiten-Betreiber, die mit herkömmlicher Online-Werbung Geld verdienen. Ihnen drohen beträchtliche Einbussen, wenn Hunderte Millionen iOS-Nutzer im grossen Stil Anzeigen blockieren.

Apples iAd erhält mehr Gewicht, wenn der Konzern mit iOS 9 eine eigene News-App lanciert. Damit können die Nutzer nach eigenem Gusto journalistische Beiträge konsumieren, die von bekannten Medienhäusern und Blogs stammen. Apple entscheidet, welche Werbung dazu angezeigt wird.

Schlechte Nachrichten gibt's für Besitzer von älteren iOS-Geräten: Die «Content Blocker» laufen nur auf dem iPhone 5S und neuer sowie auf dem iPad Air und neuer.

iOS 9 und Apples News-App

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rascal 27.08.2015 17:39
    Highlight Highlight Jeder andere Konzern würde für sowas an die Wand gestellt. Fremde Werbung blocken, eigenes Werbenetzwerk unblockbar integrieren und das ganze dann als Mehrwert verkaufen.
    • The_Doctor 28.08.2015 10:44
      Highlight Highlight Das stimmt. Aber immerhin kann man bei iAds das Tracking in den Einstellungen blockieren. Das Ganze ist etwas zwiespältig. Werbung ist nicht per se schlecht. Aber ich freue mich trotzdem über den Blocker. Viele Webseiten übertreiben es und haben teilweise dutzende Tracker integriert. Das geht einfach gar nicht.
  • Qwertz 27.08.2015 16:54
    Highlight Highlight ... Und sich in zwei Jahren darüber beschweren, dass viele (die besseren) News-Webseiten eine Paywall einrichten müssen (die man auch mit Crystal nicht überwinden kann).
  • Triumvir 27.08.2015 16:17
    Highlight Highlight Ein (resp. mein) Surfer-Traum wird damit wahr! Einmal mehr heisst es somit für mich: DANKE APPLE! (ein höchst zufriedener Kunde und beinahe Fanboy :-P
  • Damien 27.08.2015 16:12
    Highlight Highlight Oder einfach kurz rooten und über AdAway/hosts file unerwünschte Inhalte systemweit beseitigen.

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