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Linux-Lücke «Copy Fail» wird bereits angegriffen – jetzt updaten

Linux-Lücke «Copy Fail» wird bereits angegriffen.
Linux-Lücke «Copy Fail» wird bereits angegriffen.bild: Tux by Larry Ewing/GIMP

Kritische Lücke gefährdet fast alle Linux-Distributionen – Angriffe laufen bereits

Ende vergangener Woche wurde die Linux-Lücke «Copy Fail» bekannt. Nun wird sie bereits angegriffen. Linux-Distributionen reagieren mit Notfall-Updates.
05.05.2026, 11:3205.05.2026, 13:30

IT-Forscher haben im Linux-Kernel eine kritische Schwachstelle entdeckt. Die inzwischen unter dem Namen «Copy Fail» bekannte Lücke kann von Angreifern per Python-Skript zum Erlangen von umfassenden Root-Rechten missbraucht werden. Ein simpler Logikfehler im Linux-Kernel führt dazu, dass User ohne spezielle Rechte sehr einfach unbegrenzte Rechte erhalten können, also die vollständige Kontrolle erlangen und alles überwachen können.

Es handelt sich dabei nicht um eine theoretische Gefahr. Vielmehr warnt die US-amerikanische IT-Sicherheitsbehörde CISA vor dem Missbrauch der Schwachstelle in freier Wildbahn, sprich die Lücke wird bereits ausgenutzt.

Betroffen sind laut den Forschern die meisten grösseren Linux-Distributionen, die seit 2017 verfügbar sind. Die Lücke haben sie unter anderem mithilfe des KI-Werkzeugs Xint Code aufgespürt. Ein Sicherheits-Patch stellten die IT-Forscher ebenfalls bereit, ein Fix wurde vor rund zwei Wochen in den Quellcode aufgenommen. Inzwischen haben die meisten Linux-Distributionen aktualisierte Installationspakete im Angebot – allerdings teils zunächst nicht für ältere Versionen.

Die Lücke sollte so schnell wie möglich geschlossen werden, da sie leicht per Script auszunutzen ist und Angreifer beispielsweise aus Containern ausbrechen und uneingeschränkte Kontrolle über Systemdateien, Konfigurationen etc. erlangen können. Es sei daher «die grösste Gefahr für Linux-Systeme seit Jahren», meint der Sicherheitsexperte Dan Goodin von Arstechnica.

Kurz zuvor hat das Security-Team der deutschen Telekom mittels KI die Schwachstelle «Pack2TheRoot» in Linux aufgespürt, die Angreifern Rechteausweitung in mehreren Distributionen ermöglicht. Die Telekom-IT-Forscher hatten mit Unterstützung von Anthropics KI Claude Opus die Schwachstelle identifiziert.

(oli)

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Die beliebtesten Kommentare
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Beluga
05.05.2026 12:33registriert Mai 2018
Um den Fehler ausnutzen zu können, ist direkter Serverzugriff nötig. Wenn ein böser Bube den hat, ist vorab schon einiges schief gegangen...
Der Exploit modifiziert die Metadaten eines Files, welches im Speicher liegt, Idealerweise ein Script so, dsss das Script beim nächsten Start als root läuft...

Das gab es in den Urzeiten von Unix such schon! cron startet ein Script als root. Das Script liegt aber irgendwo, wo jeder es verändern kann...
Das Problem hat auch Windows, wenn ein Scheduled Task als "system" läuft und was stertet, das an einem von Usern verändrbaren Ort liegt....
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