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FILE - This file image provided by Tesla Motors shows the Tesla Model 3 sedan. Tesla is raising $1.5 billion as it ramps up production of its Model 3 sedan, its first mass market electric car, the company said Monday, Aug. 7, 2017. (Courtesy of Tesla Motors via AP, File)

Nur gerade 260 Stück des Model 3 gebaut: Tesla enttäuscht Anleger massiv. Bild: AP/Tesla Motors

Digital-News

«Ich glaube, dass es bei Tesla noch die eine oder andere negative Überraschung geben wird»



Die Digital-News im Überblick:

Ankündigungsweltmeister Tesla kann nicht liefern

Der US-Elektroautobauer Tesla aus dem Sillicon Valley bekommt die Probleme mit seinem Model 3 nicht in den Griff: Das Unternehmen muss seine Produktionsziele verschieben und schreibt im dritten Quartal einen Rekordverlust.

Das Model 3 gilt als Teslas Hoffnungsträger. Mit dem Wagen will das aufstrebende Unternehmen den Sprung aus der Nische eines Herstellers batteriebetriebener Luxusfahrzeuge in den Massenmarkt schaffen.

Doch statt schon im Dezember könne die Fertigung des wichtigen Model 3 erst drei Monate später auf wöchentlich 5000 Fahrzeuge hochgefahren werden, kündigte Firmenchef Elon Musk am Mittwoch nach Börsenschluss an.

Damit verliert Tesla wichtige Zeit. Investoren reagierten verschreckt. Denn die Konkurrenz sitzt Tesla bereits im Nacken. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel fast fünf Prozent nach.

Im dritten Quartal liefen statt der versprochenen 1500 Elektrowagen vom Typ Model 3 nur 260 Stück von den Bändern. Als Achillesferse stellte sich die Produktion der Batterie-Module heraus, für die Tesla in der Wüste von Nevada eigens eine grosse Fabrik hochgezogen hat. Dort müssen die Fertigungsabläufe den Angaben zufolge teilweise überarbeitet werden.

Er sei angesichts der Probleme vor drei, vier Wochen deprimiert gewesen, räumte Musk ein. Inzwischen sei er jedoch wieder optimistisch, da klar sei, was zu tun ist. «Wir haben es erkannt, wir haben das im Griff», sagte der umtriebige Milliardär.

epa06213335 A woman tests a Tesla model's touchscreen display during the inauguration of US automaker Tesla's first official dealer in Spain, in L'Hospitalet de Llobregat, near Barcelona, northeastern Spain, 19 September 2017.  EPA/Alejandro Garcia

Bild: EPA/EFE

Tesla verbrennt sein Kapital immer schneller

Analysten zeigten sich skeptisch: «Ich glaube, dass es bei Tesla noch die eine oder andere negative Überraschung geben wird», sagte Frank Schwope von der NordLB. Es sei noch nicht erwiesen, ob das Model 3 und die Batterien ausgereift seien.

«Tesla vermarktet sich sehr gut. Dem Unternehmen wurde bisher viel verziehen. Ich glaube, dass irgendwann die Zeit kommt, wo Tesla mehr sein muss als eine Marketingabteilung.» Kunden, die für die Bestellung eines der begehren Model 3 eine Anzahlung geleistet haben, könnten angesichts der Produktionsverzögerungen nervös werden.

Marc-Rene Tonn vom Bankhaus M.M. Warburg ergänzte, Tesla müsse erkennen, dass es nicht allein auf die blumige Ankündigung ankomme. Das Unternehmen müsse das Versprochene auch auf die Strasse bringen. «Da sieht man, dass das etwas schwieriger ist.» Das Unternehmen aus Kalifornien hatte erst unlängst die Präsentation seines Elektro-Lasters «Tesla semi» um einige Wochen auf Mitte November verschoben.

Wegen der Probleme bei Model 3 verbrennt das ohnehin Verluste schreibende Unternehmen noch mehr Geld. Im abgelaufenen Quartal belief sich der Fehlbetrag auf 619 Millionen Dollar. Der Umsatz stieg zugleich um 30 Prozent auf knapp drei Milliarden Dollar. Musk sagte, Tesla verfüge über ausreichend Kapital, um die Verzögerungen zu überbrücken. Ende September verfügte das Unternehmen über Barmittel von 3.5 Milliarden Dollar.

Tesla hat mit der Sportlimousine Model S und dem Geländewagen Model X die Konkurrenz das Fürchten gelehrt. Das Model 3 kostet mit 35'000 Dollar nur halb so viel wie das Flaggschiff Model S, wodurch sich der Druck auf die traditionellen Hersteller erhöht.

Inzwischen haben alle grossen Autokonzerne Elektroautos angekündigt, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen sollen. Autobauer wie Volkswagen, Daimler und BMW stehen unter Zugzwang, weil sie die schärferen Klimavorgaben erfüllen müssen. Hinzu kommt, dass der Diesel wegen der Abgasschummelei in Verruf geraten ist. (sda/reu)

Cyberkriminelle missbrauchen zunehmend Schweizer Behörden und Unternehmen

In der Schweiz werden immer häufiger Cyberangriffe mit dem offiziellen Absender von Behörden und Firmen begangen. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Melde- und Analysestelle Informationssicherung (MELANI). Das Vorgehen der Betrüger wird dabei immer raffinierter.

So stellte eine scheinbar von der Steuerverwaltung stammende E-Mail Steuerrückerstattungen in Aussicht. In einem anderen Fall erhielten Personen Vorladungen zu Gerichtsverhandlungen, die von einer Kantonspolizei stammten. Regelmässig werden auch bekannte Unternehmen wie die Post und Swisscom missbraucht, um eine hohe Seriosität der E-Mails vorzutäuschen.

Diese Fälle schildert MELANI in ihrem am Donnerstag publizierten Halbjahresbericht. Die Stelle des Bundes empfiehlt Benutzerinnen und Benutzern grundsätzlich, E-Mails zu misstrauen, die sie unaufgefordert erhalten - auch bei bekannten Absendern. Zudem gibt es laut MELANI zahlreiche Hinweise, wie man betrügerische E-Mails von echten unterscheiden könne.

Verletzlichkeit moderner Gesellschaften

Für Schlagzeilen sorgte diesen Mai die Cyber-Attacke mit der Schadsoftware namens «WannaCry». Hacker hatten damit weltweit Computer lahmgelegt und zahllose Unternehmen und Behörden blockiert. Laut Europol gab es über 230'000 Ziele in 150 Staaten.

In der Schweiz konnte MELANI 204 potentielle Opfer identifizieren, wobei im Vergleich zum Ausland keine Betreiber von kritischen Infrastrukturen betroffen waren. Die Vorfälle hätten aber einmal mehr gezeigt, wie verletzlich die moderne Gesellschaft mit ihren vernetzten Computersystemen sei, schreibt MELANI in ihrem Bericht.

Immer häufiger würden sich politische Spannungen digital entladen. Wo früher Häuserwände mit Graffitis besprüht worden seien, verunstalteten heute Aktivisten Webseiten. So hätten die Diskussionen in der Schweiz um den türkischen Präsident Recep Tayyip Erdogan zur «Verunstaltung» zahlreicher Schweizer Websites geführt. (sda)

Facebook mit Gewinnsprung dank florierendem Werbegeschäft

Facebook hat im dritten Quartal dank eines gut laufenden Werbegeschäfts und weiter anziehender Nutzerzahlen seinen Gewinn deutlich gesteigert. Verglichen mit dem Vorjahreswert stieg der Überschuss um 79 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar, wie der US-Internetkonzern am Mittwoch mitteilte.

Die Werbeerlöse, Facebooks Haupteinnahmequelle, nahmen um 49 Prozent auf 10,1 Milliarden Dollar zu. Etwa 88 Prozent davon spielten Anzeigen auf Mobilgeräten ein. Facebook hatte Ende September 2,07 Milliarden aktive Nutzer pro Monat, 16 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. Die Aktie stieg nachbörslich zunächst um 2,6 Prozent.

Firmengründer und -chef Mark Zuckerberg deutete allerdings an, dass demnächst die Gewinne aufgrund von Investitionen in die Sicherheit des Dienstes nicht mehr so stark sprudeln könnten. Der Schutz der «Community» sei wichtiger, als den Gewinn zu maximieren.

Vor dem Hintergrund der Diskussionen um «Fake News» und mangelnde Kontrolle auf dem Online-Netzwerk warnte er Anleger: «Wir meinen es ernst damit, den Missbrauch unserer Plattformen zu verhindern. Wir investieren soviel in Sicherheit, dass es unsere Profitabilität beeinflussen wird.»

Kritiker werfen Facebook vor, nicht genug gegen Propaganda und Hetze zu tun. In den USA wird der Konzern etwa beschuldigt, Einfallstor manipulativer russischer Einflussnahme im Wahlkampf gewesen zu sein. (sda/dpa)

Instagram für mutmassliche russische Kampagne vor US-Wahl genutzt

Für ihre Desinformationskampagne während des US-Wahlkampfes haben mutmassliche russische Urheber auch den Online-Bilderdienst Instagram benutzt. Instagram ist eine Tochterfirma von Facebook.

Facebook-Vizechef Colin Stretch sagte am Mittwoch in einer Anhörung im Geheimdienstausschuss des Senats in Washington, rund 120'000 manipulative Inhalte aus russischen Quellen seien im vergangenen Jahr in dem Dienst platziert worden, die rund 20 Millionen Nutzer in den USA erreicht hätten.

Der Konzern hatte bereits zuvor mitgeteilt, dass mehr als 126 Millionen Nutzer seines Facebook-Netzwerks in den USA zwischen 2015 und 2017 von russischen Quellen verbreitete Kommentare, Berichte und andere Inhalte erhalten hätten. Die Gesamtzahl der in dem zum Facebook-Konzern gehörenden Diensten mit diesen Inhalten belieferten Nutzer liegt bei etwa 146 Millionen. (sda/afp)

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