Das Cybertruck-Debakel nimmt kein Ende
Tesla erlebt mit seinem Elektro-Pickup Cybertruck ein Dauer-Debakel. Als revolutionäres Modell angekündigt, reihen sich Pleiten, Pech und Pannen aneinander. 250'000 Exemplare wollte Tesla ursprünglich pro Jahr produzieren, doch im vergangenen Jahr lag die Nachfrage deutlich geringer – bei rund acht Prozent davon. Das geht aus Daten von Cox Automotive hervor. Nachdem sich die ambitionierten Ziele als nicht erfüllbar erwiesen hatten, waren die Produktionsziele bereits auf 125'000 Autos gesenkt worden.
Doch auch das erweist sich als zu viel: Laut den Daten von Cox Automotive fielen die Verkäufe von rund 39'000 Einheiten im Jahr 2024 auf nur noch 20'200 Einheiten im abgelaufenen Jahr. Sprich: Der Absatz hat sich beinahe halbiert.
Wichtig zu wissen: Tesla selbst weist keine Absatzzahlen für den Cybertruck aus, es handelt sich um datenbasierte Schätzungen. Effektiv dürfte die Nachfrage noch geringer gewesen sein, da Musks Unternehmen SpaceX und xAI offenbar überschüssige Cybertrucks selbst gekauft haben.
Gründe für die Absatzflaute beim Cybertruck
Hierzulande ist der Cybertruck erst gar nicht zugelassen, da der Pick-up die europäischen Crashvorschriften nicht erfüllen würde. Auf dem Heimatmarkt USA startete er jedoch zunächst recht erfolgreich: 2024 war er trotz der nicht erreichten Zielwerte der erfolgreichste E-Pick-up.
Doch einerseits scheint der Cybertruck nach der ersten kleinen Erfolgswelle keine neuen Käuferschichten angezogen zu haben; zweitens wirkte die Politik Donald Trumps gegen ihn: Ende September 2025 lief die US-Steuergutschrift für E-Fahrzeuge aus. Noch dazu kommt: Auf dem Pick-up-Markt können sich elektrische Modelle derzeit nicht durchsetzen. So hat Ford die Herstellung seines elektrischen F-150 Lightning wieder eingestellt. Auch andere Marken sind mit ihren Elektro-Lastern ähnlich erfolglos.
Qualitätsprobleme und ein Rücktritt
Zudem plagen Tesla beim Cybertruck weitere Baustellen: Im November 2025 war bekannt geworden, dass Siddhant Awasthi, Leiter des Cybertruck- und Model-3-Programms bei Tesla, das Unternehmen nach acht Jahren verlässt.
Auch die Qualität des Fahrzeugs lässt offenbar zu wünschen übrig: Innerhalb von zwei Jahren musste Tesla zehn Rückrufaktionen starten. Zuletzt rief Tesla rund 6'200 Cybertrucks zurück, weil die optionale Lichtleiste aufgrund eines falschen Klebers möglicherweise abfliegen könnte. Die unlackierten Flächen lassen den Cybertruck schnell verwittern, wenn er nicht foliert oder lackiert wird. Zudem beschwerten sich Besitzer über Probleme bei den automatisierten Fahrfunktionen.
Dennoch ist Tesla laut Cox-Daten in den USA erfolgreich: Rund 590'000 verkaufte Fahrzeuge machten einen Marktanteil von rund 46 Prozent bei den Elektrofahrzeugen aus. Während der Cybertruck um 48 Prozent einbrach, gingen die wichtigen Model-Y-Verkäufe in den USA nur um rund 4 Prozent zurück. Das Model 3 soll laut Schätzungen der Marktforscher gar um 1 Prozent zugelegt haben.
Der Cybertruck bricht ein, aber die anderen Tesla-Modelle verkaufen sich in den USA weiterhin gut
Am 28. Januar veröffentlicht Tesla seinen Geschäftsbericht für das Schlussquartal und das Gesamtjahr 2025. Bekannt sind bereits die Gesamtauslieferungen: Weltweit lieferte Tesla im letzten Jahr noch 1,636 Millionen Fahrzeuge aus, knapp 10 Prozent weniger als 2024. In Europa sanken die Auslieferungen um 28 Prozent.
Verwendete Quellen:
- auto-motor-und-sport.de: "Horrender Absatzeinbruch"
- eletctrive.net: "Absatz von Teslas Cybertruck bricht um die Hälfte ein"
- msn.com: "Kündigung bei Tesla: Elon Musks Cybertruck-Chef verlässt den E-Auto-Hersteller nach acht Jahren"

