Neuer Elektro-BMW überrascht mit 900 Kilometer Reichweite
In Kürze:
- BMW präsentiert Elektrolimousine i3 mit bis zu 900 Kilometer Reichweite, 109-kWh-Akku
- Der i3 kann mit maximal 400 kW in zehn Minuten Strom für bis zu 400 Kilometer Reichweite nachladen
- Markteinführung ab Herbst 2026
BMW überführt eines seiner wichtigsten Modelle ins Elektrozeitalter: Mit dem i3 bringen die Münchner in diesem Jahr eine vollelektrische Limousine im Format des 3er auf den Markt. Später folgt der i3 als Elektro-Kombi.
Seit fünf Jahrzehnten gehört der 3er zu den zentralen Baureihen von BMW. Die Mittelklasse-Limousine steht für die sportliche Ausrichtung der Marke und zählt weltweit zu den erfolgreichsten Modellen im Portfolio. Mit dem neuen i3 wird diese Baureihe nun erstmals vollständig elektrisch interpretiert, während aber die Verbrennervariante weiter produziert wird.
Der i3 ist zugleich das zweite Serienmodell der sogenannten «Neuen Klasse». Diese Architektur wurde ausschliesslich für Elektroautos entwickelt und soll in den kommenden Jahren in zahlreichen Baureihen eingesetzt werden. Den Auftakt machte der SUV iX3, von dem die Limousine i3 einige technische Elemente übernimmt.
Die «Neue Klasse» soll bei BMW auch einen Neubeginn markieren: Während mehrere deutsche Hersteller zuletzt deutliche Gewinneinbrüche meldeten, blieb BMW bislang vergleichsweise stabil. Dennoch steht auch der Konzern unter Druck, etwa durch schwächere Nachfrage in China, steigende Kosten und hohe Investitionen in neue Technologien.
Die «Neue Klasse» ist deshalb eines der zentralen Projekte für die kommenden Jahre. BMW will damit nicht nur neue Elektroautos auf den Markt bringen, sondern auch eine neue technische Architektur für Batterien, Software und Elektronik einführen.
Klassische Limousine auf neuer Plattform
Beim Design bleibt BMW grundsätzlich bei der bekannten Silhouette einer Mittelklasse-Limousine. Die Proportionen verändern sich jedoch durch die reine Elektroplattform. Ein langer Radstand, kurze Überhänge und ein flacher Unterboden prägen das sogenannte 2,5-Box-Design. Früher sprach man bei Limousinen traditionell von einem 3-Box-Design: Motorhaube, Fahrgastzelle und Kofferraum bildeten die Zutaten.
An der Front kombiniert BMW die traditionelle Niere und die Scheinwerfer zu einer gemeinsamen Lichtsignatur. Auch am Heck setzt BMW auf eine klar horizontale Gestaltung mit breiten Radhäusern. Mit 4,76 Metern Länge und einem Radstand von 2,897 Metern bleibt der i3 im typischen Format der Mittelklasse. Zum Vergleich: Der 3er mit Verbrennerantrieb misst derzeit 4,71 Meter.
Reduziertes Cockpit
Im Innenraum setzt BMW wie beim iX3 auf ein neues Anzeige- und Bedienkonzept. Das sogenannte Panoramic iDrive projiziert Fahrinformationen über die gesamte Breite des unteren Windschutzscheibenbereichs.
Ergänzt wird dieses System durch ein 17,9-Zoll-Zentraldisplay, ein optionales 3D-Head-up-Display, das Informationen in die Windschutzscheibe projiziert, sowie ein neu gestaltetes Multifunktionslenkrad. Ein klassisches Instrumentendisplay hinter dem Lenkrad gibt es nicht.
900 Kilometer Reichweite und laden mit 400 kW
Zum Marktstart bietet BMW den i3 zunächst als i3 50 xDrive an. Zwei Elektromotoren – einer an Vorder- und einer an Hinterachse – liefern zusammen 345 kW beziehungsweise 469 PS und 645 Newtonmeter Drehmoment.
Die 109-kWh-Batterie gehört zur sechsten Generation der BMW-eDrive-Technologie. Sie arbeitet mit 800-Volt-Architektur und neu entwickelten Rundzellen. Laut Hersteller sind damit 900 Kilometer Reichweite nach WLTP möglich. Das sind knapp 100 Kilometer mehr als bei der SUV-Variante iX3.
An Schnellladesäulen kann der i3 mit bis zu 400 kW extrem schnell laden. Unter optimalen Bedingungen soll sich so in zehn Minuten Strom für bis zu 400 Kilometer Reichweite nachladen lassen. Am AC-Lader sind bis zu 22 kW möglich. Auch bidirektionales Laden ist vorgesehen. Das Fahrzeug kann also Energie aus der Batterie wieder an externe Verbraucher oder das Stromnetz abgeben.
Eine zentrale Rolle spielt ausserdem das Steuergerät «Heart of Joy». Es bündelt Funktionen wie Antrieb, Rekuperation, Bremsen und Teile der Lenkung und ist Teil der neuen Softwarearchitektur der «Neuen Klasse».
Produktion und Marktstart
Gebaut wird der neue BMW i3 im Stammwerk München. Dort soll die Serienfertigung im August 2026 beginnen. Die ersten Fahrzeuge sollen im Herbst 2026 ausgeliefert werden. Die Preise wird BMW erst später verraten. Das Allradmodell mit grossem Akku dürfte über 70'000 Franken kosten, später folgt eine schwächere und preisgünstigere Basisvariante.

