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Blick ins «Be Happy»-Museum in Warschau, ein beliebtes Fotosujet für Social-Media-User. Instagram will minderjährige Internet-User möglichst früh an sich binden.
Blick ins «Be Happy»-Museum in Warschau, ein beliebtes Fotosujet für Social-Media-User. Instagram will minderjährige Internet-User möglichst früh an sich binden.symbolBild: keystone

Facebook-Konzern plant Instagram für 12-Jährige (und noch jünger)

Eine frühere Google-Managerin, die für YouTube Kids zuständig war, soll bei Instagram eine Plattform für User unter 13 Jahren aufbauen.
19.03.2021, 19:39
«Wir haben die Jugendarbeit als Priorität für Instagram identifiziert (...).»
Internes Memo, Instagram

Der Facebook-Konzern plant ein Kinder-Instagram. Dies geht aus einem geleakten internen Memo der Instagram-Geschäftsleitung hervor. Geplant ist eine Plattform für User unter 13 Jahren – dem Mindestalter von Instagram.

Gemäss einem Bericht von Buzzfeednews soll die Arbeit von Adam Mosseri, dem Chef von Instagram, beaufsichtigt werden. Als Leiterin sei die Ex-Googlerin Pavni Diwanji vorgesehen, eine Vizepräsidentin, die im Dezember zur Muttergesellschaft Facebook kam. Zuvor arbeitete sie bei Google, wo sie die auf Kinder ausgerichteten Produkte des Suchmaschinenriesen beaufsichtigte, darunter YouTube Kids.

Teenager als Opfer

Die interne Ankündigung kommt laut Bericht zwei Tage nachdem Instagram angekündigt hatte, dass es mehr tun wolle, um seine jüngsten Nutzer zu schützen. In den USA hatte sich die öffentliche Kritik gemehrt wegen Missbrauch, Mobbing und Übergriffen, die User im Teenager-Alter betrafen.

Am Dienstag veröffentlichte das Unternehmen einen Blogbeitrag mit dem Titel «Continuing to Make Instagram Safer for the Youngest Members of Our Community».

In dem Beitrag werde nicht erwähnt, dass Instagram ein Produkt für Kinder unter 13 Jahren entwickelt habe. Vielmehr werde auf das geltende Mindestalter verwiesen:

«Wir verlangen, dass jeder mindestens 13 Jahre alt sein muss, um Instagram nutzen zu können, und bitten neue Nutzer schon seit einiger Zeit, ihr Alter anzugeben, wenn sie sich für ein Konto anmelden.»

Es gebe eine Menge tun, zitiert Buzzfeednews den Instagram-Chef, der verriet, dass die Arbeiten am Kinder-Instagram noch nicht weit fortgeschritten seien. Man wolle eine Version für Jugendliche oder Kinder schaffen, bei der die Eltern «Transparenz oder Kontrolle» hätten. Dies werde nun geprüft.

Ist das schlimm?

Kommt auf die Perspektive an.

Buzzfeednews zitiert eine Doktorandin an der University of Maryland, die erforsche, wie sich Social-Media-Nutzung auf Familien auswirke. Sie sagte, dass eine Version von Instagram für Kinder eine Möglichkeit für Facebook sei, junge Leute anzulocken und die Idee zu normalisieren, «dass soziale Verbindungen existieren, um monetarisiert zu werden».

Das gleiche Phänomen sei beim Konkurrenten Alphabet, respektive Google, zu beobachten. Dort würden Kinder, die zunächst YouTube Kids nutzen, oft zur Hauptplattform von YouTube wechseln. Davon profitiere natürlich das Unternehmen, es sei aber besorgniserregend aus Elternsicht.

Facebook hat unter seinem Gründer Mark Zuckerberg vorgemacht, wie man die jüngsten Internet-User ködert und früh an die Nutzung von Social-Media-Diensten gewöhnt. Mehr User = mehr Profit dank steigender Werbeeinnahmen.

2017 lancierte die weltgrösste Social-Media-Plattform den Dienst Messenger Kids, ein Facebook-Produkt, das sich an Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren richtete.

Gratis-Messenger für Unter-13-Jährige: Auf «Messenger Kids» von Facebook folgt ein Kinder-Instagram.
Gratis-Messenger für Unter-13-Jährige: Auf «Messenger Kids» von Facebook folgt ein Kinder-Instagram.Screenshot: Messenger Kids

95 Fachleute für die Gesundheit von Kindern unterzeichneten einen offenen Brief an Facebook-CEO Mark Zuckerberg, in dem sie ihn aufforderten, Messenger Kids einzustellen. Die Kritiker beriefen sich dabei auf Forschungsergebnisse, die besagen, dass «die exzessive Nutzung digitaler Geräte und sozialer Medien schädlich für Kinder und Jugendliche ist, was es sehr wahrscheinlich macht, dass diese neue App die gesunde Entwicklung von Kindern untergräbt.»

Quellen

(dsc)

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quelle: epa/dpa / maurizio gambarini
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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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zap
20.03.2021 06:49registriert September 2019
Social Media für Kinder als Zielgruppe?
Da schiesst mir sofort das Bild vom Drogendealer auf dem Pausenhof der Primarschule in den Kopf ...
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PHILIBERT
20.03.2021 04:58registriert Januar 2021
In meinen Augen völlig unnötig, ja sogar gefährlich - nicht wegen der Inhalte, viel mehr wegen dem 'Suchtpotenzial'... es reicht ja, dass die Jugend ab 12/13-jährig ständig 'auf Kanal' sind und kaum mehr vom Handy zu trennen sind...
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Kartoffelkosmos
19.03.2021 22:09registriert Januar 2021
Ich werde unsere Kinder so lang wie irgendwie möglich von Social Media fernhalten.
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