Googles Robotaxi-Firma Waymo ist 126 Milliarden Dollar wert und kommt nach Europa
Im Wettlauf mit Tesla, chinesischen Anbietern oder der VW-Tochter Moia um den Markt für fahrerlose Robotaxis füllt die Google-Schwesterfirma Waymo ihre Kassen für eine globale Expansion. Waymo sammelte von Investoren 16 Milliarden Dollar in einer Finanzierungsrunde ein.
Das Unternehmen wurde dabei insgesamt mit 126 Milliarden Dollar bewertet, wie es in einer Mitteilung hiess.
Die Robotaxis von Waymo machen inzwischen ohne einen Menschen am Steuer mehr als 400'000 bezahlte Fahrten mit Passagieren pro Woche in sechs US-Städten sowie dem Silicon Valley. Die Firma strebt einen schnellen Ausbau in den USA an – und schickte ihre Fahrzeuge bereits auch nach London und Tokio. Insgesamt fuhren Waymo-Autos 127 Millionen Meilen (gut 204 Mio. Kilometer) autonom.
Viel Konkurrenz
Waymo gilt als Marktführer, aber es drängen immer neue Anbieter in den Zukunftsmarkt Robotaxi. Insbesondere in Asien, Nordamerika und Europa sind inzwischen mehrere Robotaxi-Anbieter auf dem Markt. China ist aktuell das Land mit der höchsten Robotaxi-Dichte. Dort wetteifern Anbieter wie Baidu, Pony.ai und WeRide um Kunden.
VW und Moia haben derweil den Testbetrieb mit autonom fahrenden Elektrotaxis (VW ID. Buzz) in Hamburg aufgenommen, ab Frühling 2026 wird Oslo als zweite Stadt folgen. In der Schweiz sollen die selbstfahrenden Minibusse der Hamburger VW-Tochter Moia erst ab 2028 verkehren, zuerst in Zug.
In den USA kooperieren VW und Moia mit Uber. Uber-User sollen per App einen selbstfahrenden Elektro-Bulli vom Typ «ID.Buzz AD» bestellen können – ab 2026 zunächst in Los Angeles.
Tesla geht eigenen Weg
Tesla hat bisher nur einige Robotaxis in der texanischen Stadt Austin im Einsatz. Sie wurden bis zuletzt noch von Aufpassern im Beifahrersitz begleitet. Musk verkündete aber, Tesla werde in wenigen Jahren die Nummer eins beim autonomen Fahren und Robotaxis sein. Der Schlüssel dazu soll sein, dass handelsübliche Wagen vom Band auch komplett selbstständig fahren. Zudem will Tesla ab diesem Jahr ein Robotaxi ohne Lenkrad und Pedale bauen.
Allerdings will Musk dafür nur mit Kameras auskommen. Konkurrenten und Experten zweifeln an, ob dies ausreichende Sicherheit bietet. Denn Waymo und andere Entwickler setzen zusätzlich auf weitere Sensoren, vor allem Lidar, die die Umgebung der Fahrzeuge abtasten. Geht Musks Rechnung aber auf, hätte Tesla einen enormen Kostenvorteil.
(sda/dpa/oli)
