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Widerspenstiger Internet-Riese

Google lehnt über die Hälfte der Löschanträge ab



TO GO WITH AFP STORY by PAULINE CURTET - FILES - 
A picture taken on September 10, 2011 shows the Google data center in Hamina, Finland during it's official opening. With freezing winters where the mercury can sink well below zero and cool summers, Finland will never be a destination of choice for the world's sun-seekers. But its chilly weather has attracted technology giants such as Google and Microsoft that seek a cool haven for thousands of servers holding terabytes of data from around the world.  AFP PHOTO / Lehtikuva / JARNO MELA   FINLAND OUT

Wer seine Daten bei Google löschen will, schaut oft in die Röhre. Bild: AFP

Der US-Internetkonzern Google hat in den vergangenen fünf Monaten europaweit knapp 42 Prozent der Anträge auf Löschung von Ergebnissen aus seiner Suchmaschine stattgegeben. Insgesamt seien seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) im Mai rund 145'000 Löschanfragen eingegangen.

Das geht aus dem am Freitag veröffentlichen Transparenzbericht Googles hervor. Mehr als 58 Prozent der in europäischen Ländern gestellten Löschgesuche wurden demnach abgelehnt.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte Mitte Mai geurteilt, dass Internetnutzer grundsätzlich das «Recht auf Vergessen» bei Suchmaschinen wie Google haben. Seit Ende Mai können Betroffene bei Google Anträge stellen, um Links aus den Suchergebnissen des Konzerns löschen zu lassen. 

4000 Schweizer reklamierten

Seitdem hat Google nach eigenen Angaben in ganz Europa fast 500'000 Links überprüft. Aus der Schweiz kamen demnach rund 4000 Anfragen. Google habe daraufhin rund 13'000 Links gesichtet und rund 53,6 Prozent von ihnen aus seiner Suche entfernt.

Aus Deutschland kamen laut Transparenzbericht bis Freitag knapp 25'000 Löschanträge, 53 Prozent seien entfernt worden. Die Löschquote von Land zu Land unterscheidet sich stark: In Frankreich hatten laut Google-Bericht 51,5 Prozent der Anträge Erfolg, in Grossbritannien rund 35 Prozent, in Italien rund 24 Prozent.

Google hat einen Experten-Beirat einberufen, der in zahlreichen Ländern Europas mit Fachleuten und der Öffentlichkeit über die Fragen diskutiert, die das Urteil aufwirft. Am Dienstag tagt der sogenannte «Lösch-Beirat». 

Das Gremium soll insbesondere erörtern, wie das Recht des Einzelnen auf Vergessenwerden mit dem Recht der Öffentlichkeit auf Informationen abgewogen werden kann. (aeg/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • smoe 10.10.2014 21:13
    Highlight Highlight Würde man die Leute fragen, was sie davon halten, ob ein amerikanischer Konzern über den Nachrichtenwert von Artikeln europäischer News Seiten richten und publizistische Entscheidungen für diese übernehmen sollte, würden die meisten das wohl ablehnen. Macht man aber ein Gesetz daraus und nennt es «Recht auf Vergessen», finden das plötzlich viele ganz toll.

    Ich hatte kürzlich ein interessantes Gespräch mit einem Holländer, der der Meinung war, dass wir in der heutigen Zeit eigentlich dedizierte Minister für Informationstechnologie bräuchten. Dann hätten wir möglicherweise auch mehr Politiker involviert, die wirklich Ahnung von der Materie haben und nicht nur solche, die dank eines Microsoft Office Kurses für Fortgeschrittene nun eine Excel Tabelle nach zwei anstatt einer Spalte sortieren können …
    • MasterPain 12.10.2014 18:42
      Highlight Highlight Wir hätten einige solche Politiker in der Piratenpartei. Die meisten Mitglieder dieser Partei stellen sich aber so hohl an, dass die gesamte Partei unwählbar ist.
  • metall 10.10.2014 20:11
    Highlight Highlight Bravo Google. Wir sollten froh sein dass wir mit Google verbotene oder falsche Einträge findet. Wer sonst.
    Das wäre ja wie wenn wir die Polizei abschaffen würden um zu hoffen dass wir keine Gangster mehr haben.

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