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Curved-OLED-Display und markante Vierfach-Kamera. Die Markenzeichen des neuen Mate 30 Pro. bild: twitter / @evleaks

So sehen die neuen Huawei-Smartphones aus (die ein hässliches Trump-Problem haben)

Die Tech-Welt schaut diese Woche gebannt auf München, wo Huawei die neue Mate-30-Serie präsentieren wird. Kurz vor der Enthüllung sind die ersten Promo-Bilder durchgesickert – doch es gibt ein grosses ABER.



Hinweis: Wir haben den ursprünglichen Artikel mit zusätzlichen Informationen zum Top-Modell Mate 30 Pro ergänzt.

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Das erste Foto des Huawei Mate 30 Pro. bild: @Slashleaks

Trump hin, US-Embargo her. Huawei lässt sich nicht beirren und stellt diese Woche seine neusten Smartphones vor. Spannend wird der Event primär, weil bis dato völlig unklar ist, ob und wie Huawei die US-Sanktionen umschiffen will, die den Chinesen den Verkauf neuer Geräte mit Google-Apps inklusive des zentralen Play Stores untersagen. Die Krux: Ohne Android-Lizenz des US-Handelsministeriums müssen neue Android-Geräte von Huawei ohne Googles offiziellen App-Store auskommen und ohne Play Store lassen sich ausserhalb Chinas nur schwerlich Smartphones verkaufen.

Für das neue Mate 30 (Pro) heisst das im Klartext: «Auf diesem Gerät können wir die Google-Mobile-Dienste (GMD) nicht installieren. Diese Option werden wir unseren Kunden überlassen, die das selber machen können», sagte Richard Yu, Chef der Smartphone-Sparte, gegenüber Spiegel Online.

Yu hat am Rande der IFA 2019 angedeutet, dass die neue Mate-30-Serie zwar diesen Donnerstag in München enthüllt wird, die Geräte zunächst aber nur in China in den Verkauf gelangen könnten. In China spielen der Play Store und andere Google-Apps keine Rolle. Für Europa sucht Huawei offenbar eine Lösung, die es Käufern erlauben würde, den App-Store und somit alle weiteren Apps nach dem Kauf selbst zu installieren.

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Beim neuen Top-Modell Mate 30 Pro fliesst das Display, so scheint es, fast im rechten Winkel um das Gehäuse. bild: twitter / @evleaks

Ebenfalls ungewöhnlich: Tauchen sonst Wochen oder gar Monate vor dem Verkaufsstart Fotos und Videos neuer Geräte im Netz auf, so war es um das neue Flaggschiff Mate 30 Pro bis zuletzt erstaunlich still. Dies lag offenbar daran, dass die Händler erst sehr spät offizielle Werbebilder erhalten haben – ein Zeichen, dass der Verkaufsstart lange in der Schwebe hing oder weiter hängt.

Der bekannte «Smartphone-Leaker» Evan Blass hat nun aber zugeschlagen und auf Twitter mehrere Werbebilder der Mate-30-Serie veröffentlicht, die diverse Details vorab verraten.

Mate 30 Pro

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Das Mate 30 Pro unterstützt das neue 5G-Netz. bild: twitter / @evleaks

Das neue Huawei-Flaggschiff Mate 30 Pro hat ein ausgesprochen stark abgerundetes Display. Dies erweckt den Eindruck eines auf den Seiten randlosen Smartphones, einen praktischen Nutzen hat das von Samsung seit Jahren bekannte Design hingegen kaum.

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Das Mate 30 Pro soll ein 6,8 Zoll grosses «Wasserfall»-Display haben. bild: twitter / @evleaks

Die markante Auskerbung (Notch) auf der Vorderseite beherbergt offenbar eine Dreifach-Frontkamera, die Weitwinkel-Selfies ermöglicht. Mit grösster Wahrscheinlichkeit verbaut Huawei auch wieder die vom letzten Jahr im Mate 20 Pro bekannte 3D-Gesichtserkennung, die ein sehr schnelles und sicheres Entsperren des Geräts erlaubt. Alternativ kann das Handy per Fingerabdruck entsperrt werden, wobei der Sensor wie beim Vorgänger direkt im Touchscreen integriert ist.

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bild: twitter / @evleaks

Wer genau hinschaut, erkennt auf der Vorderseite
zudem zwei Mobilfunkanzeigen. Das Smartphone unterstützt also zwei SIM-Karten. Interessant daran: Auf den Werbebildern sind sowohl beim Mate 30 Pro als auch beim normalen Mate 30 das 4G- und 5G-Symbol gut zu erkennen. Möglich macht dies der neue Huawei-eigene Prozessor Kirin 990, der zumindest in einer Variante mit einem integrierten 5G-Modem kommt.

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bild: twitter / @evleaks

Auf der Rückseite prangt mittig die neue Vierfach-Kamera. Richtig, das ist nochmals eine Linse mehr als im Huawei P30 Pro von diesem Frühling. Das nun kreisrunde Design erinnert an Nokias Lumia-Kameras. Die technischen Details der Huawei-Kamera kennen wir noch nicht, aber alles deutet auf eine Telelinse (Zoom) sowie Ultraweitwinkel- und Makrolinse hin.

Laut neusten Informationen können wir mit folgenden Spezifikationen rechnen:

Update: Inzwischen sind fast alle Spezifikationen bekannt:

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bild: twitter / @RODENT950

Das Mate 30 Pro lässt sich offenbar wie das kommende Pixel 4 von Google mit Handgesten in der Luft steuern. Bei der Kamera scheint Huawei vor allem bei den Video-Funktionen zugelegt zu haben: Neu sind Videos in 8K (30fps) möglich. Mit 4K-Auflösung erreicht das Mate 30 Pro 60 Bilder pro Sekunde (fps).

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Links das Mate 30, rechts das Mate 30 Pro. bild: twitter / @evleaks

Mate 30

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Das Mate 30 unterstützt laut Promobild ebenfalls 5G. bild: twitter / @evleaks

Das normale Mate 30 hat den gleichen Prozessor wie das Top-Modell, kommt aber ohne abgerundetes Display daher. Auch die Auskerbung für die Frontkamera fällt kleiner aus, da Huawei auf eine dritte Linse und vermutlich auf die mutmasslich teure 3D-Gesichtsentsperrung verzichtet. Alternativ scheint auch das Mate 30 einen In-Display-Fingerabdrucksensor zu besitzen.

Je nach Land können sich die Spezifikationen bei Speicher und RAM unterscheiden. Beim Standard-Modell erwarten wir 6 GB Arbeitsspeicher und 128 GB internen Speicherplatz.

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Die Rückseite ist kaum vom Pro-Modell zu unterscheiden. bild: twitter / @evleaks

Die Rückseite zeigt ebenfalls eine runde Vierfach-Kamera, die gegenüber der Kamera im Top-Modell leicht abgespeckte Spezifikationen haben wird.

Mate 30 Lite

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Huawei packt 2019 selbst in sein Budget-Smartphone eine Vierfach-Kamera für Potrait-, Zoom-, Ultraweitwinkel- und allenfalls Makroaufnahmen, was der Konkurrenz einige Kopfschmerzen bereiten dürfte. bild: twitter / @evleaks

Obwohl das Mate 30 Pro mit seinem auffälligen Curved-OLED-Display und der runden Vierfach-Kamera am Donnerstag im Mit­tel­punkt des Medieninteresses stehen wird, ist bei den Kunden vielleicht doch eher das Lite-Modell der heimliche Star. Lite stand bislang für vernünftige Spezifikationen für wenig Geld und das Mate 30 Lite dürfte hier keine Ausnahme machen.

Laut Smartphone-Leaker Evan Blass können wir mit den folgenden Spezifikationen rechnen:

Mate 30 Porsche

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bild: twitter / @evleaks

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bild: twitter / @evleaks

Für Gutbetuchte hat Huawei auch dieses Jahr wieder die luxuriöse Porsche-Edition im Leder-Look im Angebot. Das Porsche-Modell ist quasi ein Mate 30 Pro auf Steroiden, ein limitiertes Liebhaber-Modell mit Angeber-Spezifikationen, die kein Mensch braucht, dem Kunden aber das wohlige Gefühl vermitteln, etwas ganz Besonderes zu besitzen.

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bild: twitter / @evleaks

Das grosse ABER ...

Stand heute steht fest: Huawei wird die Mate-30-Serie am Donnerstag in München präsentieren und watson ist vor Ort dabei. Ebenfalls Stand heute würden die neuen Huawei-Smartphones zwar mit Android 10, aber ohne Googles App-Store ausgeliefert, da die USA die notwendige Lizenz verweigern. Huawei müsste also eine Lösung finden, die es Kunden trotzdem ermöglicht, Anwendungen ihrer Wahl zu installieren.

Huaweis (und Googles) Plan B ist vermutlich die möglichst schmerzlose, sprich einfache, nachträgliche Installation des Google Play Stores. Ob die Kunden dabei mitspielen, ist die andere Frage. Huawei und Google werden daher alles daransetzen, doch noch eine Lizenz des US-Handelsministeriums für die Nutzung der Google-Apps zu bekommen. Kommt diese Genehmigung nicht sehr bald, dürfte es zu Verzögerungen beim europäischen Marktstart kommen.

Macht Donald Trump Ernst, muss sich Huawei entscheiden, ob man das Mate 30 (Pro) ohne Play Store und Google-Apps veröffentlichen will – oder den Start in Europa hinausschiebt, bis die USA und China allenfalls doch noch eine Einigung erzielen (wonach es aktuell nicht aussieht).

Gleichzeitig treibt Huawei die Entwicklung seiner Android-Alternative HarmonyOS voran. Für aktuelle Produkte werde man bei Android bleiben, sagte Huawei wiederholt. Aber «wenn die Beschränkungen uns gegenüber bestehen bleiben, werden wir für künftige Produkte unser eigenes HarmonyOS verwenden. Beispielsweise beim P40, das für das Frühjahr 2020 geplant ist», sagte Richard Yu gegenüber Spiegel Online.

Eine unverhohlene Kampfansage an die USA, doch bis das neue Betriebssystem eine ernstzunehmende Konkurrenz für Android ist, dürfte noch reichlich Wasser den Jangtse hinunterfliessen.

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Die Kamera im Huawei-Rivalen Oppo Reno 5G im Vergleich mit anderen Smartphones

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