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Der erste Game Boy war für viele ein Einstiegsgerät in die Videospielkultur. bild: pixabay.com

Wie der Game Boy vor 30 Jahren unsere Kindheit prägte

Der Game Boy hat Geburtstag, und wir blicken zurück, wie das Kultgerät Videospielgeschichte schrieb und dafür sorgte, dass digitale Spiele auch bei unseren Eltern endlich Anklang fanden.



In den 80er-Jahren war mobiles Gaming eigentlich schon allgegenwärtig. Denn Nintendo war damals seiner Zeit schon voraus und sorgte mit der Game & Watch-Serie vor allem auf dem Pausenhof für Aufsehen. Game & Watch waren kleine Geräte mit einzelnen, vorinstallierten LCD-Spielen, die man bequem in seiner Hosentasche verstauen konnte.

Berühmte Nintendo-Spiele wie «Super Mario Bros.», «Donkey Kong» und viele weitere kurzweilige Titel wurden dafür umgesetzt. Da man die Spiele nicht auswechseln konnte, musste man sich immer wieder ein neues LCD-Gerät kaufen. Diese tragbaren Spiele waren der grosse Renner, sodass auch andere Firmen solche Games für unterwegs herstellten. Sehr verbreitet waren auch die Geräte von der Firma Tiger, die vor allem mit ihren bunten Hüllen auffielen. Doch auch bei diesen Versionen konnte man die Spiele nicht austauschen. Doch Nintendo hatte da eine brillante Idee...

«Donkey Kong» in der Game & Watch-Version...

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Video: YouTube/Riddler

Schwarz-grüne Welten für unterwegs

1989 kam der Game Boy in Japan auf den Markt (bei uns wurde es Herbst 1990) und fegte alle LCD-Spiele weg. Auch wenn Nintendo noch weitere Game & Watch-Geräte bis in die 90er-Jahre auf den Markt brachte, gingen sie schnell in Vergessenheit. Denn am ersten Game Boy kam keiner mehr vorbei. Die Spielkonsole für unterwegs hatte den grossen Vorteil, dass man nun endlich die Spiele austauschen konnte und auf Reisen nicht mehrere LCD-Spiele mitnehmen musste. Das war damals technisch gerade für jüngere Generationen ein unglaublicher Fortschritt.

Die Werbung zum Gamehit «Super Mario Land»...

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Video: YouTube/GameBoyLandDE

Auch die Grafikpracht verzückte uns. Dass wir nur in schwarz-grüne Welten eintauchen durften, obwohl ein Farbdisplay damals technisch schon möglich war, störte uns überhaupt nicht. Auch dass wir nur bei hellem Licht oder unter einer direkten Lichtquelle auf dem Sofa spielen konnten, war uns egal. Denn eine Hintergrundbeleuchtung war uns Kindern und Jugendlichen damals allen fremd. Alleine das mitgelieferte «Tetris» oder das erste «Super Mario Land» zog uns magisch an. Wir waren nicht nur vom süchtig machenden Knobelspiel fasziniert, sondern waren auch erstaunt, was dieser Game Boy für fantastische Welten kreieren konnte. Wir hatten damals ja sonst nichts...

Noch mehr Retro-Werbung...

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Video: YouTube/commercials818

Ein zeitloses Design

Wer damals zum ersten Mal via Linkkabel mit einem oder eher gegen einen Freund eine Partie «Tetris» spielte, war sich sicher, dass es besser gar nicht mehr werden konnte. Die Technik der Zukunft war im wahrsten Sinne des Wortes zum Greifen nahe. Überhaupt sah der Game Boy und vor allem die Verpackung sehr futuristisch und ultra cool aus. Das zeitlose Design kam an und schien für die damalige Zeit sehr erwachsen.

Und robust war er. Das Gerät konnte ohne grosse Konsequenzen auf den Boden fallen. Er schien unzerstörbar. Wer noch heute einen Game Boy irgendwo aufbewahrt hat, wird staunen. Denn mit grosser Wahrscheinlichkeit funktioniert er immer noch. Und auch die Laufzeit konnte sich sehen lassen: Mit nur vier Batterien konnte man über 20 Stunden lang ohne Probleme spielen.

Wer kann sich noch an diese Werbung in der Dauerschleife erinnern?

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Video: YouTube/Archaeen

Eine riesige Softwareflut

Egal welche Software-Gelüste man verspürte, der Game Boy konnte sie schon nach kurzer Launch-Zeit befriedigen. Die Anzahl der Spiele wurde immer grösser und auch ein bisschen unübersichtlich. Jedes Genre wurde berücksichtig. Nicht nur Nintendo selber bot qualitativ hochwertige Spiele an, auch andere Game-Hersteller, die schon lange im Geschäft waren, konnten sich austoben.

Mit der riesigen Softwareflut gab es aber auch viele schnellprogrammierte Software-Gurken. Vor allem die berühmten «100-in-1»-Versoftungen waren verdächtig und konnten trotz spektakulären Covern inhaltlich nie überzeugen. Diese Erfahrung hat damals wohl jeder und jede schmerzlich einmal machen müssen.

Trotz schwächerer Technik ein Erfolg

Nintendo schien 1989 ein ultrarevolutionäres Gerät auf den Markt zu bringen, so hatte man jedenfalls das Gefühl. Bleibt man objektiv, war jedoch die Firma Atari mit ihrem Handheld Atari Lynx bereits 1989 schon einen Schritt weiter. Auch wenn dieses grosse Gerät unhandlich und ein Batteriefresser war, hatte es schon damals einen farbigen Display anzubieten. Doch für dieses teure Gerät kamen nie wirklich Spiele für die Ewigkeit auf dem Markt, sodass der Game Boy sehr schnell überholen konnte. Und das trotz seiner schwächeren Technik.

Der Atari Lynx hatte trotz lustiger Werbung keine Chance...

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Video: YouTube/RetroTechTV

Auch andere Konkurrenten hatten keine Chance gegen das neu erschaffene Nintendo-Monopol. Sega versuchte mit dem Game Gear 1990 ebenfalls, mit einem Farbdisplay um Aufmerksamkeit zu buhlen und bot sogar ein TV-Empfangsgerät an, das aber sowieso fast nie funktionierte. Auch dieses Gerät war ein Batteriekiller, hatte aber immerhin einige Spielperlen im Angebot. Doch der Game Gear verkaufte sich leider auch zu wenig, um überhaupt mit dem Game Boy Schritt zu halten. Weitere Handhelds wie PC Engine GT (1990), Neo Geo Pocket (1996) oder der Wonderswan (1999) hatten nie auch nur den Hauch einer Chance, den Game Boy und seine Nachfolger vom Handheld-Thron zu stossen.

Diese Game-Gear-Werbung war irgendwie seltsam...

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Video: YouTube/Protozet

Die Familie wächst und wächst

Ein wichtiger Grund, warum der Game Boy quasi ein Alleinherrscher blieb, war die Tatsache, dass er sich stets weiterentwickelte und viele Nachfolger auf den Markt brachte. Schon alleine die farbigen oder transparenten Varianten, die 1995 auf den Markt kamen, sorgten für Aufmerksamkeit und brachten das Kultgerät nochmals in den Fokus der Spielerinnen und Spieler. Diese Special Edition kam so gut an, dass viele sich sogar ein Zweitgerät kauften, obwohl der erste Game Boy immer noch tadellos funktionierte.

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Bei der transparenten Version konnte man einfach nicht widerstehen. bild: pixabay.com

1996 kam dann die kleinere Version, der Game Boy Pocket, auf den Markt, der nach einer Abmagerungskur nun endlich wirklich in jede Hosentasche passte. 1998 war es dann endlich so weit, und der Game Boy Color war da und lockte die Kundinnen und Kunden mit farbenfrohen Inhalten. Der Clou war seine Abwärtskompatibilität, mit der man auf dem neusten Gerät auch ältere Spiele konsumieren konnte, die dann mit einer kleinen Farbpalette optisch aufgefrischt wurden.

Es gab Zusatz-Hardware, die konnte man kaufen, musste man aber nicht...

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Video: YouTube/Arkunos

2001 brachte Nintendo eine neue, stärkere mobile Hardware auf den Markt. Obwohl das Aussehen und die Technik neu waren, blieb man der Marke «Game Boy» treu. Der Game Boy Advance füllte erneut die Nintendo-Kasse und sorgte mit dem zusammenklappbaren SP (2003) und dem klitzekleinen Micro (2005) für weiteren Zuwachs in der Familie. Erst der Nintendo DS wurde 2004 als komplett neuer Handheld vermarktet und löste sich von der Game Boy-Familie.

Der Game Boy Advance lag sehr gut in den Händen...

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Video: YouTube/geekzilla

Ein Stück Freiheit

Der erste Game Boy war ein Phänomen. Er brachte das Medium Videospiel auf die Strasse und sorgte dafür, dass sich die Gaming-Kultur von den heimischen Bildschirmen loslöste. Auch wenn natürlich in den eigenen vier Wänden, in zahlreichen Kinder- und Jugendzimmern gespielt wurde, wurde der Game Boy in viele Ferienlager, Urlaubsdestinationen mit den Eltern und auf sonstige familiäre Ausflüge mitgenommen und sorgte für ein Stück Videospiel-Freiheit.

Auch Erwachsene wurden mit gezielter Werbung zum Kauf verführt...

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Video: YouTube/geekzilla

Passend dazu gab es für damalige Verhältnisse ultracoole Tragtaschen. Von einem robusten Kleinkoffer, der wie ein grosser Game Boy aussah, bis zu simplen Bauchtaschen mit dem bekannten Schriftzug war alles vorhanden. Nintendo liess allgemein die Merchandise-Maschinerie heiss laufen und sorgte mit einer grossen Werbewelle dafür, dass die Marke Game Boy die Masse eroberte.

Einstiegsgerät in die Videospielkultur

Auch ältere Semester und Nichtspieler fanden Gefallen an diesem schicken Gerät. Plötzlich schienen alle Eltern regelmässig «Tetris» zu spielen und auch der Cousin, der mit Videospielen nichts am Hut hatte, konnte seine Finger nicht mehr davon lassen.

Der Game Boy wurde akzeptiert und gerne zu Weihnachten oder an Geburtstagen verschenkt, da er zudem gar nicht so teuer war. Dies zeigt auch die hohe Anzahl an verkauften Geräten: Mit mehr als 118 Millionen verkauften Exemplaren ist er eine der meistverkauften Konsolen überhaupt. Auch wenn bei dieser gigantischen Zahl der Game Boy Color dazugerechnet wurde, ist es sehr beachtlich, was Nintendo für ein massentaugliches Gerät erschaffen hat.

Noch bevor die erste Playstation die Unterhaltungsbranche eroberte, ebnete bereits der erste Game Boy den Weg dorthin. Denn er war nicht nur ein Kinderspielzeug, sondern wurde auch von Videospiel-Kritikern gerne in die Hände genommen und wurde schliesslich zu einem klassischen Einstiegsgerät in die Videospielkultur.

Welches war euer liebstes Game Boy-Spiel? Teilt mit uns eure Erinnerungen via Kommentarspalte!

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