DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Daten von 50 Millionen Personen wurden von T-Mobile USA geleakt.
Daten von 50 Millionen Personen wurden von T-Mobile USA geleakt.
bild: shutterstock

Daten-GAU bei T-Mobile in den USA – fast 50 Millionen Menschen betroffen

Für die Tochterfirma der Deutschen Telekom kommt es knüppeldick. Noch mehr US-Kunden von T-Mobile als bislang bekannt sind vom gigantischen Hackerangriff betroffen. Das erinnert an gravierende Schwachstellen bei T-Mobile Österreich vor wenigen Jahren.
20.08.2021, 14:5320.08.2021, 15:58

Der Hackerangriff auf den US-Mobilfunker T-Mobile US hat mehr Schaden angerichtet als zunächst berichtet. Es seien weitere 5,3 Millionen Daten von Vertragskunden erbeutet worden mit Angaben zu Adressen, Geburtstagen und Telefonnummern, teilte die Tochter der Deutschen Telekom am Freitag mit.

Demnach sollen Kriminelle die Daten von insgesamt fast 50 Millionen Betroffenen kopiert haben - darunter auch die Sozialversicherungsnummer und Führerscheininformationen.

Bei mehr als 40 Millionen Personen soll es sich jedoch um ehemalige oder potenzielle Kunden handeln, die einen Kredit bei dem Unternehmen beantragt hätten, berichtet das Onlinemagazin Wired. «Bei weiteren 7,8 Millionen Betroffenen soll es sich um aktuelle Vertragskunden von T-Mobile handeln, die am Ende des Monats eine Rechnung erhalten», schreibt das deutsche Techportal Golem.

Zusätzlich sind der Telekom-Tochter zufolge weitere Datensätze gestohlen worden mit Telefon- und Gerätenummern, die jedoch keine persönlich zuzuordnenden Informationen enthielten. Laut T-Mobile US gibt es weiterhin keine Anhaltspunkte, dass finanzielle Informationen wie Kreditkartendaten entwendet wurden. Die T-Mobile US ist einer der grössten Mobilfunkanbieter in den USA mit über 100 Millionen Kunden und rund 75'000 Angestellten.

Aufsichtsbehörde FCC ermittelt

Inzwischen hat sich auch die US-Telekomaufsicht FCC eingeschaltet und Ermittlungen aufgenommen. Firmen hätten die Pflicht, die Daten ihrer Kunden zu schützen.

T-Mobile US hatte am Sonntag nach Berichten über einen mutmasslichen Hackerangriff Untersuchungen eingeleitet. Zuvor wurde eine Nachricht in einem Online-Forum gepostet, wonach die persönlichen Daten von mehr als 100 Millionen Nutzern ergattert worden waren.

Darüber wiederum berichtete die Online-Medienplattform Vice Motherboard wie auch, dass ein Verkäufer Daten im Austausch gegen Bitcoins anbot. T-Mobile US kommt als Nummer drei auf dem US-Markt hinter AT&T und Verizon nach eigenen Angaben auf etwas mehr als 100 Millionen Kunden.

2018 macht sich T-Mobile Österreich zur Lachnummer

Vor drei Jahren musste T-Mobile Österreich zugegen, dass man Kundenpasswörter unverschlüsselt speichert. Bei einem Datendiebstahl hätten die Passwörter von Kriminellen sofort missbraucht werden können. Darauf angesprochen schrieb damals eine Kundendienst-Mitarbeiterin auf Twitter, sie verstehe nicht, was das Problem sein soll. Sie liess sich gar zur Aussage hinreissen, die Sicherheit von T-Mobile Austria wäre «amazingly good», also unglaublich gut. Kunden bräuchten sich daher keine Sorgen zu machen.

Der Kundendienst von T-Mobile Österreich meinte 2018, dass das Speichern unverschlüsselter Passwörter kein Problem sei, denn ihre Sicherheit sei «unglaublich gut».
Der Kundendienst von T-Mobile Österreich meinte 2018, dass das Speichern unverschlüsselter Passwörter kein Problem sei, denn ihre Sicherheit sei «unglaublich gut».

Weltweit machten sich IT-Experten darauf einen Spass daraus, Sicherheitslücken beim österreichischen Mobilfunkanbieter aufzuspüren – und davon gab es offenbar gleich mehrere. Das deutsche Techportal Golem beispielsweise spürte in kurzer Zeit eine gravierende Sicherheitslücke auf, die es kriminellen Hackern ermöglicht hätte, über die T-Mobile-Website Schadsoftware ausliefern oder mittels eines Kryptominers (Programm, das Kryptocoins schürft) die Prozessorleistung der Webseitenbesucher zu missbrauchen.

(oli/sda/awp/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

24 Menschen, die an der modernen Technik scheitern

1 / 24
24 Menschen, die an der modernen Technik scheitern
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Müssen wir nun alle WhatsApp löschen oder worum geht es eigentlich?

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Threema ist das neue WhatsApp – und schlägt die Konkurrenz um Längen

Wer hätte gedacht, dass die weltbeste Messenger-App nicht aus dem Silicon Valley kommen würde, sondern vom Zürichsee. Eine persönliche Analyse.

Seit acht Jahren befasse ich mich mit dem sicheren Schweizer Messenger Threema. Den ersten Artikel dazu publizierte ich im Dezember 2012. Titel: «Die Schweizer Antwort auf WhatsApp». Die damalige erste App gab's nur fürs iPhone, und sie war zum Start gratis. Im Interview versprach der Entwickler, Manuel Kasper, die baldige Veröffentlichung einer von vielen Usern geforderten Android-Version. Und:

Er hielt Wort. Im Gegensatz zu WhatsApp.

Einige dürften sich erinnern, dass es ein gleiches …

Artikel lesen
Link zum Artikel